cssigniter

Schöne Web-Designs für alle

WordPress ist eine der am weitesten verbreiteten Plattformen für Blogs. Eulen aus Athen ist ja auch ein WordPress-Blog. Was ich nicht wusste: WordPress inzwischen zu einem der größten Content Management Systeme geworden, über das alle möglichen Webseiten betrieben werden (Top 10). Schätzungen zufolge sind das bereits 16% aller Webauftritte weltweit (siehe z.B. hier).

Neben der Tatsache, dass der Einstieg kostenlos und WordPress extrem einfach zu bedienen ist, hat zum Erfolg sicherlich auch beigetragen, dass man sehr schnell und einfach neue Designs aufsetzen kann, mit dem Ergebnis, dass selbst private Blogs manchmal mit extrem professionellen Designs daherkommen – Eulen aus Athen als Ausnahme bestätigt die Regel 😉

cssigniter-Startseite

Individuelle Designs von der Stange

Gerasimos Tsiamalos und Anastis Sourgoutsidis haben diesen Trend hin zu WordPress früh aufgespürt und gemeinsam das griechische Unternehmen cssigniter gegründet. cssigniter entwickelt in regelmäßigen Abständen wunderschöne WordPress-Designs für unterschiedliche Branchen und Aufgaben. Der Clou: Statt für jeden Kunden ein individuelles Design zu entwickeln, stellen cssigniter die Designs als Abonnement bereit, sodass sich andere Webentwickler und Designer davon bedienen und für ihre Kunden wiederum neue Webseiten erstellen können.

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Die Unternehmer und das Geschäftsmodell

Die beiden griechischen Unternehmer aus Thessaloniki  beschäftigen sich schon seit vielen Jahren mit Webseiten-Entwicklung und -Design und gehörten auch zu den Ersten, die sich in Griechenland auf WordPress-Designs spezialisiert haben. 2010 haben sie dann den Entschluss gefasst, die Designs zu standardisieren und mit cssigniter ein eigenes Unternehmen zu gründen. „Der Anfang war schwer, da wir noch recht wenige Designs hatten und unbekannt waren. Inzwischen haben wir mehrere tausend Mitglieder, sodass wir profitabel sind und auch weitere Designer und Entwickler beschäftigen können. Dabei haben wir bisjetzt noch nichts für Marketing ausgegeben“, so Gerasimos Tsiamalos.

Das Geschäftsmodell ist sehr einfach: Regelmäßig stellt cssigniter neue Designs vor und für einen fixen Jahresbetrag von 39$ kann man beliebig viele der Designs und beliebig oft für seine Kunden nutzen. Inzwischen bieten sie auch ein Affiliate-Programm an, über das auch Dritte die Designs vermarkten können. „Im nächsten Schritt denken wir über eine stärkere Vertikalisierung nach, also beispielsweise Musiker, die besondere Anforderungen an ihre Designs und vor allem an die bereitgestellte Funktionalität haben“.

Die meisten Kunden von cssigniter kommen übrigens aus den USA, aber auch in Deutschland gibt es schon über 200 Kunden.

Voraussetzung für die Nutzung der Designs von cssigniter ist allerdings, dass man WordPress selbst hostet bzw. bei einem Hoster nutzt. Nun wisst ihr auch warum ich nicht gleich selbst auf ein cssigniter-Design umgestellt habe.

Natürlich gibt es auch Platzhirsche im Bereich der WordPress-Designs, wie elegant themes aus den USA oder Woo Themes aus Südafrika, aber ich freue mich, dass auch ein griechisches Unternehmen in dieser Liga mitspielt.

Set Up Your Startup

Das Startup-Rechtsanwalt-Startup

Ich muss zugeben, ich finde Rechtsanwälte und Rechtsfragen meist etwas trocken. Als jemand, der sich eher von einer technischen Idee oder einem Geschäftsmodell begeistern lässt, finde ich die ganzen rechtlichen Angelegenheiten, die rund um eine Innovation oder ein Startup zu klären sind, oft nervig. Solange man sich innerhalb eines Landes bewegt, ist die Sache ja noch einigermaßen überschaubar. Aber wenn man, wie bei vielen Startups der Fall, sich international bewegt, wird die Rechtslage schnell sehr kompliziert und unübersichtlich.

