GRexit #7: Friends4Media übernimmt Quizdom

Ok, das ging jetzt unerwartet schnell. Die Tinte von meinem Blogbeitrag war noch nicht ganz trocken und da hat Quizdom schon seinen Exit angekündigt. Und offensichtlich wieder eine Deutsch-Griechische Freundschaft: Friends4Media ist eine deutsche Spieleschmiede, die jetzt Quizdom in ihr Portfolio aufgenommen hat. Wie aus der Pressemeldung zu entnehmen ist, planen sie starkes Wachstum mit der Marke Quizdom, die sie in mehreren Märkten in Europa, Asien und Südamerika starten wollen. Die Entwicklung bleibt wohl in Griechenland und wenn man sich die Seite von Friends4Media anschaut, meinen sie es sehr ernst und haben gleich eine ganze Reihe an Stellen ausgeschrieben.

Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg noch als Teil von Friends4Media.

Fresh Strips

Mit Werkstoffkunde gegen Lebensmittelvergiftungen

Griechisches Startup_Fresh Strips_LogoIch habe bisher noch nie darüber nachgedacht, aber wenn man sich offizielle Zahlen zu Lebensmittelvergiftungen anschaut, dann wird einem gleich ganz schummerig. Laut CDC erkrankt einer von sechs US-Amerikanern pro Jahr an einer Lebensmittelvergiftung. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben weltweit gar 420.000 Menschen jährlich daran. Wer gleich denkt, das betrifft nur die Dritte Welt, liegt falsch: In Europa sind es auch erstaunliche 23 Millionen Krankheitsfälle und 5.000 Tote pro Jahr.

Das sind unvorstellbar hohe Zahlen und einen sehr großen Anteil daran hat ein vermeintlich kleines Thema: die Unterbrechung der Kühlkette bei der Zulieferung oder im Haus. Lebensmittel werden kilometerweit transportiert und dann zu Hause gelagert und wenn irgendwo in der Lieferkette oder zu Hause die Kühlung unterbrochen wird, steigt das Risiko einer Lebensmittelvergiftung.

Dauerbeobachtung der Kühlkette

Da man nie ausschließen kann, dass die Kühlkette irgendwo unterbrochen wurde, hat sich das griechische Startup Fresh Strips etwas überlegt: Was wäre, wenn man an der Ware sofort sieht, ob es irgendwo ein Problem in der Kühlung gab. Selbst wenn das Eis oder Fleisch gut aussieht, sollte ein kleiner Streifen auf der Verpackung anzeigen, ob immer die korrekte Temperatur eingehalten wurde. Um dies zu erreichen, entwickeln die Gründer von Fresh Strips einen Sticker, der im normalen Kühlzustand eine neutrale Farbe hat oder grün ist und sich bei einer gefährdenden Veränderung der Temperatur verfärbt (und beispielsweise rot wird).

Fresh Strips nutzt für dieses Verfahren Flüssigkristalle. „Flüssigkristalle sind extrem günstig, so dass bei Massenproduktion Kosten von nur wenigen Cent anfallen. Darüber hinaus sind sie robuster als digitale Ansätze, wie Data-logger, und haben tolle Farbeigenschaften, die es ermöglichen, Signalfarben für die Warnungen zu nutzen“, so Marios Chryssolouris im Gespräch. Das Interessante ist auch, dass die Streifen in der Produktion für unterschiedliche Temperaturschwankungen kalibriert werden können, da manche Produkte immer gefroren, andere vielleicht nur immer unter einer bestimmten Temperatur gekühlt bleiben müssen. Und das Beste: Wenn sie sich einmal verfärbt haben, wechselt die Farbe der Strips nicht mehr zurück, sobald die Temperatur wieder stimmt. Damit ist sichergestellt, dass auch eine Unterbrechung der Kühlung irgendwann zwischendrin sichtbar bleibt.

Von der Gründung zu den ersten Preisen

Die Idee haben Marios Chryssolouris (CEO)und Koen Nickmanns (CTO) entwickelt. Marios kommt eher aus dem Bereich Consulting und hat u. a. bei Ernst & Young gearbeitet und dort auch andere Startups beraten. Koen beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Flüssigkristallen in der Forschung. Im September 2016 haben sie ihre Idee in einem internationalen Wettbewerb bei Merck in Darmstadt vorgestellt und gleich 50.000 € gewonnen. Weitere Wettbewerbe folgten, wie Get in the Ring in Holland mit 300 Teilnehmern, und erst kürzlich haben sie als eins von fünf Startups unter 1250 Teilnehmern den Hellenic Entrepreneurship Award gewonnen. Das Team ist inzwischen um Fanny Tsironi, Marianna Giannoglou und Alexandros Matthiessen erweitert und wächst von Monat zu Monat.

