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Energiesparen zum Mitmachen

Eins der vielleicht größten Themen der Zukunft ist die Reduktion des Energieverbrauchs. Bei steigenden Energiepreisen, Verknappung der Ressourcen, aber auch und vor allem der Umwelt zuliebe erleben wir in letzter Zeit einen Wettlauf der Technologien und Methoden. Hierbei ist es zunächst einmal wichtig zu wissen, wo und durch welche Verhaltensweisen Energie gespart werden kann.

Intelen Startseite

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Genau hier setzt das griechische Unternehmen intelen an und entwickelt nunmehr seit mehreren Jahren Verfahren, um Energieeffizienz in Gebäuden und im Verhalten der Bewohner zu untersuchen und entsprechende Hinweise zu geben, diese zu verbessern. Dabei setzen die beiden Gründer Vassilis Nikolopoulos und Konstantinos Staikos nicht nur auf innovative Technologien, wie Smart Metering, Big Data und Cloud Computing, sondern sie haben ihre Methoden um das Prinzip der Gamification des Energiesparens angereichert – eine Motivation für alle, sich daran zu beteiligen.

Vassilis Nikolopoulos während unseres Gesprächs im intelen Headquader in Athen

Vassilis Nikolopoulos während unseres Gesprächs im intelen-Headquarter in Athen

Analyse in der Cloud

Vassilis Nikolopoulos erklärt den Ansatz von intelen so: „Die Grundidee des Dienstes ist es, große Gebäude mit Smart Meters (intelligente Messgeräte) auszustatten und die Daten den Immobilienverwaltern über das Netz zur Verfügung zu stellen. Über die Echtzeitanalyse der Verbrauchsdaten, aber auch der Temperaturdaten können die Mieter oder die Verwalter Strategien entwickeln, um die Stromkosten zu senken.“ Vassilis hat mir die Anwendung auch live gezeigt. Über den Browser bekommt man einen vollen Überblick in Echtzeit über aktuelle Verbräuche in bestimmten Gebäuden und Gebäudeteilen. Über zusätzliche Analyse-Werkzeuge sieht man auch die Temperaturdaten, um beispielsweise zu prüfen, ob bestimmte Räume schlecht isoliert sind. Zudem lassen sich Vorhersagen über zukünftige Verbräuche treffen. Dadurch sind auch Planspiele möglich, um beispielsweise zu simulieren, welche Baumaßnahme voraussichtlich wie viel Energie einsparen wird.

Einen Einblick  in Anwendung kann man auch über folgendes Video bekommen

Siemens SmartGrid-Preis für Gamification des Stromsparens

Laut Wikipedia (bzw. Sebastian Deterding et al.) bezeichnet man als Gamification die „Anwendung spieltypischer Elemente und Prozesse in spielfremdem Kontext“. Ich würde es etwas einfacher formulieren: etwas, das Spaß macht, motiviert auch – und oft lernt man noch etwas dabei. „Wir haben unsere Analyseumgebung um Gamification-Ansätze und Integration in Soziale Netzwerke erweitert, da dies nicht nur eine tolle Möglichkeit ist, Aufmerksamkeit für das Thema zu wecken, sondern ein Anreiz sein kann, energieeffizientes Verhalten zu fördern“. Der Ansatz von intelen ist übrigens weltweit einmalig und in den USA patentiert.

Um das Verfahren auszuprobieren, hat intelen einen Piloten in 10 Athener Schulen gestartet. Die Schulen wurden alle mit Smart-Meter-Sensoren ausgestattet und die Klassen konnten in Echtzeit ihre Werte sehen und sie mit anderen Klassen über Facebook vergleichen. „Das hat zu einem richtigen Wettbewerb unter den Klassen geführt“ so Vassilis. Der Wettbewerb ging sogar so weit, dass die Schüler einer Schule in Eigeninitiativ einen Elektriker bestellt haben, der einen ganzen Schulflügel mit neuen Schaltern ausgestattet hat, um feingranularer die Stromnutzung pro Zimmer regulieren zu können. Da der Pilot so erfolgreich war, hat intelen jetzt ein neues Projekt gestartet, in das 50 Athener Schulen eingebunden werden.

Für diesen Ansatz wurde intelen übrigens zu einem der Gewinner des Smart-Grid-Preises von Siemens ernannt.

Green-Teams  in Unternehmen

Die Facebook-Integration und Gamification ist für Unternehmen evtl. etwas zu verspielt, aber auch hier funktioniert der Ansatz. „In den Gebäudekomplexen, die wir betreuen, empfehlen wir die Bildung sogenannter Green Teams“, so Vassilis Nikolopoulos. Ein Green Team ist eine Gruppe von Mitarbeitern, denen das Thema Energieeffizienz besonders am Herzen liegt, und die über den Service von intelen informiert werden, wenn in Gebäudeteilen auffällig viel Strom verbraucht wird. Die Green Teams haben dann die Funktion eine Vermittlers und Motivators, indem sie beispielsweise Personen ansprechen, die ihr Licht immer nach Feierabend anlassen oder bei der Geschäftsführung Baumaßnahmen empfehlen, die zu einer Stromkostenreduktion führen könnten.

intelen auf Wachstumskurs und im Finale von code_n auf der Cebit

Angefangen mit einem Startkapital von 250.000 € über private Investoren hat intelen inzwischen 15 Mitarbeiter und wächst in großen Schritten. In Griechenland und Bulgarien werden bereits über 60 Gebäudekomplexe von intelen direkt oder ihre vier Partnerunternehmen betreut. Im Moment sind die Gründer von intelen in den USA auf Partner und Investorensuche. Ich freue mich, dass sie ihre neuen Weiterentwicklungen noch vor den USA in Deutschland offiziell vorstellen werden.