Set Up Your Startup

Umso wichtiger finde ich daher die Initiative der griechischen Rechtsanwältin Christina Tsakona, die in Startup-Manier mit Set Up Your Startup gleich ein internationales Netzwerk von Startup-Rechtsanwälten und Beratungsveranstaltungen aus dem Boden stampft – eine große Hilfe bei dem, was mir wie ein internationales Rechtswirrwarr vorkommt.

Von der ersten Veranstaltung zu einem internationalen Netzwerk

Vor etwas mehr als einem Jahr, im Januar 2012, hat Christina Tsakona zusammen mit den Rechtsanwaltbüros von Andrew Dimitriou und Nayia Antoniou die erste Veranstaltung von Set Up Your Startup in Athen organisiert. Der erste Workshop konzentrierte sich auf das Thema „Firmengründung“. Der Erfolg war so groß, dass es gleich mit zwei weiteren Veranstaltungen weiterging, unter anderem auf Chios und Zypern. Jetzt nimmt Initiative immer mehr Fahrt auf und wird international. Eine Veranstaltung fand schon in Chile bei Start-up Chile statt. Gestern war die erste Veranstaltung in Polen in Warschau (Reaktor) dann geht es weiter nach Danzig (STARTER) und Posen (M26 Lab). Seit dieser Woche hat die Initiative auch eine Webseite, auf der man auch die Ankündigungen für zukünftige Veranstaltungen findet: http://setupyourstartup.com/category/events/

Am 6.6.2013 im betahaus in Berlin

Am 6.6.2013 findet Set Up Your Startup im betahaus in Berlin statt und wird zusammen mit Maximilian Von der Ahé organisiert, dem Gründer des betahaus. Das betahaus ist eins der größten und bekanntesten Co-Working-Spaces in Deutschland. „Mit ‚Set up your Start-up, Berlin‘ knüpfen wir an unsere seit mehr als 4 Jahren erfolgreiche Start-Up- und Gründer Beratung im betahaus an. Wir freuen uns sehr, den Teilnehmern diesmal auch tiefe Einblicke in die rechtliche Praxis im Silicon Valley präsentieren zu können“, so Max bei unserem Gespräch, als ich vor ein paar Tagen kurz im betahaus zu Besuch war.

Max und ich

Ausbau

Obwohl es am Anfang nur griechische Rechtsanwälte waren (aus Griechenland und den USA), war das Ziel von Anfang an, ein internationales Netzwerk von Startup-Rechtsanwälten zu gründen. „Wir würden gerne ein Pendant zum Startup-Weekend  etablieren, allerdings rund um das Thema Recht im Umfeld von Startups“ so Christina Tsakona. Im Moment läuft das als Nebenprojekt bei Christina, da sie hauptsächlich Startups im Silicon Valley und in Griechenland bei rechtlichen Fragen betreut. Aber sie ist zuversichtlich, dass sich Set Up Your Startup als Hauptevent rund um alle Rechtsfragen bei Startups zu etablieren kann. So wie ich Christina Tsakona im Januar in Athen  kennengelernt habe, schafft sie das auch.

Christina Tsakona

Photo Christina Tsakona

Christina Tsakona ist in Athen aufgewachsen und hat dort Jura studiert. Danach hat sie einen Master in Berkeley (USA) gemacht und ist seit 2009 Partner bei der Kanzlei Dimitriou and Associates. Sie betreut vor allem Startups in den USA und in Griechenland mit Schwerpunkt Unternehmensgründung in den USA. Christina pendelt zwischen San Francisco und Athen (und dem Rest der Welt). Es gibt vermutlich keinen Startup-Gründer in Griechenland, der sie nicht kennt.

pollfish

Das Ei des Kolumbus für Umfragen

Ich habe in meinem Leben vielleicht 3 oder 4 Umfragen gemacht, aber meist mit mittelmäßigem Erfolg. Früher wurden Umfragen mühsam mit Zettel und Stift und von Tür zu Tür durchgeführt. In neuerer Zeit immerhin online, aber Umfragen sind immer noch ein schwieriges Geschäft: Zum einen benötigt man immer einen großen Personenkreis, teilweise verteilt auf mehrere Länder und Kontinente, und zum anderen will man diesen Kreis auch noch zielgruppenscharf einteilen. Darüber hinaus ist es natürlich essentiell, dass die Personen in der Zielgruppe auch mitmachen – also motiviert sind, daran teilzunehmen und die Umfrage selbst für sie so einfach wie möglich ist. Die fünf Gründer des griechischen Unternehmens pollfish haben eine weltweit einmalige Lösung geschaffen, um umfangreiche, zielgruppengenaue und einfach durchführbare Umfragen zu erstellen. Eigentlich liegt die Lösung auf der Hand – man muss nur darauf kommen:

