Die meisten Startups haben als schnell wachsendes Technologieunternehmen zwei mögliche Ziele im Auge: Entweder es wird so groß, dass es einen Börsengang schafft, oder es wird groß und relevant genug, um von einem anderen Börsenunternehmen übernommen zu werden (ein „Exit“). Seit gestern ist es offiziell: Bugsense, eines der ersten griechischen Startup-Unternehmen, das ich auf Eulen aus Athen vorgestellt habe, wurde erfolgreich vom börsennotierten Unternehmen Splunk akquiriert.
Herzlichen Glückwunsch Panos und John!
Die Neuigkeiten über den Exit verbreiteten sich gestern wie ein Flächenbrand durch die griechischen sozialen Medien. Man spürt geradezu den Ruck, den dieser Erfolg in der Szene verursacht hat.
Die beiden Gründer von Bugsense, Panos Papadopoulos und John Vlachoyiannis, sind sowieso schon sehr aktive Unterstützer anderer Unternehmer und stehen vielen Startups in Griechenland mit Rat und Tat zur Seite. Unter anderem haben sie auch die Initiative zerofund gestartet, über die ich ja schon berichtet habe. Ich bin daher sicher, dass der Exit von Bugsense der griechischen Startup-Szene nochmal einen ganz neuen Schub verleihen wird.
Bei der Gelegenheit möchte ich noch erwähnen, dass Bugsense einer der meistgesuchten auf meinem Blog war. Vielleicht ist es Zeit für einen Eulen-Aus-Athen-Index für baldige Börsengänge oder Akquisitionen 😉
Ich freue mich damit endlich dem Unwort Grexit eine neue Konnotation geben zu können und begründe damit gleich mal eine neue Serie. Mögen der nächste Grexit kommen.
Weitere Infos zur Akquisition von Bugsense durch Splunk auf Englisch findet man hier:
Schönes Spiel zum Gehirntraining mit Steampunk-Ästhetik
Ich glaube, ich habe es schon mal erwähnt: Ich mag Computerspiele seit meiner Kindheit am Commodore 64. Wie wir im Beitrag über Kinems gelernt haben, können Spiele auch lernfördernd sein. Inzwischen spiele ich nur noch sehr selten und wenn, dann Spiele, die ich mal so nebenbei im Zug oder abends spielen kann, ohne mir gleich einen Tag frei nehmen zu müssen.
Ein Spiel, das es mir in letzter Zeit angetan hat, ist Clockwork Brain vom griechischen Unternehmen und Spielehersteller Total Eclipse. Die Idee ist einfach: In einer Reihe kleiner Wort- und Zahlenspiele kann man seine Geschicklichkeit und sein Gedächtnis trainieren. Das Spiel ist sehr liebevoll designt und die Einzelspiele so originell, dass es unheimlich Spaß macht, die „Challenge“ anzunehmen.
Durch die Spiele wird man begleitet von Sprocket, eine Art viktorianischem Roboter. Überhaupt erinnert das gesamte Design an Steampunk, einer literarischen und künstlerischen Strömung, die moderne und futuristische technische Funktionen mit Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters verknüpft.
Die Basisversion ist kostenlos in App-Stores zu haben. Wer Casual Games zum Gedächtnis- und Geschicklichkeitstraining mag, sollte es einfach mal ausprobieren.
Hier noch mein Highscore. Ich nehme die Challenge auf.
Selbst meine Frau, die eigentlich kein Fan von Computerspielen ist, hat das Fieber schon gepackt.
Besonders gefreut habe ich mich über den dezenten Hinweis, der ab und zu auftaucht: „Clockwork Brain was designed and developed in Greece“.
Für echte Spielefans lohnt sich bestimmt auch ein Blick auf die anderen Spiele von Total Eclipse.
Bei meinen Recherchen nach griechischen Innovationen und Startups ist mir immer wieder eine Vielfalt an unterschiedlichen Designs aufgefallen. Von Font-Designs, die weltweite Anerkennung finden, über modernes Webseiten und klassische Printdesign bis hin zu hochkarätigem industriellen Design ist eigentlich alles vertreten. Seit einiger Zeit überlege ich mir daher schon, wie ich die mal in dieses Blog einbinden kann, ohne ein ganz neues Fass aufzumachen und über jeden tollen Designer einzeln zu berichten.
