Griechische Innovationsinsel auf der Cebit

Kurzes Treffen mit einem der vier „inspirierendsten Startups“ der Cebit

Auf meiner Rückfahrt von einem Kundentermin bin ich noch kurz auf die Cebit gefahren, um zu sehen, wie sich die griechische Startup-Delegation von Intelen auf der Cebit schlägt. Bei der Gelegenheit habe ich mir auch gleich die Halle mit den „50 Top Startups“ von code_n angeschaut. Hier meine Eindrücke:

Insgesamt war der Raum für die code_n Startups etwas spartanisch eingerichtet, aber viele der Ideen, die dort präsentiert wurden, waren inspirierend und ein echter Gegenpol zu der sonst doch recht trockenen Cebit.

Für das griechische Unternehmen Intelen waren die Gespräche mit diversen deutschen Unternehmen und Investoren ein voller Erfolg. Ich muss auch sagen, dass sie vermutlich eins der ausgereiftesten Produkte auf code_n hatten, da sie gerade die Startup-Phase verlassen und erst kürzlich in New York ein Office eröffnet haben. Auf folgender Photographie ein Schnappschuss von einem Screenshot und die mobile App zur Steuerung und zum Monitoring der Smart-Sensor-Anwendung von Intelen.

Intelen_mobil

Offensichtlich hat Ambuzzador eine ähnliche Meinung wie ich und hat Intelen unter die 4 inspirierendsten Startups auf der Cebit gewählt.

Persönlich hat mir übrigens auch das Unternehmen Optimale  aus Brasilien sehr gut gefallen, die eine Hardware-Box für eine Art Smart Metering für Umweltdaten entwickeln. Da ich ein großer Carsharing-Fan bin, sollte ich hier noch flinc erwähnen, die eine Plattform für Mitfahrgelegenheiten für Unternehmen entwickeln. Die Idee kursiert zwar schon seit vielen Jahren, aber vielleicht ist die Zeit nun reif dafür.

Der Startup-Hype hat offensichtlich auch die deutsche Politik erreicht. Nach dem ich schon die ganze Woche mit Meldungen von Politikern bombardiert wurde, die auf code_n waren, tauchte auch prompt Bundesumweltminister Altmaier auf. Hier ein Photo von ihm vor dem Intelen-Stand:

Altmeier_Cebit

Ich habe mich auch gefreut, einen weiteren Gründer von i-kiosk auf der Cebit zu treffen. Hier ein Photo Orestis Tzanetis von i-kiosk zusammen mit Vassilis Nikolopoulos von Intelen.

i-kiosk-intelen

 

Fleksy

Magische Tastatur für Blinde, Blindschreiber und alle, die sich auf den verdammt kleinen Smartphone-Tastaturen andauernd vertippen

Neue Technologien wirken manchmal wie Magie, oder wie es Arthur C. Clark im dritten Clarkschen Gesetzt formuliert: „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

Seit Steve Jobs das tastaturlose Telefon erfunden hat, verzweifeln ganze Generationen T9-gewohnter Viel-SMSler oder Blackberry-Manager, die sich plötzlich bei dem tapsigen Getippe auf ihrer Mini-Tastatur völlig uncool fühlen. Ernster ist das Ganze für Blinde, die an den glatten Edeltelefonen überhaupt keinen Anhaltspunkt mehr haben, wo sich die einzelnen Buchstaben befinden.

Die beiden griechischen Unternehmer und Gründer von Syntellia, Ioannis Verdelis und Kostas Eleftheriou, haben sich dieser Herausforderung angenommen und wollen mit Fleksy eine Tastatur für Smartphones schaffen, die sogar noch Worte erkennt und vorschlägt, wenn man alles falsch getippt hat.

Fleksy_understanding_magic

Wie wild auf dem Display tippen und trotzdem richtig schreiben

Autokorrektur bei kleineren Tippfehlern kennt man schon von klassischen Office-Programmen. Die Forschung hat sich jahrelang auf klassische Keyboards gestützt und wurde vermutlich kalt erwischt, als man ihr die Keyboards sprichwörtlich unter den Fingern weggezogen hat. Es gibt zwar bereits erste Ansätze, das Problem zu lösen, wie Swiftkey oder Swype, bei denen man auf der Tastatur wischt, statt zu tippen, aber Fleksy setzt noch einen drauf.