pollfish_startseite

Naheliegend und doch weltweit erstmalig

Die fünf Gründer von pollfish, Ioannis Papadakis, Andreas Vourkos, Giannis Zaoudis, Vasileios Mitrousis und Zissis Bellas hatten die Idee, die Umfragen dort erscheinen zu lassen, wo sich die Zielgruppe gerade befindet und wo sie Zeit hat mitzumachen, nämlich unterwegs und auf dem SmartPhone. Die Lösung von pollfish ist eigentlich nur ein Stück Software (SDK), das von einem App-Entwickler in jede herkömmlichen App integriert werden kann. „Angelehnt an das Paradigma der Online-Werbung bei Apps, bietet pollfish statt Werbung die Möglichkeit, an Umfragen teilzunehmen“, so Ioannis Papadakis.

Eine Unternehmen oder Marktforschungsinstitut, das eine Umfrage starten will, setzt die Umfrage auf der Webseite von pollfish auf und gibt die Zielgruppe an, an die sich die Umfrage richten soll. pollfish verteilt die Umfrage zielgruppenscharf an alle teilnehmenden Apps und bei den Nutzern der App erscheint ein unauffälliges Zeichen am Rand, um ihn auf die Umfrage aufmerksam zu machen.

„Durch die Integration in vorhandene und weitverbreitete Apps sind wir in der Lage, innerhalb kürzester Zeit weltweite Umfragen zu starten“, sagt Ioannis Papadakis, der übrigens in Deutschland geboren ist und erst mit fünf Jahren nach Griechenland kam.

OMG! Kaum gegründet und schon 2.193.547 Nutzer weltweit

Ich kann mich noch erinnern, wie ich vor wenigen Monaten zum ersten Mal von pollfish gehört habe. Das war im Februar 2013 im Zusammenhang mit ihrer Bewerbung bei zerofund. Inzwischen sind sie unter den letzten beiden Favoriten und können bereits eine beeindruckende Nutzerzahl vorweisen. Auf der Webseite läuft ein Ticker, über den man zuschauen kann, wie die Nutzerzahl steigt. Als ich den Screenshot gemacht habe, waren es 107 Apps mit 2.193.547 Nutzern und als ich den Artikel online gestellt habe bereits 2.194.709 Nutzer – beeindruckend.

2 Mio-pollfish

Das Geschäftsmodell

Obwohl sie noch in der Entwicklungsphase sind und die Finanzierung noch nicht mal steht, haben sie bereits drei große griechische Marktforschungsinstitute als Kunden gewinnen können, u. a. Kapa Research und Abacus Research. Parallel dazu haben sie angefangen, sich in England und Deutschland nach Kunden umzuschauen.

Das Geschäftsmodell ist übrigens auch für App-Entwickler und für App-Nutzer sehr attraktiv: Das Unternehmen, das die Umfrage startet, gibt einen bestimmten Betrag für einen Fragebogen aus und davon geht ein bestimmter Anteil an die Entwickler der App. Unter den Nutzern wiederum werden kontinuierlich Wertgutscheine verlost. Ab und zu mal an einer Umfrage teilnehmen zu können, finde ich persönlich wesentlich angenehmer als die ständige Werbung auf den Apps.

Interessant fand ich übrigens, dass die Gründer das Thema Verteilung auch auf das Unternehmen selbst abbilden: zwei der Gründer sitzen in Athen, einer auf Chios und zwei auf Zypern.

Manches ist so naheliegend. Und doch muss man erst einmal darauf kommen. Ich bin mir sicher, dass pollfish die Art revolutioniert, wie Umfragen in Zukunft gemacht werden, und freue mich, dass auch diese Idee aus Griechenland kam.

Ich wünsche den fünf Gründern noch viel Erfolg!

eventora

Was für ein Ereignis!