Die Gründer des Griechischen Startups Fresh Strips

Nächste Schritte

Die Patente wurden eingereicht und die Tests laufen sehr gut. Aktuell reden die Gründer von Fresh Strips auch mit ersten potentiellen Kunden, beispielsweise einer großen Supermarktkette in Griechenland. Im ersten Schritt konzentrieren sie sich auf die Lieferkette von Produktion zum Geschäft (also B2B) und noch nicht bis zum Konsumenten, aber das ist sicherlich ein natürlicher nächster Schritt, so dass vielleicht schon bald alle Frischeprodukte, die wir so im Supermarkt sehen, mit Fresh Strips aus Griechenland versehen werden.

Und bei Lebensmitteln hört das nicht auf. Die Perspektive ist enorm. Die Notwendigkeit der Dauerkühlung besteht auch in anderen Bereichen: Man denke nur an Impfstoffe, die quer durch Afrika transportiert werden. Wie wird da sichergestellt, dass die Impfungen überhaupt noch wirksam sind, wenn sie ankommen? Vielleicht mit Fresh Strips aus Griechenland.

Quizdom & Quizdom Education

Die 7-Milliarden-Fragen-App

iconDie meisten App-Entwickler können davon nur träumen: Man stelle sich vor, man schreibt eine App für Smartphones, die von ca. 20 % aller Bewohner eines Landes genutzt wird. Ich bin mir sicher, davon gibt es nicht viele: Vielleicht Facebook oder Google? Oder eben Quizdom, ein Startup aus Griechenland.

Einfach ausgedrückt ist Quizdom eine Quiz-App, also eine Anwendung für Smartphones, mit der man Fragen zu allen möglichen Themen gestellt bekommt, die man in einer vorgegebenen Zeit beantworten muss. Während ich diesen Artikel schrieb, habe ich mir die App kurz runtergeladen, um die Magie etwas besser zu verstehen …

Und ich bin hängengeblieben …

30 Minuten später musste ich mich quasi zwingen, mit dem Spiel aufzuhören und weiter zu schreiben. Quizdom macht echt süchtig.

Die Fragen sind in 15 Kategorien unterteilt, von Geschichte über Sport und Essen bis hin zu Business. Der Clou ist, dass man nicht alleine spielt, sondern in jeder Partie gegen eine andere Person seiner Stärke. Man fängt selbst bei Stärke 1 von 99 an und kann sich so langsam hocharbeiten. Die Fragen sind von trivial bis sehr intelligent und man lernt dabei teilweise Überraschendes dazu (oder weiß hier jemand, welcher große Physiker gerne mal beim Aufbau des Oktoberfestes mitgeholfen hat?). Neben Fremden als Gegner kann man natürlich auch seine Freunde über Facebook einladen und so gegen seine Bekannten spielen.

Eine eigene Fernsehshow brachte den Durchbruch

Der Höhepunkt des Quizdom-Fiebers in Griechenland war sicher, als ein Fernsehsender die Rechte am Spiel und Namen lizensiert hat. Mit Quizdom the Show hat der Sender Alpha das Spiel ins griechische Fernsehen gebracht und inzwischen haben ca. 2 Millionen Griechen die App installiert. „Besonders stolz bin ich aber auf eine andere Zahl: Die App hat Stand heute bereits über 7 Milliarden Fragen gestellt“, so Trian Xylouris, der Gründer von Quizdom im Gespräch. Man könnte, statistisch gesehen, sagen, dass an jeden Erdbewohner schon mal eine Frage von Quizdom gestellt wurde.

Nächste Station: Deutschland

Nun ist der Markt mit 10 Millionen Einwohnern in Griechenland natürlich endlich. Da Trian selbst in Deutschland aufgewachsen ist, lag es nahe, sich des deutschen Marktes anzunehmen. Neben der griechischen und englischen Version gibt es also seit ca. 6 Monaten Quizdom auch in Deutschland. Das ist übrigens auch die Version, die ich gespielt habe. Und offensichtlich kommt die Anwendung auch hier gut an, was die sechs-stellige Zahl an Installationen in Deutschland belegen.