Die Gelegenheit hat sich dann zufällig ergeben, als ich vor ein paar Monaten in Berlin war und mich mit Max van der Ahé über Setupyourstartup geredet habe. Max erwähnte einen sehr rührigen und sympathischen Griechen, der systematisch ein Netzwerk von Designern aufgebaut hat mit dem Ziel, das europäische und natürlich griechische Design in Asien bekannt zu machen. Eine tolle Geschäftsidee und schöne Geschichte für mein Blog.
Stars brauchen Agenten
Kreative sind Künstler und sollten den ganzen Tag das machen, was sie am besten können, also neue Entwürfe gestalten und sich vorstellen, wie die Zukunft aussehen wird. Um das machen zu können, benötigen sie Leute und Netzwerke, die sich um alles andere kümmern. „Ich wollte eine Plattform und eine Dienstleistung schaffen, mit der ich den besten Designern aus Europa eine Möglichkeit gebe sich in den hoch dynamischen asiatischen Märkten zu präsentieren“. Das Ergebnis ist Desginlobby.asia. Das Unternehmen besteht im Wesentlichen aus zwei Aspekten: Zunächst einmal ist es ein Internetportal, auf der sich teilnehmende Designer präsentieren – die schiere Anzahl und Qualität der Entwürfe macht schon großen Eindruck. Die Liste der Kunden erst recht: Nike, Google, Microsoft, Korres, Bugatti und, und, und.
Hier ein paar ausgewählte Designs:
Was jedoch neben dem Webauftritt der viel wichtigere Teil ist, ist die Organisation, die hinter designlobby.asia steckt. Über ein Partnernetzwerk, vor allem im asiatischen Raum, und 2 große Events werden systematisch Designer aus Griechenland und anderen europäischen Ländern in Asien vorgestellt. „Ich bin wie ein Agent für Hollywood-Stars – nur dass ich eben keine Schauspieler, sondern einige der besten Designer aus Griechenland und Europa vertrete“, so Vassilis. Das zeigt auch die Anzahl an internationalen Preisen, die Designer aus Desginlobby.asia gewonnen haben, u.a. von reddot, die Awwwards, Successfull Design und viele mehr.
Das Geschäftsmodell und der Unternehmer
Vassilios Bartzokas kommt selbst aus dem Bereich Marketing und bezeichnet sich als Business Developer. Vor Desginlobby.asia hat er in Griechenland das Unternehmen Carteco gegründet und geleitet, das heute noch ein führender Anbieter für neue innovative Materialien für Architekten und Designer ist.
Vor einem Jahr hat Vassilis Desginlobby.asia gegründet. Zunächst als Vertretung griechischer Designer. Inzwischen Europäischer und sogar welcher aus Südamerika. Aus privaten Gründen hat er den Sitz übrigens nach Berlin gelegt (also auch kurze Wege für Deutsche Designer) und spannt von dort sein weltweites Netzwerk auf. Designer, die über Designlobby.asia vertreten werden wollen, zahlen einen geringen Beitrag pro Jahr und bei erfolgreicher Vermittlung eine Provision an Desginlobby.asia.
„Ich bin ein Vermittler und Schutzengel für Kreative“, wie er selbst sagt. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
Ich habe eine Liste mit griechischen Unternehmen, die ich demnächst mal auf Deutsch präsentieren möchte. Eins davon war auch heeeelp.me, ein Startup aus Griechenland, das sich zur Aufgabe machen will, die Art zu ändern, mit der sich die Menschen gegenseitig helfen. Ich freue mich, dass mir diesmal die Online-Zeitung Zeitjung.de zuvorgekommen ist.
Eine Bemerkung aus dem Artikel, die auch meinen Beobachtungen entspricht:
„Griechenland bietet der start-up Community hier im Moment sehr viele Chancen was die Vernetzung einzelner Akteure angeht. Jungen Unternehmern wird auf vielen Events und Konferenzen eine Plattform geboten, um sich kennen zu lernen und Ansichten und Visionen auszutauschen. Diese Art des Networking bildet dabei dann die Basis aller Arten von neuen Partnerschaften und Projekten, was man wirklich als sehr glücklichen Umstand beschreiben kann.“
Auch in folgendem Satz finde ich mich natürlich wieder:
Ich finde es toll, dass weitere deutschsprachige Medien die griechische Jungunternehmerwelle entdecken – und das ohne diesen ständigen Hinweis auf die Krise. Ich wünsche heeeelp.me viel Erfolg.