Ich halte mein iPhone über den Eingangsscanner vom Veranstalter und auf der großen Tafel im Foyer erscheint die Aufschrift „Wassili Kazakos ist gerade eingetroffen“, sodass jeder sehen kann, dass ich da bin. Beim Fliegen oder bei großen Veranstaltungen kennen wir das Prinzip der E-Tickets schon. Das griechische Unternehmen awapai ist seit zwei Jahren mit dem Dienst eventora dabei, das Prinzip auf alle Arten von Veranstaltungen zu übertragen.

Die Anwendung

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Um ehrlich zu sein, habe ich mir nie Gedanken um das Thema E-Ticketing bei der Organisation von Veranstaltungen gemacht und dachte auch eher, dass das ein alter Hut ist. Wenn man genauer darüber nachdenkt, eröffnen sich jedoch in diesem Bereich unzählige Möglichkeiten, neue Technologien zu nutzen, um die Abwicklung von Veranstaltungen zu unterstützen und ihnen gleichzeitig ein modernes Flair zu verleihen.

Im Zentrum des Dienstes von eventora steht die Registrierung, Bezahlung und Vergabe von E-Tickets für Veranstaltungen über einen Amazon Cloud Service. Da der gesamte Dienst online ist, kann ihn jeder Veranstalter weltweit nutzen. Um diese zentrale Anwendung herum hat eventora eine ganze Reihe von Erweiterungen umgesetzt, die für ein modernes Event-Management hilfreich sind. So kann der Veranstalter über eventora nicht nur die Bezahlung und Anmeldung abwickeln, sondern beispielsweise Umfragen bei den Besuchern starten oder ein Veranstaltungs-Tab in Facebook integrieren. Sogar ein Modul für die Bewertung und Freigabe von eingereichten wissenschaftlichen Beiträgen ist enthalten.

Keine Hardware vor Ort

Was mir besonders gefallen hat, ist, dass eventora gleich die ganze Infrastruktur für die Abwicklung des Events vor Ort mitbringt. Neben den E-Tickets, die man übrigens auch in das iPhone-Passbook übernehmen kann, liefert eventora auch eine App, die als QR-Scanner für die Veranstalter dient. Der Besucher hält einfach sein Smartphone über das des Veranstalters und schon ist er registriert.

„Über diesen Mechanismus haben wir schon sehr kleine Veranstaltungen bedient, die dennoch ein modernes Ticketing haben möchten, bis hin zu Veranstaltungen mit mehreren tausend Besuchern und über 100 gleichzeitigen Check-in-Schaltern“, so der Gründer von awapai und eventora, Nikos Tsamis. Hierüber kann man dann auch die Displays anbinden, die auf einer Veranstaltung ankündigen, wer gerade angekommen ist – sehr hilfreich, wenn man auf einer Veranstaltung bestimmte Personen oder Organisationen sucht.

Weltweite Verbreitung

Obwohl eventora erst seit zwei Jahren verfügbar ist und kaum Geld für Marketing ausgegeben wurde, wird der Dienst bereits von Veranstaltungen in über 20 Ländern genutzt: von Griechenland und Europa über Hongkong und Australien bis in die USA. Angefangen hat der Dienst mit wissenschaftlichen Konferenzen. „Das hat uns auch sehr bei der Verbreitung geholfen, da die Teilnehmer von wissenschaftlichen Konferenzen aus aller Welt kommen und oft selbst Veranstalter von anderen wissenschaftlichen Konferenzen sind“ so Nikos Tsamis. Die vielleicht bekanntesten Veranstaltungen, die eventora nutzen, sind viele der TEDx-Konferenzen mit über tausend Teilnehmern oder die European Ruby Conference 2013.

TEDxAthens. Die drittgrößte TEDx-Konferenz weltweit über eventora

TEDxAthens. Mit 1500 Teilnehmer die drittgrößte TEDx-Konferenz weltweit über eventora

Das Unternehmen und das Geschäftsmodell

Die Firma hinter eventora heißt awapai und ist schon seit über 10 Jahren am Markt. Ursprünglich hatte Nikos Tsamis sie gegründet, um Dienstleistungen im Bereich der Software as a Service anzubieten und war beispielsweise eines der ersten Unternehmen weltweit, das die Amazon Cloud Services ausprobiert hat. Inzwischen konzentriert sich das Unternehmen fast ausschließlich auf eventora. Bisher ist das Unternehmen ohne Fremdfinanzierung ausgekommen und baut auf organisches Wachstum. Die Finanzierung läuft über Anteile an jedem Ticket (2,95%) mit einer Untergrenze von 0,75 € und einer Obergrenze von 7,5 € pro Ticket.