Der nächste große Schritt: Quizdom Education

Wenn man das Frage-Antwort-Spiel etwas weiter denkt, so sieht man sofort das Potential für alle möglichen Szenarien, in denen man etwas lernen will oder muss. Hierfür hat Trian Xylouris letztes Jahr angefangen, Quizdom Education in Griechenland einzuführen. Während das Spiel eher Allgemeinwissen abfragt und der spielerische Aspekt im Vordergrund steht, richtet sich Quizdom Education an die gezielte Unterstützung beim Lernen und bei der Prüfungsvorbereitung. Hierfür gibt es unterschiedliche Gruppen, wie Abiturprüfung (für das griechische Abitur), Englisch-Sprachzertifizierung (English Lower) oder für Makroökonomie, in Zusammenarbeit mit einem Lehrstuhl einer griechischen Universität.

„Das Prinzip des Quiz ist sehr gut anwendbar auf Prüfungen, für die man viel auswendig lernen und wiederholen muss, bis man den Lehrstoff verinnerlicht hat“, so Trian weiter im Gespräch. Damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für das Unternehmen, die es jetzt systematisch angeht und die Lehr- und Prüfinhalte systematisch ausbaut. Mit der Idee für Quizdom Education ist Trian Xylouris auch beim Hellenic Entrepreneurship Award angetreten und hat vor ein paar Wochen den Preis gewonnen.

TeamNeben dem Gründer Triantafyllos „Trian“ Xylouris besteht das Team noch aus Chris Tsounis, Pavlos Rizos, Konstantinos Ploumidakis sowie Valentina Marousopoulou und Aris Moiras (die nicht im Bild sind).

Ich bin immer wieder überrascht, wie man mit einer guten Idee, ohne Fremdfinanzierung und mit viel Einsatz ein so erfolgreiches Unternehmen aufbauen kann und ich bin mir sicher, dass Quizdom noch einiges bewegen wird.

Wer selbst mitquizzen will kann sich die App ja mal runterladen und mich einladen (Mein Spielername ist „WK21“)

 

GRexit #6: NOOWIT

Es gibt ein Startup aus Griechenland, das mich von Anfang an fasziniert und begleitet hat. Leser der ersten Stunde kennen es vielleicht noch: Es hieß NOOWIT und wollte mit Methoden der künstlichen Intelligenz das Lesen von News persönlicher machen. Ich hatte immer mal wieder Kontakt zu den Gründern und vor allem zu Nikos Nanas und habe die Entwicklung mitsamt Höhen und Tiefen miterlebt. Zwischenzeitlich hatte ich sogar die Idee, dieses Blog auf NOOWIT umzustellen.

Trotz seiner überragenden Technologien in dem Bereich und der wunderschönen Aufmachung der Magazine, die über die Zeit entstanden sind, hat es NOOWIT leider ohne Finanzierung nicht geschafft, sich eigenständig am Markt zu etablieren. Was sie aber geschafft haben, ist Aufmerksamkeit bei anderen Unternehmen im Bereich Publishing zu wecken, denn sie hatten etwas, was viele noch gar nicht oder noch nicht so richtig können: Algorithmen, mit denen Web-Inhalte persönlicher und kontextsensitiver werden.

Dieses Jahr hat dann Atypon, ein sehr renommiertes Unternehmen im Bereich Publishing-Software für große Verlage zugeschlagen und NOOWIT mitsamt Team und Technologie übernommen. Damit entsteht ein neues Büro von Atypon in Thessaloniki.

Ich freue mich, dass mein erstes griechisches Startup seinen erfolgreichen GRexit feiert und gleichzeitig in Griechenland ein Entwicklungshub für ein internationales Unternehmen entsteht.

GRexit #5: Daimler übernimmt Taxibeat für 43 Mio. Dollar

taxibeat-logoEs ist mal wieder Zeit für einen GRexit: Die neueste Meldung, die aktuell den griechischen Teil meiner Timelines bei den Social-Media-Kanälen beherrscht, ist, dass kein geringerer als Daimler das griechische Startup Taxibeat übernommen hat.

Taxibeat war eins der ersten Startups, die ich hier auf dem Blog präsentiert habe (siehe Beitrag). Seitdem verfolge ich nicht nur die Geschicke von Nikos Drandakis und seinem Unternehmen mit großem Interesse, sondern habe vor allem auch die Taxi-App viel und gerne genutzt, wenn ich in Athen war.