P.S. Falls ihr weitere deutschsprachige Beiträge über griechische Jungunternehmer seht, freue ich mich über einen Hinweis.
P.P.S Den Hinweis habe ich übrigens von John Economou über Twitter bekommen (@hsoc)
Seit dem 10. Juli 2013 arbeite ich mit der Griechenland Zeitung zusammen. Dort findet ihr jetzt eine zehnteilige Serie mit dem Titel Innovation „made in Greece“, in der ich ausgewählte innovative Unternehmen und Startups den Leserinnen und Lesern der Griechenland Zeitung vorstelle. Viele Artikel stammen aus diesem Blog, werden jedoch jeweils aktualisiert und für den Wirtschaftsteil der Zeitung aufbereitet. Die Griechenland Zeitung hat eine Auflage von 10.000, erscheint wöchentlich und ist die größte deutschsprachige Zeitung Griechenlands.
Die Serie startete am 10. Juli 2013 mit einem Beitrag zu Dopios und ist auf zehn Ausgaben ausgelegt. Jede Woche folgt ein weiterer Betrag, den ich dann auch auf diesem Blog unter „Presse“ ergänze.
Spielend lernen nach pädagogischen Gesichtspunkten
Anders als meine Eltern war ich schon als 15-Jähriger davon überzeugt, dass mir die vielen Stunden an Spielkonsolen und vor dem Commodore 64 etwas bringen. Schnelle Reaktionen waren gefragt, Mitdenken und vor allem der Ehrgeiz, auch eine schwierigere Mission zu erfüllen, und natürlich die Bestätigung, wenn man etwas geschafft hat, was ein paar Tage vorher noch unvorstellbar war.
Die Spieleindustrie ist inzwischen eine der Boom-Branchen schlechthin. Viele Eltern denken dabei vermutlich mit Horror an Ego-Shooter oder irgendwelche düsteren Phantasiewelten. In den letzten Jahren wird jedoch immer mehr erkannt, dass Spielen ein Mittel ist, mit dem man gezielt etwas lernen kann. Neudeutsch heißt das Gamification, also die Anwendung spieltypischer Elemente und Prozesse in spielfremdem Kontext (siehe auch hier).
Gamification und Lernen
Oft werden Gamification-Ansätze eher im Aufbau einer Fangemeinde (Community) eingesetzt, wie beispielsweise das Sammeln von Statuspunkten (Badges) bei Locish, die den Ehrgeiz wecken sollen, in einer Gruppe eine gewisse Reputation zu erlangen. Immer häufiger werden auch Techniken entwickelt, innerhalb von Unternehmen oder Schulen per Gamification auf bestimmte Verhaltensmuster aufmerksam zu machen, um diese ins Positive zu ändern, wie es etwa Intelen im Bereich des Energieverbrauchs anstrebt.
Ich bin kein Pädagoge, aber ich vermute, dass Spielen schon immer eine der besten und am wenigsten beachteten Möglichkeiten war, etwas über sich und sein soziales Umfeld zu lernen – und natürlich, um bestimmte Fähigkeiten zu trainieren. Genau hier setzt das griechische Startup Kinems an, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindern mit Entwicklungsstörungen zu helfen, bestimmte Fähigkeiten durch speziell entwickelte und auf die Kinder eingestellte Spiele zu trainieren.
Wissenschaftliche Trainingsmethoden auf Spiele übertragen
Für motorische Störungen oder Lern-, Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörungen, wie Dyslexie, Autismus oder ADHD, existieren viele wissenschaftlich nachgewiesene Trainingsmethoden, mittels derer die Kinder diese teilweise oder ganz abtrainieren können. Typische Probleme sind beispielsweise Schwierigkeiten, Gesehenes mit Bewegungen zu koordinieren, Planung und Durchführung von bestimmten Bewegungsabläufen oder auch Konzentrationsschwierigkeiten oder ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis. „Unsere Idee ist es, diese wissenschaftlichen Methoden und die typischen Übungsaufgaben in Spiele zu übersetzen“, so Michalis Boloudakis, einer der Gründer von Kinems. „Um das zu erreichen, arbeiten wir direkt mit Therapeuten zusammen, die uns die Übungen erklären, die sie mit den Kindern durchführen. Diese Übungen überführen wir dann in einen spielerischen Ablauf.“
Die Technologie für die Spiele basiert auf Microsoft Kinect für Windows, mit der Spieler allein durch Körperbewegungen die Software bedienen können. Ein Beispiel für so eine Übung eignet sich für den Bereich der Grobmotorik. Die traditionelle Methode sieht vor, dass ein Kind mit der Hand immer wieder unterschiedliche, aber gleichmäßige langsame Bewegungen vor einem Spiegel durchführt. Kinems hat genau diese Abfolgen in ein Spiel mit dem Namen Walks übersetzt, in dem der Spieler die Hauptfigur des Spiels entlang eines Pfades an unterschiedlichen Hindernissen vorbei führt.
