Venture Capital, Incubators und Co-Working-Spaces in Griechenland

Neue Infrastruktur für Startups, Innovation und Unternehmertum

Eine der interessantesten Beobachtungen, die ich in den letzten Monaten bei meinen Recherchen und Interviews gemacht habe, ist, dass sich in Athen und anderen Städten Griechenlands langsam eine ganz neue Infrastruktur an Netzwerken, Geldgebern, gemeinschaftlichen Arbeitsräumen, Veranstaltungen, Blogs und Webseiten rund um die Themen Startups, Innovation und Unternehmertum entwickelt. Die ist auch notwendig, um die neue Dynamik der Geschäftsgründungen und Innovationen zu befeuern.

Ich weiß nicht, ob es möglich ist, eine vollständige Liste zu erstellen, aber ich wollte zumindest mal anfangen, die wichtigsten Initiativen, Funds, Co-Workings-Spaces etc., die mir im Laufe meiner Aktivitäten begegnet sind, aufzulisten. Ich aktualisiere die Liste, wenn mir wieder etwas Neues begegnet. Eure Kommentare zu weiteren Initiativen, die ich aufnehmen sollte, sind mir sehr willkommen!

Venture Capital, Funds

Incubators und Accelarators

Co-Working-Spaces

Weitere Initiativen:

  • opencoffee: Manche sagen, dass mit opencoffee alles begann. Am Anfang waren es 20-30 Enthusiasten in Athen, die sich regelmäßig getroffen haben. Inzwischen organisiert opencoffee regelmäßig Veranstaltungen von und für Startups mit mehreren hundert Teilnehmern in vielen Städten Griechenlands.
  • Athens Startup Weekend: Der Athener Ableger der Startup Weekend Reihe der Kauffmann Foundation. Für Studenten auch die Athens Startup Weekend University

Übersichtsseiten und Beiträge Dritter (nur englischsprachige)

locish

Der beste Ratgeber ist immer noch der Mensch

Ich war schon sehr oft geschäftlich in unterschiedlichen Städten in ganz Europa unterwegs. Zwischen Hotel, Meetings, Flughafen oder Bahnhof hat man oft etwas Leerlauf und fragt sich, ob es nicht eine gute Gelegenheit wäre, eine aktuelle Ausstellung zu besuchen, etwas Typisches für die Stadt zu essen, in eine nette Buchhandlung zu gehen oder einfach nur ein schönes Café zu finden. So ging es mir beispielsweise in Wien, als ich die Zeit bei Kaffee und Kuchen in einem typisch Wiener Kaffeehaus mit WLAN verbringen wollte. Die 3 Personen, die ich auf der Straße gefragt habe, haben mich nur irritiert angeschaut oder mir den nächsten Starbucks empfohlen … Zwar ist der Mensch wirklich der beste Ratgeber, aber wen spricht man am besten an, wenn man mitten in einer fremden Stadt steht?

Sozialer Marktplatz für persönliche Reise-Tipps

„Wirklich gute und vor allem aktuelle Tipps bekommt man nur von Menschen“ dachten sich Alex Christodoulou und Gregory Zontanos und gründeten 2012 kurzerhand locish. Das griechische Unternehmen will Reisenden eine schnelle und einfache Möglichkeit bieten, Fragen an Einheimische zu stellen. „Je dringender und wertvoller die Information ist, desto mehr ist jemand auch bereit, dafür zu zahlen“, erklärten mir die beiden Gründer.

Natürlich gibt es im Internet tausende Foren, Empfehlungsseiten wie tripadvisor oder Anwendungen wie foursquare, aber ersetzen die wirklich eine persönliche Empfehlung? Wenn man es eilig oder einfach keine Lust hat, sich stundenlang durch das Informationsrauschen des Internets zu bewegen, dann ist es Zeit, locish zu probieren.

locish bringt den Informationsbedarf von Reisenden über eine gemeinsame Plattform mit Einheimischen (Locals) zusammen. Als Reisender kann ich meinen Frage stellen und sagen, wie viel mir die Antwort wert ist. Die Frage wird an passende Personen geschickt, die dann möglichst schnell eine Antwort senden.

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Um die Sichtbarkeit und Qualität der Antworten zu verbessern, können gute Locals Auszeichnungen (Badges) bekommen. Das Prinzip ist ähnlich wie bei foursquare, indem Nutzer für die Anzahl und Qualität ihrer Information ausgezeichnet werden und diese Auszeichnungen öffentlich sichtbar sind.

Das Unternehmen und die Gründer

Die beiden Gründer von locish haben viele Jahre Berufserfahrung im Marketing und in der Softwareentwicklung und eigentlich keine Not, ein neues Unternehmen zu gründen. Dennoch hat sie die Idee so sehr fasziniert, dass sie ihre Jobs gekündigt und sich auf das Wagnis eines Startups eingelassen haben. „Das Geschäftsmodell ist neu und natürlich auch die Technologien“, so die beiden Gründer am Telefon. Ob ihre Idee und das Geschäftsmodell aufgehen, wird sich zeigen, aber die ersten Zeichen sind sehr positiv: Innerhalb weniger Wochen hatten sie bereits weit über 1000 Nutzer in Athen und planen in den nächsten Monaten eine weitere Großstadt außerhalb Griechenlands anzugehen. Ihre ersten Schritte machten sie komplett ohne Budget. Wie sie selbst in ihrem Blog  schreiben, haben sie die ersten 1000 Nutzer nach 2 Monaten mit einer 0€-Kampagne erreicht – gefeiert habe sie das mit einem 5€ Champagner. Seit gestern habe sie nun auch die Mittel, ihre Marketing-Aktivitäten auszubauen: Die Plattform steht, die Software ist in den App-Stores erhältlich und seit gestern ist es offiziell: Open Fund hat die ersten 60.000€ pre-seed-Kapital dazugegeben.

Die beiden Gründer bei meinem Besuch im Januar im Colab Athens. Müde aber glücklich

Die beiden Gründer bei meinem Besuch im Januar im Colab Workspace Athen. Müde aber glücklich

Ich drücke ihnen die Daumen! Hoffentlich kann ich schon bald bei meinen Geschäftsreisen die Reisetipps per locish abrufen.