Ich vermute, dass die Übernahme für Daimler nur ein Puzzleteil im großen Spiel um die Vorherrschaft im Bereich der TaxiApps (mit myTaxi und gegen Uber) ist, aber für die griechische Startupszene ist es dennoch eine tolle Meldung.

Immerhin hat es Taxibeat geschafft, in wenigen Jahren 100 Mitarbeiter zu beschäftigen und in Athen und Lima (!) die Hauptrolle im hart umkämpften Taximarkt zu spielen (übrigens noch weit vor Uber). Zu den noch spekulativen Zahlen von 43 Mio. Dollar und weiteren Zahlen zu Taxibeat siehe auch den Beitrag von Techcrunch.

Ich persönlich habe sowohl myTaxi als auch Taxibeat schon genutzt und muss sagen, dass mir Taxibeat wesentlich besser gefällt. Vor allem der Fokus auf Qualität und Auswahl der Fahrer ist sehr überzeugend. Meine Hoffnung ist daher, dass sich Daimler nicht nur zwei Märkte, sondern auch ein Stück sehr guter Technologie und erfahrender Mitarbeiter gekauft hat und weiterentwickelt.

Liebe Kollegen von Daimler: Wie wäre es, das Entwicklungszentrum für europäischen Taxi-Apps nach Griechenland zu bringen?

Liater

Der traditionelle Einzelhandel schlägt zurück

Seit Anbeginn des Internets sprechen alle vom E-Commerce und darüber, wie der Online-Handel den traditionellen Einzelhandel verdrängen wird. Folgt man den Meldungen zum Thema, hat man das Gefühl, dass man heutzutage nur noch online einkauft. Fakt ist jedoch, dass immer noch über 92 % des Handels offline stattfindet, also im klassischen Einzelhandelsgeschäft (Quelle). In vielen Ländern ist es vermutlich sogar noch mehr. Ich kann es nachvollziehen. Man will Sachen in der Hand halten, ausprobieren, miteinander vergleichen. Man will die Sachen gleich mitnehmen und zeigen und nicht erst auf den Postboten warten (der blöderweise auch selten zu Zeiten kommt, wenn die arbeitende Bevölkerung zu Hause ist) oder man sieht das Shopping vielleicht sogar als Erlebnis, bei dem man mit Freunden durch die Geschäfte schlendert und zwischendurch etwas isst oder einen Kaffee trinkt oder einfach nur mit den Verkäufern ein Schwätzchen hält und sich beraten lässt.

Forschung und Entwicklung im E-Commerce drehen sich häufig darum, den traditionellen Einzelhandel zu imitieren. Man denke nur an Online-Beratungsangebote (heute Chat-Bots), Produktvideos, 3D-Animationen, Empfehlungssysteme etc. Alles mit dem Ziel, mehr Leute auf die Seite zum bekommen, sie länger auf der Seite zu behalten und natürlich zum Kauf zu animieren (Neudeutsch: die Konversionsrate zu erhöhen).

liater_logo_small Das griechische Startup Liater dreht das Ganze jetzt um und wendet moderne Techniken und Interaktionsmöglichkeiten an, um die paar wenigen Vorzüge des E-Commerce in den traditionellen Einzelhandel zu bringen. Der Name Liater steht übrigens Retail reversed (einfach das englische Wort retail umgekehrt lesen).

Konversionsrate im Laden erhöhen

Schaufenster waren im Einzelhandel schon immer das Mittel schlechthin, um Leute dazu zu bewegen in den Landen zu kommen. Je attraktiver das Schaufenster, desto mehr Leute kommen ins Geschäft, so die These. Liater bietet jetzt quasi ein interaktives Schaufenster an. Im Schaufenster stehen eine Kamera, ein Bildschirm und ein Gerät, das die Bewegung der Passanten aufgreift. Durch wischen und andere Handbewegungen kann sich der Passant durch das Sortiment bewegen und bekommt das Kleidungsstück direkt auf seinen Körper projiziert. Er kann Farben auswählen, sich ähnliche Stücke anzeigen lassen, die Auswahl bewerten und sogar über sein Smartphone und eine URL bzw. einen QR-Code sein Bild mitsamt Kleidung an seine Freunde zur Bewertung schicken. Wenn er will, kann er direkt online bestellen oder, noch besser, einfach in den Laden gehen und das Kleidungsstück persönlich anprobieren und kaufen.