Viele spezialisierte Spiele, viele Analysemöglichkeiten für die Therapeuten
Sechs solcher Spiele sind schon fertig und das siebte folgt demnächst. „Wir versuchen alle 1-2 Monate ein neues Spiel zu veröffentlichen, das dann immer weitere Übungen enthält“, sagt Michalis. Der rein spielerische Aspekt ist schon ein großer Wert, da Übungen für die Kinder interessanter werden und nicht mehr den Charakter einer Pflichtaufgabe haben.
Allerdings geht die Lösung von Kinems noch wesentlich weiter. Alle Spielestände, Erfolge und Misserfolge werden mit einer zentralen Anwendung synchronisiert, über die Therapeuten nicht nur den Fortschritt beobachten, sondern auch das Spiel konfigurieren können. Wenn sie also merken, dass das Kind eine Übung bereits sehr gut macht, können sie die Übung variieren und den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Ebenso können sie das Tempo drosseln, um dem Kind frühe Erfolgserlebnisse zu geben und weiter mit ihm üben. Über diese zentrale Verwaltung kann darüber hinaus der Therapeut den Fortschritt eines Kindes im Vergleich zur Altersgruppe messen und gegebenenfalls ebenfalls das Programm auf den aktuellen Bedarf einstellen.
Die Unternehmer, das Geschäftsmodell und erste Erfolge
Das Unternehmen wurde im Februar 2012 von Michalis Boloudakis und Simos Retalis gegründet. Das Team besteht außer ihnen aus den vier Entwicklern bzw. Designern Valantis Kefalidis, Akis Volanis, Panos Vlamis und Alexandros Podaras. Besonders wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit Pepi Kolara, Expertin für Therapiemethoden für Kinder mit Behinderungen. Sie testet die Spiele in ihrem eigenen therapeutischen Zentrum und kann dadurch direktes Feedback aus der Praxis geben.
Kinems spricht mit den Spielen ausschließlich Spezial-Therapeuten in entsprechenden Kliniken und Zentren an. Möchte eine solches Zentrum die Spiele in das Therapieprogramm aufnehmen, muss es die Lösung für einen geringen Jahresbeitrag abonnieren und kann dann alle aktuell verfügbaren Spiele für alle betreuten Kinder nutzen. Wenn ein Therapeut der Meinung ist, dass das Kind zu Hause bestimmte Übungen weiter machen soll, kann er den Eltern auch eine kostenlose Home-Edition mitgeben.
„Wo wir auch anrufen, wir stoßen auf großes Interesse“ meint Michalis. „Eigentlich liegt es auf der Hand, die neuen Möglichkeiten von Kinect für die Verbesserung der Grobmotorik zu nutzen“. Vor einem Monat haben sie mit dem Vertrieb angefangen und konnten bereits 10 therapeutische Zentren in Griechenland und Holland gewinnen. Aktuell ist das Team für 3 Monate in Amsterdam bei dem renommiertesten Accelerator, dem Startup Bootcamp. Dass das Team und die Idee nicht nur mich überzeugt hat, zeigt auch, dass Kinems eins der wenigen Startups Europa ist, das von den über 500 Bewerbungen für das Startup Bootcamp ausgewählt wurden. Aktuell sind sie in Gesprächen mit Geldgebern und ich bin sicher, dass sie schnell erfolg haben werden.
Ich bin begeistert von dem Team und der Ausführung und bin mir sicher, dass Kinems noch sehr viel Beachtung in Europa und den USA finden wird.
Zum Schluss noch die offizielle Präsentation über Kinems als Video:
Auch wenn HTML5 einen riesigen Sprung im Bereich der Webentwicklung gemacht hat, kommt es noch bei weitem nicht an die gestalterischen Möglichkeiten professioneller Deskop-Publishing-Werkzeuge heran. Webseiten werden noch eine ganze Weile weniger elegant daher kommen und PDF als Druckformat für Zeitschriften, Kataloge oder auch Firmenbroschüren bleibt weiterhin König.