Das intelen auf der Überholspur ist, zeigt auch, dass intelen auf der Cebit im Finale der 50 besten Green Startups von code_n ist, dem internationalen Startup-Wettbewerb auf der Cebit.

Ich finde die Idee und die Umsetzung toll und drücke ihnen die Daumen!

talentLMS

E-Learning für alle

Obwohl es eigentlich keine richtige Definition für „lebenslanges Lernen“ gibt, werden die meisten mit dem Kopf nicken, wenn man sagt, dass es heute unabdingbar ist, sich ständig weiterzubilden. Ich weiß nicht, ob sich die alten Griechen auch schon Gedanken darüber gemacht haben, aber laut Wikipedia versucht man zumindest seit dem 16. Jahrhundert, das Lernen technisch so zu unterstützen, dass es einfacher wird (in dem Fall mit Ramellis Bücherrad).

Inzwischen hat sich in Universitäten und großen Unternehmen das Prinzip des E-Learning weitgehend durchgesetzt: Statt oder in Ergänzung zu bestimmten Kursen oder Workshops werden für Mitarbeiter und Studenten die Materialien so aufbereitet, dass sie auch zwischendurch einen Kurs besuchen oder eine Übung durchführen können.

Wie machen das aber kleinere Unternehmen, die keine Ressourcen haben, um eine umfangreiche Plattform für ihre Mitarbeiter aufzubauen und diese kontinuierlich mit Inhalten zu füllen?

talentLMS-Startseite

E-Learning in der Cloud

Diese Frage haben sich auch die beiden griechischen Unternehmer Dimitris Tsigos und Athanasios Papagelis gestellt und talentLMS aus der Taufe gehoben. „Wir sind der Überzeugung, dass kleine und mittelständische Unternehmen sich des Themas E-Learning nur annehmen, wenn es extrem einfach für sie ist, ihren Mitarbeitern Lerninhalte bereitzustellen“, so Athanasios Papagelis im Interview. Um das zu erreichen, haben sie ihre ganze Erfahrung aus dem Bereich E-Learning zusammengetragen und ein neues Produkt entwickelt, das sich um das Thema Effizienz und Zeitoptimierung dreht: Wiederverwendung vorhandener Ressourcen als Lerninhalte, wie Videos, Folien etc., vordefinierte Einstellungen, um sehr schnell produktiv gehen zu können, Cloud-basierter Ansatz, um jegliche technische Hürde von den Nutzern fernzuhalten, und Mobilität, da gerade die Zeit, in der man unterwegs ist, optimal für Kurse genutzt werden kann.

Wie einfach es tatsächlich ist, kann man auch in diesem kleinen Video sehen:

Epignosis: Mit eFront bereits Marktführer im Bereich Open Source E-Learning Software

Das griechische Unternehmen Epignosis (Griechisch für „Bewusstsein“), das hinter talentLMS steht, ist bereits heute einer der größten Anbieter von E-Learning-Software weltweit. Angefangen haben sie  als kleiner Dienstleister im Jahr 2003. Den Durchbruch bescherte ihnen das Open-Source-Produkt eFront mit inzwischen über 200.000 Nutzern weltweit. Heute wird eFront in fast alle Vergleichen als erstes oder als eines der ersten Tools genannt (siehe auch Blog schulezweipunktnull oder im webresourcedepot)

Ein kleines Intro in eFront gibt es übrigens hier auf Deutsch:

Das Unternehmen haben die beiden Gründer selbst und ohne Fremdfinanzierung aufgebaut. „Basierend auf unserer Erfahrung mit eFront haben wir mit talentLMS quasi ein internes Startup gegründet, um einen Lücke zu schließen, die für kleine und mittelständische Unternehmen bei der Einführung von E-Learning-Software immer offensichtlicher wurde“ so Athanasios. Der Mut gibt ihnen Recht: Obwohl talentLMS erst im Oktober 2012 online ging, arbeitet die Geschäftseinheit bereits jetzt profitabel. Epignosis ist natürlich nicht alleine auf dem Markt, aber auch andere Unternehmen, wie Litmos (www.litmos.com) oder mindflash (www.mindflash.com), müssen sich erst einmal beweisen.

Optimal für den europäischen Markt

Da viele der anderen Unternehmen sehr auf den englischsprachigen Markt fokussieren, ist das griechische Unternehmen mit seinem Angebot in Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch und – natürlich – Griechisch für den europäischen Markt besonders prädestiniert. Hinzu kommt der Funktionsumfang (siehe auch die YES-Liste), den talentLMS bietet.

Beim Themen Lehren und Lernen hat Griechenland und Europa seit ca. 3000 Jahren die Nase vorne. Da ist es eigentlich selbstverständlich, dass das auch beim Thema E-Learning so ist!