talentLMS

E-Learning für alle

Obwohl es eigentlich keine richtige Definition für „lebenslanges Lernen“ gibt, werden die meisten mit dem Kopf nicken, wenn man sagt, dass es heute unabdingbar ist, sich ständig weiterzubilden. Ich weiß nicht, ob sich die alten Griechen auch schon Gedanken darüber gemacht haben, aber laut Wikipedia versucht man zumindest seit dem 16. Jahrhundert, das Lernen technisch so zu unterstützen, dass es einfacher wird (in dem Fall mit Ramellis Bücherrad).

Inzwischen hat sich in Universitäten und großen Unternehmen das Prinzip des E-Learning weitgehend durchgesetzt: Statt oder in Ergänzung zu bestimmten Kursen oder Workshops werden für Mitarbeiter und Studenten die Materialien so aufbereitet, dass sie auch zwischendurch einen Kurs besuchen oder eine Übung durchführen können.

Wie machen das aber kleinere Unternehmen, die keine Ressourcen haben, um eine umfangreiche Plattform für ihre Mitarbeiter aufzubauen und diese kontinuierlich mit Inhalten zu füllen?

talentLMS-Startseite

E-Learning in der Cloud

Diese Frage haben sich auch die beiden griechischen Unternehmer Dimitris Tsigos und Athanasios Papagelis gestellt und talentLMS aus der Taufe gehoben. „Wir sind der Überzeugung, dass kleine und mittelständische Unternehmen sich des Themas E-Learning nur annehmen, wenn es extrem einfach für sie ist, ihren Mitarbeitern Lerninhalte bereitzustellen“, so Athanasios Papagelis im Interview. Um das zu erreichen, haben sie ihre ganze Erfahrung aus dem Bereich E-Learning zusammengetragen und ein neues Produkt entwickelt, das sich um das Thema Effizienz und Zeitoptimierung dreht: Wiederverwendung vorhandener Ressourcen als Lerninhalte, wie Videos, Folien etc., vordefinierte Einstellungen, um sehr schnell produktiv gehen zu können, Cloud-basierter Ansatz, um jegliche technische Hürde von den Nutzern fernzuhalten, und Mobilität, da gerade die Zeit, in der man unterwegs ist, optimal für Kurse genutzt werden kann.

Wie einfach es tatsächlich ist, kann man auch in diesem kleinen Video sehen:

Epignosis: Mit eFront bereits Marktführer im Bereich Open Source E-Learning Software

Das griechische Unternehmen Epignosis (Griechisch für „Bewusstsein“), das hinter talentLMS steht, ist bereits heute einer der größten Anbieter von E-Learning-Software weltweit. Angefangen haben sie  als kleiner Dienstleister im Jahr 2003. Den Durchbruch bescherte ihnen das Open-Source-Produkt eFront mit inzwischen über 200.000 Nutzern weltweit. Heute wird eFront in fast alle Vergleichen als erstes oder als eines der ersten Tools genannt (siehe auch Blog schulezweipunktnull oder im webresourcedepot)

Ein kleines Intro in eFront gibt es übrigens hier auf Deutsch:

Das Unternehmen haben die beiden Gründer selbst und ohne Fremdfinanzierung aufgebaut. „Basierend auf unserer Erfahrung mit eFront haben wir mit talentLMS quasi ein internes Startup gegründet, um einen Lücke zu schließen, die für kleine und mittelständische Unternehmen bei der Einführung von E-Learning-Software immer offensichtlicher wurde“ so Athanasios. Der Mut gibt ihnen Recht: Obwohl talentLMS  erst im Oktober 2012 online ging, arbeitet die Geschäftseinheit bereits jetzt profitabel. Epignosis ist natürlich nicht alleine auf dem Markt, aber auch andere Unternehmen, wie Litmos (www.litmos.com) oder mindflash (www.mindflash.com), müssen sich erst einmal beweisen.