Wenn man sich die beiden Videos anschaut, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus:

Und noch verrückter ist dieses Interview mit TechCrunch, bei dem die beiden Gründer das Keyboard in der neuesten Beta-Version gleich ganz verschwinden lassen:

Die Technologie hinter der Magie

Auch wenn die Versuchung groß ist, an Magie zu glauben, wenn jemand ohne Tastatur auf dem Bildschirm tippt und dabei noch sinnvolle und korrekte Sätze schreibt – es gibt natürlich einen technologischen Ansatz dahinter. „Wir haben uns eigentlich mit neuen Ansätzen im Bereich der Bilderkennung beschäftigt und da ist Kosta aufgefallen, dass der Ansatz viel besser für Tastaturen passt“, so Ioannis Verdelis. „In Ergänzung zu zahlreichen anderen Algorithmen versucht Fleksy zu verstehen, wo der Benutzer gerade den Buchstaben auf der Tastatur vermutet, statt sich an der tatsächlichen Position zu orientieren“, erklärt Ioannis. Hintergrund ist, dass jedes Wort ein einmaliges Muster auf der Tastatur bildet, also beispielsweise das Wort „banana“. Fleksy versucht daher diese Muster, die der Benutzer auf die Tastatur tippt, zu erkennen und Wörtern zuzuordnen. Das führt dazu, dass selbst, wenn man alle Buchstaben falsch tippt, Fleksy immer noch erkennt, was man eigentlich eingeben wollte.

Im folgenden Bild habe ich mal versucht, das zu verdeutlichen:

Banana

Zusätzlich bietet Fleksy noch einige Hilfsmittel an. So schlägt Fleksy weitere Worte vor, die man durch schieben nutzen kann, und, was besonders hilfreich für Blinde ist, Fleksy liest die Eingaben und Interaktionen vor (ein Feature, dass man als Sehender natürlich ausschalten kann). Im Netz habe ich noch ein nettes Video von einem Blinden gefunden, der gerade Fleksy ausprobiert:

Das Unternehmen und die Gründer

Das Unternehmen hinter Fleksy heißt Syntellia und wurde von Kostas Eleftheriou und Ioannis Verdelis erst 2012 gegründet. Beide sind in Athen zur Schule gegangen und kennen sich seit über 10 Jahren aus ihrer gemeinsamen Studienzeit.

Gründer bei der Arbeit

Während Ioannis sehr erfolgreich als Unternehmensberater in England gearbeitet hat, hat Kostas erste Startups in den USA gegründet. Unter anderem auch BlindType, das sich ebenfalls mit der Verbesserung des Tippens auf Tastaturen beschäftigt hat, und das Google 2010 samt einiger Konzepte in dem Bereich gekauft hat.

Übrigens: Obwohl Fleksy als App zur Verfügung steht, ist das eigentliche Unternehmensziel, die Technologie an Hersteller und Telekommunikationsanbieter zu lizenzieren, sodass sie irgendwann auf jedem Smartphone integriert wird. Aktuell gibt es neben der englischen noch eine spanische Version. Eine deutsche Variante ist in Planung.

GoodLuck

Griechische mobile Einheiten landen in Barcelona

Griechische Startups erobern den Mobile World Congress (WMC)

Der Mobile World Congress (WMC) ist einer der weltweit größten Treffpunkte für mobile Anwendungen. Sicher ist euch schon aufgefallen, dass viele der Innovationen aus Griechenland, die ich auf dem Blog vorgestellt habe, sich auch und gerade mit den neuen Möglichkeiten der mobilen Welt befassen. Wie viele es tatsächlich sind, wurde mir so richtig bewusst, als ich die Teilnehmerliste des WMC in Barcelona gesehen habe.

Dieses Jahr werden 27 griechische Unternehmen auf dem Kongress präsent sein. Das sind mehr Unternehmen als beispielsweise aus dem größeren Italien (17) und gemessen an der Einwohnerzahl sogar mehr als doppelt so viele wie aus Deutschland (95). Die vollständige Teilnehmerliste findet ihr hier. Die Tatsache, dass ich von der Liste der griechischen Aussteller bisher nur warply auf diesem Blog vorgestellt habe, zeigt, dass ich auch nur an der Spitze des Eisbergs kratze.

Die weltweite Verteilung kann man übrigens auf der interaktiven Karte anschauen.