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Amerikaner lesen Homer über eventora

Die vielleicht netteste Anekdote um eventora ist eine Initiative aus den USA. The Readers of Homer organisieren eine Marathon-Homer-Lesung über eventora. Vermutlich wissen die Teilnehmer gar nicht, dass sich gerade der Kreis schließt, vom antiken Griechenland hin zu moderner Event-Organisation aus Griechenland.

Venture Capital, Incubators und Co-Working-Spaces in Griechenland

Neue Infrastruktur für Startups, Innovation und Unternehmertum

Eine der interessantesten Beobachtungen, die ich in den letzten Monaten bei meinen Recherchen und Interviews gemacht habe, ist, dass sich in Athen und anderen Städten Griechenlands langsam eine ganz neue Infrastruktur an Netzwerken, Geldgebern, gemeinschaftlichen Arbeitsräumen, Veranstaltungen, Blogs und Webseiten rund um die Themen Startups, Innovation und Unternehmertum entwickelt. Die ist auch notwendig, um die neue Dynamik der Geschäftsgründungen und Innovationen zu befeuern.

Ich weiß nicht, ob es möglich ist, eine vollständige Liste zu erstellen, aber ich wollte zumindest mal anfangen, die wichtigsten Initiativen, Funds, Co-Workings-Spaces etc., die mir im Laufe meiner Aktivitäten begegnet sind, aufzulisten. Ich aktualisiere die Liste, wenn mir wieder etwas Neues begegnet. Eure Kommentare zu weiteren Initiativen, die ich aufnehmen sollte, sind mir sehr willkommen!

Venture Capital, Funds

Incubators und Accelarators

Co-Working-Spaces

Weitere Initiativen:

  • opencoffee: Manche sagen, dass mit opencoffee alles begann. Am Anfang waren es 20-30 Enthusiasten in Athen, die sich regelmäßig getroffen haben. Inzwischen organisiert opencoffee regelmäßig Veranstaltungen von und für Startups mit mehreren hundert Teilnehmern in vielen Städten Griechenlands.
  • Athens Startup Weekend: Der Athener Ableger der Startup Weekend Reihe der Kauffmann Foundation. Für Studenten auch die Athens Startup Weekend University

Übersichtsseiten und Beiträge Dritter (nur englischsprachige)

Doctoranytime

Gute Verbesserung!

Ich gehe sehr selten zum Arzt. Wenn es mich dann doch mal erwischt, bin ich meist aufgeschmissen, weil ich keine Ärzte kenne, und muss erst mal bei Freunde fragen, ob sie mir einen Arzt empfehlen können. Und ob ich dann schnell einen Termin bekomme? Wenn ich im Ausland bin, wird das Ganze noch komplizierter: Wo finde ich einen Arzt, der mir helfen kann und dem ich vertrauen kann?

Arzttermin auf Knopfdruck

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Das griechische Unternehmen Doctoranytime ist seit September 2012 dabei, genau dieses Dilemma zu lösen. Der Dienst ist als Social Marketplace konzipiert, auf dem sich die Ärzte vorstellen, die Patienten sich online einen Arzt aussuchen, über die Plattform einen Termin buchen und den Arzt natürlich auch bewerten können. Die Filterung der Ärzte läuft nach Stadtteil, Spezialisierung und Krankenkasse. Eine echte Verbesserung bei der Suche nach Ärzten im In- und Ausland.

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Hier noch ein kleines Video, in dem die Idee von Doctoranytime vorgestellt wird (auf Griechisch):

Die Gründer

Die Hauptschwierigkeit beim Aufbau solcher Markplätze, vor allem wenn sie wie in diesem Fall sehr regional sind (wer will schon 2 Stunden zum Arzttermin fahren), ist es, schnell eine große Angebotsbasis in bestimmten Regionen zusammen zu bekommen. Beim Aufbau von Doctoranytime war das nicht anders und da hat es sicher geholfen, dass die drei Gründer viel Erfahrung aus komplementären Branchen mitbringen, die optimal zu Doctoranytime passen.