Optimal für den europäischen Markt

Da viele der anderen Unternehmen sehr auf den englischsprachigen Markt fokussieren, ist das griechische Unternehmen mit seinem Angebot in Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch und – natürlich – Griechisch für den europäischen Markt besonders prädestiniert. Hinzu kommt der Funktionsumfang (siehe auch die YES-Liste), den talentLMS bietet.

Beim Themen Lehren und Lernen hat Griechenland und Europa seit ca. 3000 Jahren die Nase vorne. Da ist es eigentlich selbstverständlich, dass das auch beim Thema E-Learning so ist!

Instabuck

Digitale Güter selbst online vermarkten und verkaufen

Nicht jeder, der ein Buch schreibt, ein Musikstück aufnimmt oder auch Software implementiert, weiß, wie man diese online vermarktet oder online verkaufen kann. Und selbst wenn er es weiß, ist ein eigener Shop mit viel Aufwand verbunden, der sich eigentlich nur bei den wenigsten lohnt. Aus diesem Grund werden digitale Produkte vor allem über die großen Stores wie den App Store von Apple oder Google Play vertrieben, aber die nehmen sehr große Provisionen pro Verkauf und helfen gerade kleineren Autoren, Musikern oder Entwicklern kaum bei der Vermarktung.

instabuck

Genau diese Lücke haben die griechischen Unternehmer aus Thessaloniki, Nick Papanotas, Kostas Theodorou, George Kravas und Panagiotis Mavrikos, gesehen und instabuck entwickelt. Das Problem haben sie, wie so oft, per Zufall entdeckt. Seit ca. drei Jahren führen sie das griechische Unternehmen venturegeeks in Thessaloniki: „Beim Bearbeiten eines Kundenprojekts haben wir festgestellt, dass selbst wir als Experten mehrere Tage benötigen, um die Seite aufzusetzen, die Zahlungsmechanismen umzusetzen, zu testen etc. So kam uns die Idee, eine Plattform zu schaffen, über die ein Musiker oder ein Autor mit wenigen Klicks online gehen kann“ so Nick Papanotas.

In drei Schritten zum eigenen online Shop

Ziel von instabuck ist es, dem Musiker, Autor oder auch Softwareentwickler mit wenigen Klicks alles bereitzustellen, um sein Produkt zu vermarkten und zu verkaufen. Neben der Abwicklung des Zahlungsvorgangs beim Kauf bietet die Plattform auch die Möglichkeiten, einfach eine Landingpage für das Produkt zu erstellen oder ein Affiliate-Programm aufzusetzen, über das andere dann Werbung für das digitale Produkt machen und mitverdienen können.

Sie haben sogar an ein eingebautes A/B-Testing gedacht, also die Möglichkeit unterschiedliche Startseiten parallel zu testen, um herauszufinden, welche für die Kunden am meisten anspricht.

„Wichtig war uns, dass der Künstler direkt vom Kauf profitiert und die gesamten Einnahmen bekommt. Hier unterscheiden wir uns auch von anderen Plattformen, in denen bei jedem Verkauf ein Anteil an die Plattform geht oder eine hohe Einstiegsgebühr verlangt wird“, so Nick Papanotas. Instabuck erhebt nur eine monatliche Gebühr, die von der Anzahl der digitalen Produkte und der Anzahl der Landingpages abhängt – mit 4,99 € im Monat geht’s los. Natürlich gibt es auch eine Möglichkeit die Anwendung kostenlos zu testen.

Das Unternehmen und erste Erfolge

Die Unternehmer von Instabuck haben selbst viele Jahre Erfahrung als Entwickler und Unternehmer mit venturegeeks gesammelt. Vor ca. 1,5 Jahren haben die Gründer mit der Entwicklung von Instabuck begonnen und sind seit wenigen Monaten online. Inzwischen haben sie, ohne viel Marketing zu machen, bereits über 1000 Kunden und sind gerade dabei eine Community aufzubauen. Dass die Nutzung wirklich einfach ist, zeigt auch ihr vielleicht ungewöhnlichster Kunde: ein griechisch-orthodoxer Priester in den USA, der über die Plattform christliche Bücher als e-books vertreibt.