Hier der Ausschnitt aus der Karte mit griechischen Startups. Schön auch zu sehen, die High-Tech-Städte Athen, Thessaloniki, Patras und Iraklion.

Karte Griechenland WMC

Griechische Startup App

Durch eine Initiative von Mobile Monday Athens und aus Anlass des WMC wurde auch eine griechische Startup App entwickelt, die ich mir natürlich gleich runtergeladen habe. Die App wurde mit der Technologie und Unterstützung von Jupitee entwickelt, die ich ja schon auf diesem Blog vorgestellt habe.

greek startup app

Die App enthält nicht nur Informationen über die Unternehmen, die auf dem WMC sind, sondern sie wird sukzessive um alle Startups erweitert, die mitmachen wollen. Auf der App sind bereits 35 Startups, die ich hier jetzt nicht alle aufzählen werde. Unter anderem aber auch fast alle, die ich auf diesem Blog vorgestellt habe, wie bugsense, Daily Secret, dopios, incrediblue, Instabuck, NOOWIT, Parking Defenders, radiojar, taxibeat, WorkableHR.

Bugsense auf Shortlist von TechCrunch

Gefreut hat mich, dass das Unternehmen bugsense auf die sehr exklusive short list von TechCrunch aufgenommen wurde, die nur aus 13 Startups weltweit besteht.

Das ist doch was!

Nachtrag

Ein Freund hat mir gerade noch ein Photo vom griechischen Kiosk geschickt:

20130228-073856.jpg

Nachtrag 2
Bugsense ist unter die 8 besten von TechCrunch Mobile Barcelona gewählt worden

dealingers

Neueste Gadgets billiger kaufen

Die Gründung und Erfolgsgeschichte von ebay in den 1990er Jahren ist inzwischen legendär. Die Idee, Auktionen ins Internet zu bringen, war bahnbrechend und wurde oft und ohne große Erfolge kopiert. Einige frühe Klone, wie das deutsche Startup Alando, haben es immerhin geschafft, aufgekauft zu werden, andere sind einfach untergegangen. ebay ist und bleibt bis heute die Adresse, wenn es um Auktionen im Internet geht. Aber wie das so ist, alle 15 bis 20 Jahre kommen neue Ansätze auf dem Markt, die versuchen, mehr dem Zeitgeist entsprechen.

Das griechische Unternehmen dealingers hat sich auf die Fahne geschrieben, die Grundidee einer Auktion (konkurrierende Preisangebote um ein Produkt) neu zu definieren. Hierfür haben sich die Gründer Ilias Pantelakis und Jacko Carasso ein neues Geschäftsmodell überlegt und in die Tat umgesetzt. Der erste Erfolg zeigt, dass es funktioniert.

Dealinger_Startseite

Das Prinzip: Setzen, sehen, günstiger kaufen

Wenn ich von Zeitgeist spreche, meine ich so etwas wie die riesigen Schlangen, die sich vor den Geschäften (Stores) von Apple bilden, wenn mal wieder das neueste iProdukt auf den Markt kommt. Jeder will heutzutage das neueste, beste, schnellste Gerät haben, am besten, direkt nach Erscheinen. Aber nicht jeder ist bereit, dafür auch den Listenpreis zu zahlen. „Wir konzentrieren uns mit dealingers auf das Segment von hochpreisigen, neuen Produkten und bieten eine einmalige Möglichkeit, diese Produkte weit unter dem Listenpreis zu erwerben“, so Ilias Pantelakis. Die Plattform hat immer eine Auswahl an neuesten Produkten im Angebot. Viel Elektronik, wie Smartphones, Fernseher oder Computer, aber auch mal Damenhandtaschen von Louis Vuitton (Listenpreis 320€). Als Benutzer sieht man das Produkt und den Listenpreis sowie den Button „Schieben um zu sehen“. Will man den aktuellen Preis sehen, zahlt man einen Euro und hat dann sofort und für 10 Sekunden die Möglichkeit, das Produkt zu dem angegebenen Rabatt zu kaufen. Ist einem der Preis immer noch zu hoch und man kauft nicht, senkt sich der Preis automatisch für alle anderen Benutzer um 50 Cent. Mit jedem Klick und jedem Benutzer, dem der Preis immer noch zu hoch ist, wird das Angebot für alle anderen günstiger, bis schließlich einer zuschlägt.