doctoranytime_Gründer

Für Apostolos Apostolakis, mit dem ich auch am Telefon gesprochen habe, ist es bereits das vierte Unternehmen, das er aufbaut. Er hat sich schon beim Aufbau von Taxibeat eingebracht, e-shop.gr mit aufgebaut, einen sehr erfolgreichen Online-Shop in Griechenland, und e-food.gr mitgegründet, eine Plattform für Essenslieferungen von Restaurants (vergleichbar mit Lieferservice.de in Deutschland). Er weiß also sehr gut, wie man eine solche Plattform aufbauen kann. Eleftheria Zourou bringt 10 Jahre Marketing-Erfahrung bei Procter & Gamble, Lambrakis und L’Oreal mit ein. Last, but not least gehört Maher Cherfan zum Team. Er ist auch Geschäftsführer der CCMgroup in Südosteuropa, die medizinische Ausstellungen und Konferenzen in Griechenland, der Türkei, im Nahen Osten und in Nordafrika organisiert und über 20 verschiedene medizinische Fachzeitschriften herausbringt. Bei diesem Team bin ich mir sicher, dass bald jeder Arzt und jeder Patient in Griechenland Doctoranytime kennt.

Das Geschäftsmodell

Dieses geballte Know-how hat dazu geführt, dass Doctoranytime in nicht einmal 6 Monaten bereits mit über 1.600 Ärzten zusammenarbeitet, 80.000 Besucher im Monat hat und ca. 50 Arzttermine am Tag über Doctoranytime in Griechenland vereinbart werden. Interessant finde ich auch, dass Doctoranytime nicht jede Buchung einzeln abrechnet, sondern über einen Pauschalbetrag geht, den die Ärzte monatlich zahlen. Damit bleibt der Dienst für die Patienten kostenlos und Ärzte haben kalkulierbare Nutzungskosten.

Ausbau und Internationalisierung

Aktuell ist der Dienst von Doctoranytime nur in Griechenland verfügbar und die Mehrsprachigkeit, z. B. für Deutsch und Albanisch, wird nur über eine Google-Übersetzung bereitgestellt. Noch während wir telefonierten, hat Apostolos die deutsche Oberfläche freigeschaltet. „Neben dem systematischen Ausbau des Dienstes in Griechenland und der Erweiterung um beispielsweise mobile Dienste, verfolgen wir aktuell zwei zentrale Strategien: Zum einen wollen wir Doctoranytime internationalisieren und in anderen Mittelmeerländern, wie Spanien, Italien, der Türkei und in den arabischen Ländern anbieten. Zum anderen denken wir gerade verstärkt über das Thema medizinischen Tourismus nach“, so Apostolos Apostolakis. „Von Taxibeat haben wir gelernt, wie ein solcher Dienst mit Bewertungen auch eine neue Ebene an Vertrauen und Sicherheitsgefühl geben kann, etwas, dass wir erst recht im medizinischen Umfeld benötigen“.

Ich bin gespannt wo die Reise noch hingeht. Für den nächsten Griechenlandurlaub heißt es auf jeden Fall mal: Internetadresse doctoranytime.gr merken – für den Fall der Fälle.

zerofund

Guter Rat ist wichtiger als Geld

In der Startup-Szene wird viel über Geld geredet. Wer finanziert mir das? Wie komme ich an Investoren? Oder auch einfach nur: Wie werde ich reich? Dabei weiß vermutlich jeder, der mal ein Unternehmen gegründet hat, oder es versucht hat, dass Geld bei weitem nicht alles ist. Es gibt auch genug Beispiele von Unternehmen, die quasi ohne Anfangsfinanzierung erfolgreich waren.

Wichtiger als Geld ist die Erfahrung oder der Zugang Netzwerken und Personen mit Erfahrung. Um genau diese Lücke zu schließen und auch sehr jungen technisch begeisterten Griechen zu helfen, denen das Netzwerk und die Erfahrung fehlt, wurde die Initiative zerofund ins Leben gerufen.

Die Idee

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Die Idee geht auf John Vlachoyannis von bugsense und Yiannis Varelas von weendy zurück. Beide haben das Unternehmertum auf die harte Tour gelernt, als sie vor einigen Jahren alles stehen und liegen ließen und ihre Unternehmen gegründet haben. Inzwischen sind beide Unternehmen auch ausreichend finanziert und entwickeln sich erfolgreich zwischen Griechenland und den USA. Dennoch trieb die beiden seit einiger Zeit die Idee um, auch anderen griechischen Startups zu helfen, und sie fingen an, mit Investoren und anderen Mentoren über die Idee von zerofund zu diskutieren – eine Art Netzwerk- und Mentorenprogramm für junge Unternehmer.