Interessant finde ich auch, dass sie bisher vollständig ohne Fremdfinanzierung ausgekommen sind und das gesamte Projekt neben ihrer Tätigkeit bei venturegeeks hochgezogen haben. Natürlich sind ist Instabuck nicht alleine auf dem Markt, aber gerade die Einfachheit in der Aktivierung, die zusätzlichen Funktionen, wie A/B-Testing und Landingpages, sowie die Tatsache, dass der Künstler das Geld sofort und ohne Abzüge bekommt, macht die Anwendung im Vergleich zu clickbank aus den USA oder dem litauischen Startup sellfy sehr attraktiv.

Der Trend zur Selbstvermarktung von Künstler ist ja sowieso schon da, jetzt gibt es auch ein Werkzeug, mit dem man das sehr einfach umsetzen kann.

Jupitee

WordPress für Apps

Vor 10 Jahren war es noch unvorstellbar, dass quasi jede Person, jedes Unternehmen, jedes Hotel, jedes Event im Web mit einer eigenen Webseite vertreten sein würde. Über hunderte von entsprechenden Angeboten ist es inzwischen möglich, einfach und mit wenigen Klicks seine eigene Webseite zu erstellen. Ich habe es mit WordPress ja auch geschafft und dafür habe ich mein Informatikstudium sicherlich nicht gebraucht. Ein Unternehmen, das nicht im Internet ist, existiert quasi nicht.

Wenn man nun sieht, wie rasant sich die Entwicklung von Apps entwickelt, dann liegt es auf der Hand sich zu überlegen, wie man die App-Entwicklung selbst genauso einfach machen kann wie die Webseiten-Entwicklung. Genau dieser Frage haben sich die Gründer des griechischen Unternehmens Jupittee gestellt und eine Plattform geschaffen, mit der die „Entwicklung von Apps so einfach sein soll, wie die Entwicklung von Webseiten mit WordPress“, so Dimitris Tsirikos, der zusammen mit Vassilis Salis und Panagiotis Gogos das Unternehmen dinocleus gegründet, dass Jupitee entwickelt.

Das Prinzip

Das Prinzip ist denkbar einfach: Nach der Anmeldung klickt man sich durch einen Wizzard, über den man z. B. die Art des Unternehmens auswählt, das man präsentieren will, und dann Schritt für Schritt durch die einzelnen Menüs und Inhalte, die die App enthalten soll. Über die Jupitee-Preview-App, die man im AppStore kostenlos herunterladen kann, sieht man schnell, wie die fertige App aussieht. Danach gibt man nur die Freigabe und schon geht die App ihren Weg in den Appstore.

„Unsere Zielgruppe sind im Prinzip alle Unternehmen, die neben ihrem Webauftritt eine eigene App haben möchten, seien es Hotels, Restaurants, Hotels, Theater, Musiker, Festivals, Sportvereine, Shops etc. Und davon gibt es unendlich viele“, so Dimitris im Gespräch.

Ich wollte das natürlich gleich mal ausprobieren und habe in 5 Minuten eine kleine App für Eulen aus Athen gebaut:

Eulen aus Athen App

„Als Show-Case bauen wir gerade eine App für die Insel Santorini, um Urlaubern die besten Orte, Strände und Bars zu präsentieren“ erzählt mir Dimitris. Das ist sicher eine tolle Idee, auch für andere Urlaubsorte oder für das Stadtmarketing allgemein.

Das Unternehmen

Im Gegensatz zu vielen anderen Startups haben die drei Gründer Vassilis Salis, Panagiotis Gogos und Dimitris Tsirikos bereits viele Jahre Erfahrung in der Entwicklung und im Aufbau eines Unternehmens. Alle haben früher lange bei Singular Logic gearbeitet, einem der größten IT-Dienstleister Griechenlands, bis sie vor etwas mehr als einem Jahr beschlossen haben, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Erst haben sie sich als App-Entwickler mit dem Unternehmen dinocleus selbstständig gemacht und diverse Umsetzungsprojekte für Apps durchgeführt. Hieraus entstand dann die Idee, einen generischen Mechanismus zu schaffen, um Apps zu entwickeln – das Ergebnis ist Jupitee, das gerade mal seit zwei Monaten online ist und bereits mehrere hundert Anmeldungen hat. Obwohl sie alles ohne Fremdkapital aufgebaut haben, beschäftigen sie bereits 3 weitere Entwickler, die ihnen helfen ihren Traum zu realisieren.