Produkte

„Der Clou ist, dass selbst beim ersten Schieben der Preis mindestens einen Euro billiger ist als der Listenpreis. Man kann also quasi gar nicht verlieren. Benutzer, die ein hohes Risiko eingehen wollen, können auf eine weitere Reduktion warten, Benutzer, die einfach nur ein paar Prozent Rabatt haben wollen, können direkt kaufen“ so Ilias Pantelakis.

Hier noch ein Video zu dealingers (auf Deutsch):

Rabatte und erste Kunden

Während man die Preise beobachtet und sich überlegt, ob man kaufen soll oder nicht, kann man links auch sehen, für welchen Preis ähnliche Geräte in früheren Auktionen verkauft wurden. Die Preise schwanken natürlich je nach Risikobereitschaft der Teilnehmer. „Manchmal sind es nur ein paar Prozent, manchmal auch 50% oder 70% auf den Listenpreis, wie ein iPod, der von 199€ auf 54€ gefallen ist“, so Ilias. Zu den ersten Nutzern und Testern gehörten übrigens zwei weitere griechische Gründer, nämlich die von NOOWIT und incrediblue.

Das Unternehmen und das Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell von dealingers liegt auf der Hand. Sie investieren einen Euro in jeden, der es ausprobieren will. Mit jedem Klick geben sie 50 Cent an die Benutzer zurück und behalten 50 Cent ein. Je günstiger es für den Käufer wird, desto mehr verdient auch dealingers. Sie selbst bezeichnen es als eine Art „reverse auction“, wobei ich sagen würde, dass es etwas weiter geht, da nicht die Menge der gekauften Produkte den Preis reduziert, sondern die Menge der Teilnehmer – also eher eine „crowd auction“.

dealingers_founder

Angefangen hat dealingers Anfang 2012. Die Gründer haben selbst 100.000€ investiert und haben bereits ein erstes Seed-Funding von 150.000€ erhalten. Im November 2012 haben sie noch beim Startup-Wettberwerb „Get in the Ring“ in Griechenland den ersten Preis gewonnen. Obwohl die Plattform erst im Oktober 2012 freigeschaltet wurde, hat sie in Griechenland alleine schon fast 10.000 Nutzer. dealingers expandiert aktuell in die USA. Aber auch in Deutschland kann man den Dienst bereits nutzen – ist ja alles online und es gibt auch eine deutschsprachige Oberfläche.

Aktuell verhandeln die Gründer von dealingers mit weiteren Investoren aus den USA, um die internationale Vermarktung voranzubringen.

Hier noch die Präsentation (Pitch) auf der der Veranstaltung zu „Get in the Ring“ im November 2012:

Ich gehe davon aus, dass das Team den Sprung über den Atlantik schafft. Ich wünsche ihnen noch viel Erfolg.

warply

Sie nehmen es persönlich: Mobile Media Marketing

Da ich dieses Blog eigentlich nicht für Marketingmanager schreibe, fällt es mir diesmal etwas schwer, den Einstieg zu finden. Ich versuche es mal aus meiner persönlichen Sicht, der eines häufig Beworbenen: Irgendwie mag ich Werbung. Allerdings nur, wenn sie mich anspricht, zu meinen Interessen passt und intelligent gemacht ist. Leider ist das nur selten der Fall. Idealerweise findet die Werbung auch den richtigen Zeitpunkt. Wenn ich gerade eine Bar oder Pizzeria suche, habe ich nichts gegen passende Vorschläge. Wenn der Teeladen meines Vertrauens mich beim Stadtbummel darauf hinweist, dass eine neue Teesorte angekommen ist, auch nicht – vor allem, wenn mir als Stammkunde auch noch ein Rabatt angeboten wird. Die Variationen können beliebig vielfältig sein und dabei Spaß machen. Nebenbei: Schlecht platzierte Werbung ist auch für Marketingmanager ein Problem, nicht nur, weil damit potentielle Kunden verärgert werden, sondern auch weil das Gießkannenprinzip sehr teurer ist – und wenig bringt.