Was sich wie ein Gimmick anhört, hat erstaunliche Wirkung: Wie mir Antonis Argyros, der Gründer und Geschäftsführer von Liater erklärt, „bleiben die Leute länger stehen, schauen sich mehr Produkte an und gehen viel häufiger in den Laden. Um genau zu sein, wir haben gemessen, dass die Konversionsrate bei ca. 31 % liegt, was ungefähr das Achtfache eines Schaufensters ohne Liater ist“.  Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass sich Trauben um das Schaufenster bilden und viel mehr Leute stehen bleiben, um es selbst auszuprobieren oder auch gleich in den Laden gehen.

A/B Testing des Sortiments

Neben der direkten Interaktion mit dem Sortiment des Ladens bietet Liater auch ein ganz anderes Potential für kleine Geschäfte. Üblicherweise müssen die bereits Monate vorab ihre Auswahl an Produkten treffen und vorbestellen, ohne zu wissen, was bei ihrer Kundschaft gut ankommt. Daher gehen einige Läden inzwischen dazu über, Liater zu nutzen, um das nächste Sortiment direkt bei ihren Besuchern zu testen. Durch die Interaktion, Auswahl und Bewertung erfahren sie, welche Modelle gut ankommen und welche nicht, und können somit viel gezielter vorbestellen – denn die Geschmäcker können sich durchaus in jeder Stadt oder Nachbarschaft unterscheiden.

Das Unternehmen, die Gründer und das Geschäftsmodell

Antonis Argyros hat das griechische Unternehmen zusammen mit Stavros Vassos und Marianna Vakalopoulou gegründet. Antonis selbst hatte schon vor vielen Jahren mit seinen Brüdern eine kleine Kette mit Sportwaren gegründet, woher auch die Idee kam. Das Team besteht inzwischen aus 17 Personen und Liater bedient aktuell ca. 50 Einzelhandelsgeschäfte in Griechenland, Holland und den USA. Das Geschäftsmodell basiert auf einem Abonnement-Modell, bei dem man einen überschaubaren monatlichen Preis pro Endgerät zahlt, solange man das Angebot nutzt.

Bemerkenswert finde ich auch, dass einer der Unternehmenspartner das FORTH auf Kreta ist (Foundation for Research & Technology – Hellas), eine der größten Forschungseinrichtungen Griechenlands. FORTH ist nicht nur am Unternehmen beteiligt, sondern hilft auch mit Entwicklern, Forschern und Forschungsprojekten, das Produkte weiterzuentwickeln. Liater ist zu großen Teilen eigenfinanziert, hat allerdings auch kleinere Investments von Odyssey Fund, Metavallon Accelerator und dem Niederländischen Startup Bootcamp sowie Angel-Investoren.

Ich finde die Idee extrem vielversprechend. Die Erfahrung des Teams in künstlicher Intelligenz und im Retail ist ebenfalls beeindruckend und wie die ca. 50 Shops zeigen, funktioniert das Geschäftsmodell auch.

Ich bin gespannt, wann ich die erste Traube vor einem Karlsruher Geschäft sehe, das mit Retail Reversed von Liater ausgestattet ist.

Fundstück #8: Journal 29

Ein Rätsel. Ein Buch. Eine App?

Dimitris Chassapakis scheint es mit Rätseln zu haben. Und er macht es sehr gut, wie wir schon bei none* gesehen haben. Diesmal hat er sich mit Journal 29 etwas einfallen lassen, was mir als Idee besonders gefällt: ein Rätselbuch (so richtig aus Papier), in das man hineinschreiben kann, zeichnen kann, die Seiten rausreißen oder knicken kann, um insgesamt 60 Rätsel zu lösen.

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Hat man eine Lösung gefunden, kann man sie online einreichen und bekommt einen Schüssel zum nächsten Rätsel.

Gerade die Kombination von Buch und online finde ich sehr schön. Perfekt für die Weihnachtszeit vor dem Kamin (den ich leider nicht habe). Die Rätsel sind übrigens auf Englisch.

Noch gibt es das Buch nicht zu kaufen. Dimitris hat eine Kampagne auf Indigogo gestartet, die man unterstützen kann (und dann auch das Rätselbuch bekommt). Wenn genug Unterstützer mit machen, wird es produziert.

Hier geht’s zur Kampagne: https://www.indiegogo.com/projects/journal-29-interactive-book-game#/

Viel Spaß beim Lösen!