Die Grundidee ist quasi eine Hilfe zur Selbsthilfe: Innerhalb von 3 Monaten sollen die vielversprechendsten Geschäftsideen bei ihren ersten Schritten durch Mentoren begleitet werden. Jeder, der in Griechenland eine Geschäftsidee hatte, konnte sich bis Ende Januar bei zerofund bewerben. In mehreren Phasen werden die ausgewählten Kandidaten von der ersten Präsentation bis zu einer Beta-Version begleitet. Einer der Kandidaten hat darüber hinaus am Ende der Beratungsphase eine garantierte Finanzierung von Mind the Bridge, einem Investor, der auch schon in Weendy investiert hat, und wird 3 Monate in den USA verbringen.

Die Mentoren

Inzwischen haben sich noch weitere erfolgreiche griechische Gründer von der Idee begeistern lassen und so sind neben bugsense und weendy auch Hellas Direct, Taxibeat, e-shop, e-food, Doctoranytime, Visionmobile und weitere mit dabei. Besonders wertvoll ist vermutlich auch der Rat von erfahrenen Geschäftsleuten wie Alex Gounares, dem ehemaligen VP von Microsoft und CTO von AOL, oder Tassos Roumeliotis von Location Labs, die die Initiative als Mentoren unterstützen.

Die Phasen

zerofund hat offensichtlich einen Nerv getroffen und das Interesse war von Anfang an groß. In der ersten Phase, die bis Ende Februar 2013 ging, haben sich 154 potentielle Gründer beworben, die aufgefordert wurden, eine erste Landing-Page (Webseite) zu erstellen, in der sie ihre Idee professionell, mit Vorstellung des Teams, Video etc. präsentieren.

In der zweiten Phase mussten sie zwei Wochen lang eine möglichst professionelle Vermarktung der Idee starten und beispielsweise „likes“ auf Facebook sammeln, aber auch Spielgeld von Freunden, Bekannten, Interessenten und Familie sammeln, die die Ideen unterstützen.

Am Ende der zweiten Phasen wurden dann 12 Unternehmen ausgewählt, die auf einem gemeinsamen Event ihre Idee vorstellen haben. Neben der Präsentation der Idee war das Hauptziel, eine erste Mini-Finanzierung zu bekommen und zwar nicht für das Unternehmen selbst, sondern für den Arbeitsplatz in einem der beteiligten Coworking-Spaces (Colab, 123P), die den Teilnehmern kostenlos eine Infrastruktur zur Verfügung stellen. „Am spannendsten war es zu sehen, wie Freunde und Bekannte, die eigentlich mit Startup-Finanzierungen noch nie etwas zu tun hatten, ihre Favoriten unterstützt haben, in dem sie 10 oder 20€ in das Startup investiert haben“, so Panos Papadopoulos von bugsense, der die Initiative auch aktiv unterstützt.

In der aktuellen dritten Phase haben die Startups jetzt einen Monat Zeit, einen ersten Piloten zu entwickeln, um ihn dann noch einmal in großer Runde und vor echten Investoren vorzustellen. Die ganze Zeit werden sie mit Rat und Tat von den Mentoren begleitet.

Über diese systematische Begleitung und das Mentorenprogramm sollen die Jungunternehmer lernen, ihre Botschaft möglichst einfach zu vermitteln, oder, wie es John Vlachoiannis in einem Interview bei der Zeitrschift EMEA sagte: „Wenn du deine Mutter nicht von der Idee überzeugen kannst, wie willst du dann einen Investor überzeugen?“ (Interview auf Griechisch in EMEA). Darüber hinaus lernen sie, erste Schritte im Marketing zu gehen. Wie mache ich auf mich aufmerksam? Wie komme ich an potentielle Nutzer? Und am Ende steht natürlich, dass das Produkt möglichst schnell auf den Markt muss, um dort auch getestet zu werden.

Das Finale

Von den 12 Startups wird eins sofort von Mind the Bridge finanziert. 3 weitere kommen auf die Short-List und haben auch die Chance, finanziert zu werden.

Ich habe mir die Startups angeschaut. Viele sind sicher noch sehr rudimentär, aber einige haben ein echtes Potential. In jedem Fall bin ich mir sicher, dass alle viel bei diesem Programm lernen. Den Sieger werde ich auch hier auf dem Blog vorstellen.