Warply_Beispiel

Die Phantasie kennt keine Grenzen

Das griechische Unternehmen Niobium Labs, das von Yiannis Doxaras und Dimitris Togias gegründet wurde, hat mit warply das Thema „mobile Marketing“ auf eine ganz neue Stufe der Personalisierung und Lokalisierung gebracht. Der Dienst lässt sich in jede App integrieren und ermöglicht Marketingmanagern, zielgerichtet Werbung zu schalten, abhängig vom Ort, von Präferenzen oder von aktuellen Ereignissen. George Giannakeas von warply erklärt das so: „Werbende möchten ein Win-Win-Szenario zwischen Werbenden und Beworbenen schaffen. So könnte beispielsweise die Deutsche Telekom als Hauptsponsor von Bayern München noch im Spiel und direkt nach einem Tor das T-Shirt des Torschützen an den ersten verschenken, der auf ‚ich bin der größte FC Bayern-Fan‘ klickt. Oder Heineken könnte einen Ehrenplatz auf der Bank für die zweite Halbzeit verschenken“. Das ergibt natürlich nur Sinn, wenn die Werbung an Besucher im Stadion geht, die tatsächlich Bayern-Fans sind.

Warply_vip

Mehr Beispiele hierzu gibt es auch im Video von warply:

Das Unternehmen und das Geschäftsmodell

Niobium Labs hat vor 3 Jahren als klassischer IT-Dienstleister im Bereich der App-Entwicklungen angefangen und ist innerhalb von kürzester Zeit von 3 auf 22 Mitarbeiter gewachsen. Mit einer Anfangsfinanzierung von 300.000€ ist der Erfolg von warply nach wenigen Monaten bereits so groß, dass es demnächst als eigenständiges Unternehmen ausgegründet wird.

warply funktioniert als Technologieanbieter, der sich über einen monatlichen Beitrag abhängig von der Art der Endgeräte finanziert. Damit ist warply ein Vermittler zwischen den großen Werbeunternehmen und den Unternehmen, deren Apps eine große Verbreitung haben. Besonders für Zeitschriften, die händeringend nach neuen Möglichkeiten suchen, den Anzeigeschwund in Printmedien durch neue Ansätze zu überwinden, ist das ein sehr interessantes Modell. So sind bereits zahlreiche griechische Zeitschriften, aber auch die drei größten griechischen Banken Kunden von warply. Inzwischen expandiert das Unternehmen international mit ersten größeren Erfolgen in Spanien, Lateinamerika und England. Die Referenzen sind bereits jetzt beeindruckend.

Mal sehen, wann der Teeladen meines Vertrauens mich unterwegs auf eine neue tolle Teesorte aufmerksam macht.

intelen

Energiesparen zum Mitmachen

Eins der vielleicht größten Themen der Zukunft ist die Reduktion des Energieverbrauchs. Bei steigenden Energiepreisen, Verknappung der Ressourcen, aber auch und vor allem der Umwelt zuliebe erleben wir in letzter Zeit einen Wettlauf der Technologien und Methoden. Hierbei ist es zunächst einmal wichtig zu wissen, wo und durch welche Verhaltensweisen Energie gespart werden kann.

Intelen Startseite

Intelen Startseite

Genau hier setzt das griechische Unternehmen intelen an und entwickelt nunmehr seit mehreren Jahren Verfahren, um Energieeffizienz in Gebäuden und im Verhalten der Bewohner zu untersuchen und entsprechende Hinweise zu geben, diese zu verbessern. Dabei setzen die beiden Gründer Vassilis Nikolopoulos und Konstantinos Staikos nicht nur auf innovative Technologien, wie Smart Metering, Big Data und Cloud Computing, sondern sie haben ihre Methoden um das Prinzip der Gamification des Energiesparens angereichert – eine Motivation für alle, sich daran zu beteiligen.

Vassilis Nikolopoulos während unseres Gesprächs im intelen Headquader in Athen

Vassilis Nikolopoulos während unseres Gesprächs im intelen-Headquarter in Athen

Analyse in der Cloud

Vassilis Nikolopoulos erklärt den Ansatz von intelen so: „Die Grundidee des Dienstes ist es, große Gebäude mit Smart Meters (intelligente Messgeräte) auszustatten und die Daten den Immobilienverwaltern über das Netz zur Verfügung zu stellen. Über die Echtzeitanalyse der Verbrauchsdaten, aber auch der Temperaturdaten können die Mieter oder die Verwalter Strategien entwickeln, um die Stromkosten zu senken.“ Vassilis hat mir die Anwendung auch live gezeigt. Über den Browser bekommt man einen vollen Überblick in Echtzeit über aktuelle Verbräuche in bestimmten Gebäuden und Gebäudeteilen. Über zusätzliche Analyse-Werkzeuge sieht man auch die Temperaturdaten, um beispielsweise zu prüfen, ob bestimmte Räume schlecht isoliert sind. Zudem lassen sich Vorhersagen über zukünftige Verbräuche treffen. Dadurch sind auch Planspiele möglich, um beispielsweise zu simulieren, welche Baumaßnahme voraussichtlich wie viel Energie einsparen wird.