Dennoch besteht ein immer höherer Bedarf, mit den erzeugten Inhalten und Designs die Leser und Käufer auf unterschiedlichen Kanälen zu bespielen, sei es im Browser, auf dem Smartphone oder dem Tablet. Und wenn man sich die Zeitschriften schon auf dem Tablet anschaut, wären ein paar interaktive Inhalte auch schön. Das griechische Startup LazyPub positioniert sich genau in diesem Markt, PDF-Dokumente auf allen Kanälen zu veröffentlichen mit der Möglichkeit, interaktive Inhalte einzubinden – und das von einer Stelle aus für alle Kanäle.
Die Anwendung
„Durch die vielen neuen Endgeräte, wird es für Anbieter von Publikationen und Dokumenten immer aufwändiger, all diese Endgeräte zu bespielen. Schön gestaltete PDF-Dokumente erzeugen die Publisher sowieso. Der Name LazyPub („fauler Publisher“) spielt daher darauf an, dass es möglichst einfach sein sollte, diesen Veröffentlichungsprozess auf unterschiedlichsten Geräten zu steuern und zu vereinfachen“, so der Gründer Antonis Frigas. LazyPub ist als Dienst im Internet konzipiert, über den der gesamte Prozess der Veröffentlichung neuer Dokumente abgewickelt wird. Der Benutzer lädt seine Dokumente hoch, reichert sie gegebenenfalls noch um interaktive Komponenten an (Videos oder Links im Dokument) und bestimmt, auf welchen Endgeräten sie bereitgestellt werden sollen.
„Neben der Veröffentlichung im Zeitungskiosk (wie Newsstand App auf dem iPad) zusammen mit anderen Zeitungen, können die Inhalte auf einer eigenen Unternehmens-App oder auch im Web bereitgestellt werden, und das alles zeitgleich“, sagt Antonis. Über den zentralen Login kann der Publisher auch immer verfolgen, welches Angebot wie genutzt wird, also beispielsweise wie oft eine Ausgabe heruntergeladen wurde, wie oft sie geöffnet wurde, wie lange sie gelesen wurde oder welche Artikel besonders interessant waren.
Übrigens unterstützt LazyPub auch HTML- und ePub-Dateien.
Der Markt und erste Erfolge
Natürlich fallen einem als erstes Zeitschriften als Zielgruppe ein, doch der Markt ist wesentlich größer: „Von Unternehmen, die ihre Jahres- oder Quartalsberichte in Hochglanz herausbringen, über Produktkataloge bis hin zu Wochenangeboten vom lokalen Supermarkt – alle gestalten ihre Angebote als PDF und suchen nach Möglichkeiten, diese Inhalte einfach und schnell zu verteilen“, erklärt mir Antonis im Gespräch. LazyPub kann über einen geringen monatlichen Beitrag genutzt werden, der abhängig von der Häufigkeit der Veröffentlichung, der Größe der Dokumente und der Downloads ist.
LazyPub hat es bereits vor dem offiziellem Launch in die Shortlist von The Europas 2013 geschafft. Seit März ist der Dienst online und hat bereits einige namhafte Unternehmen als Kunden, wie den Versicherungskonzern Interamerican, den TüV-Austria Hellas , die Zeitschrift EMEA und eins meiner Lieblingsunternehmen Coco-Mat, das vermutlich weltweit eine der besten Matratzen produziert.
Das Unternehmen und die Unternehmer
LazyPub wurde von Dr. Antonis Frigas gegründet. Er hat Informatik in Athen studiert und im Bereich der Bilderkennung promoviert. Antonis hat schon vor mehreren Jahren das Unternehmen beeherd gegründet, das sich in Griechenland als Unternehmen für Apps für Facebook und Smartphones positioniert hat. Die Entwicklung von LazyPub begann im Oktober 2012 und wurde bisher vollständig privat finanziert. Im Team sind neben Antonis Frigas noch Pericles Maravelakis als CTO sowie Christos Tsiavos und Ioanna Kalligerou.
Gestartet ist das Unternehmen in Griechenland, aber Europa und die USA sind schon im Visier. Parallel schaut sich Antonis auch nach potentiellen Investoren um. Bezeichnend fand ich daher das Statement von Antonis in seinem Twitter-Profil, die das Gefühl beschreibt, das viele Startup-Gründer haben, mit denen ich gesprochen habe: “Entrepreneur by day, software engineer by night.”