Einen Einblick  in Anwendung kann man auch über folgendes Video bekommen

Siemens SmartGrid-Preis für Gamification des Stromsparens

Laut Wikipedia (bzw. Sebastian Deterding et al.) bezeichnet man als Gamification die „Anwendung spieltypischer Elemente und Prozesse in spielfremdem Kontext“. Ich würde es etwas einfacher formulieren: etwas, das Spaß macht, motiviert auch – und oft lernt man noch etwas dabei. „Wir haben unsere Analyseumgebung um Gamification-Ansätze und Integration in Soziale Netzwerke erweitert, da dies nicht nur eine tolle Möglichkeit ist, Aufmerksamkeit für das Thema zu wecken, sondern ein Anreiz sein kann, energieeffizientes Verhalten zu fördern“. Der Ansatz von intelen ist übrigens weltweit einmalig und in den USA patentiert.

Um das Verfahren auszuprobieren, hat intelen einen Piloten in 10 Athener Schulen gestartet. Die Schulen wurden alle mit Smart-Meter-Sensoren ausgestattet und die Klassen konnten in Echtzeit ihre Werte sehen und sie mit anderen Klassen über Facebook vergleichen. „Das hat zu einem richtigen Wettbewerb unter den Klassen geführt“ so Vassilis. Der Wettbewerb ging sogar so weit, dass die Schüler einer Schule in Eigeninitiativ einen Elektriker bestellt haben, der einen ganzen Schulflügel mit neuen Schaltern ausgestattet hat, um feingranularer die Stromnutzung pro Zimmer regulieren zu können. Da der Pilot so erfolgreich war, hat intelen jetzt ein neues Projekt gestartet, in das 50 Athener Schulen eingebunden werden.

Für diesen Ansatz wurde intelen übrigens zu einem der Gewinner des Smart-Grid-Preises von Siemens ernannt.

Green-Teams  in Unternehmen

Die Facebook-Integration und Gamification ist für Unternehmen evtl. etwas zu verspielt, aber auch hier funktioniert der Ansatz. „In den Gebäudekomplexen, die wir betreuen, empfehlen wir die Bildung sogenannter Green Teams“, so Vassilis Nikolopoulos. Ein Green Team ist eine Gruppe von Mitarbeitern, denen das Thema Energieeffizienz besonders am Herzen liegt, und die über den Service von intelen informiert werden, wenn in Gebäudeteilen auffällig viel Strom verbraucht wird. Die Green Teams haben dann die Funktion eine Vermittlers und Motivators, indem sie beispielsweise Personen ansprechen, die ihr Licht immer nach Feierabend anlassen oder bei der Geschäftsführung Baumaßnahmen empfehlen, die zu einer Stromkostenreduktion führen könnten.

intelen auf Wachstumskurs und im Finale von code_n auf der Cebit

Angefangen mit einem Startkapital von 250.000 € über private Investoren hat intelen inzwischen 15 Mitarbeiter und wächst in großen Schritten. In Griechenland und Bulgarien werden bereits über 60 Gebäudekomplexe von intelen direkt oder ihre vier Partnerunternehmen betreut. Im Moment sind die Gründer von intelen in den USA auf Partner und Investorensuche. Ich freue mich, dass sie ihre neuen Weiterentwicklungen noch vor den USA in Deutschland offiziell vorstellen werden.

Das intelen auf der Überholspur ist, zeigt auch, dass intelen auf der Cebit im Finale der 50 besten Green Startups von code_n ist, dem internationalen Startup-Wettbewerb auf der Cebit.

Ich finde die Idee und die Umsetzung toll und drücke ihnen die Daumen!

Instabuck

Digitale Güter selbst online vermarkten und verkaufen

Nicht jeder, der ein Buch schreibt, ein Musikstück aufnimmt oder auch Software implementiert, weiß, wie man diese online vermarktet oder online verkaufen kann. Und selbst wenn er es weiß, ist ein eigener Shop mit viel Aufwand verbunden, der sich eigentlich nur bei den wenigsten lohnt. Aus diesem Grund werden digitale Produkte vor allem über die großen Stores wie den App Store von Apple oder Google Play vertrieben, aber die nehmen sehr große Provisionen pro Verkauf und helfen gerade kleineren Autoren, Musikern oder Entwicklern kaum bei der Vermarktung.

instabuck

Genau diese Lücke haben die griechischen Unternehmer aus Thessaloniki, Nick Papanotas, Kostas Theodorou, George Kravas und Panagiotis Mavrikos, gesehen und instabuck entwickelt. Das Problem haben sie, wie so oft, per Zufall entdeckt. Seit ca. drei Jahren führen sie das griechische Unternehmen venturegeeks in Thessaloniki: „Beim Bearbeiten eines Kundenprojekts haben wir festgestellt, dass selbst wir als Experten mehrere Tage benötigen, um die Seite aufzusetzen, die Zahlungsmechanismen umzusetzen, zu testen etc. So kam uns die Idee, eine Plattform zu schaffen, über die ein Musiker oder ein Autor mit wenigen Klicks online gehen kann“ so Nick Papanotas.

In drei Schritten zum eigenen online Shop

Ziel von instabuck ist es, dem Musiker, Autor oder auch Softwareentwickler mit wenigen Klicks alles bereitzustellen, um sein Produkt zu vermarkten und zu verkaufen. Neben der Abwicklung des Zahlungsvorgangs beim Kauf bietet die Plattform auch die Möglichkeiten, einfach eine Landingpage für das Produkt zu erstellen oder ein Affiliate-Programm aufzusetzen, über das andere dann Werbung für das digitale Produkt machen und mitverdienen können.

Sie haben sogar an ein eingebautes A/B-Testing gedacht, also die Möglichkeit unterschiedliche Startseiten parallel zu testen, um herauszufinden, welche für die Kunden am meisten anspricht.

„Wichtig war uns, dass der Künstler direkt vom Kauf profitiert und die gesamten Einnahmen bekommt. Hier unterscheiden wir uns auch von anderen Plattformen, in denen bei jedem Verkauf ein Anteil an die Plattform geht oder eine hohe Einstiegsgebühr verlangt wird“, so Nick Papanotas. Instabuck erhebt nur eine monatliche Gebühr, die von der Anzahl der digitalen Produkte und der Anzahl der Landingpages abhängt – mit 4,99 € im Monat geht’s los. Natürlich gibt es auch eine Möglichkeit die Anwendung kostenlos zu testen.

Das Unternehmen und erste Erfolge

Die Unternehmer von Instabuck haben selbst viele Jahre Erfahrung als Entwickler und Unternehmer mit venturegeeks gesammelt. Vor ca. 1,5 Jahren haben die Gründer mit der Entwicklung von Instabuck begonnen und sind seit wenigen Monaten online. Inzwischen haben sie, ohne viel Marketing zu machen, bereits über 1000 Kunden und sind gerade dabei eine Community aufzubauen. Dass die Nutzung wirklich einfach ist, zeigt auch ihr vielleicht ungewöhnlichster Kunde: ein griechisch-orthodoxer Priester in den USA, der über die Plattform christliche Bücher als e-books vertreibt.

Interessant finde ich auch, dass sie bisher vollständig ohne Fremdfinanzierung ausgekommen sind und das gesamte Projekt neben ihrer Tätigkeit bei venturegeeks hochgezogen haben. Natürlich sind ist Instabuck nicht alleine auf dem Markt, aber gerade die Einfachheit in der Aktivierung, die zusätzlichen Funktionen, wie A/B-Testing und Landingpages, sowie die Tatsache, dass der Künstler das Geld sofort und ohne Abzüge bekommt, macht die Anwendung im Vergleich zu clickbank aus den USA oder dem litauischen Startup sellfy sehr attraktiv.

Der Trend zur Selbstvermarktung von Künstler ist ja sowieso schon da, jetzt gibt es auch ein Werkzeug, mit dem man das sehr einfach umsetzen kann.