Das Geschäftsmodell

Da der Service komplett über das Internet abgewickelt wird, ist das Geschäftsmodell ein einfaches Abo-Modell. Über eine geringe monatliche Gebühr, die von der benötigten Funktionalität abhängt, kann man seine App gestalten und seinen Kunden bereitstellen. Am Ende macht es die Masse, daher suchen die Gründer aktuell auch Reseller auf der ganzen Welt, die ihre Plattform nutzen, um die Welt mit Apps zu versorgen. Bei Interesse kann ich natürlich gerne einen Kontakt herstellen.

Um es mit den Worten von Jupitee zu sagen: Now it’s App to you!

dopios

Ein Freund zeigt dir die Stadt, die er liebt

Die paar Tage in Wien über Silvester waren toll und wie immer viel zu kurz. Das Beste für mich an Wien und natürlich auch an vielen anderen Städten ist, dass ich dort Freunde habe, die allein schon den Besuch wert sind, und die einem auch die Stadt aus ihrer ganz eigenen Sicht zeigen können. Wäre es nicht toll, wenn man in jeder Stadt einen begeisterten Einheimischen hätte, am besten noch mit ähnlichen Interessen wie man selbst?

Genau das müssen sich die Gründer Alexandros Trimis, Nikos Sarilakis, Anand Henry und Manolis Kounelakis gedacht haben, als sie dopios gründeten. „Dopios“ ist das griechische Wort für „Einheimischer“ (engl. „local“) und verbindet über einen sozialen Marktplatz einheimische Enthusiasten mit Besuchern einer Stadt.

dopios_athen

Erlebe eine Stadt mit Freunden und Gleichgesinnten

„Im Vordergrund von dopios steht die interessante Erfahrung für den Reisenden und der Stolz der Einheimischen, ihre Stadt zu präsentieren“ erklärt mir Alexandros Trimis. Es geht also weniger darum, schnell viel Geld als Führer zu verdienen, sondern darum, interessant Leute kennen zu lernen und etwas Besonderes in einer Stadt zu erleben. Hier bietet ein Einheimischer natürlich ganz andere Einblicke in „seine“ Stadt, als ein Reiseführer. Dabei ist es egal, ob es Ausflüge an besondere Orte sind, Essen bei einer Familie vor Ort, gemeinsames Olivensammeln, ein Kurztrip auf einer privaten Yacht oder eine kleine Motorradtour mit einem Redakteur einer lokalen Motoradzeitschrift, wie im folgenden Video des BBC:

Über die zentrale Webseite www.dopios.com werden sukzessive immer mehr Städte freigeschaltet. Aktuell kann man sich schon bei Einheimischen in Athen und San Francisco melden.

Weit mehr als ein Fremdenführer

dopios ist mehr als ein Fremdenführerportal: „Wir legen sehr viel Wert auf die Qualität der Angebote und haben einen Bewerbungsprozess, über den wir steuern, welche Personen sich bei dopios registrieren“ so Alexandros Trimis. Sie wollen damit vor allem Personen gewinnen, die aufgrund ihrer Interessen auch ein außergewöhnliches Angebot unterbreiten können. So werden die dopios-locals (oder auf Griechisch dopioi) nach Kategorien wie „Kunstliebhaber“, „Shopper“, „Nachteule“, aber auch „Techie“ klassifiziert. Warum sich nicht mal mit einem Hip-Hopper ins Nachtleben von San Francisco stürzen, mit dem Gründer von bugsense eine Bike-Tour durch die Wälder um Athen machen oder mit dem Gründer von Cookisto einen Spaziergang zur Akropolis (sie sind tatsächlich alle bei dopios registriert). Sie haben bestimmt viel Interessantes zu erzählen und auf jeden Fall etwas anderes als eine „normaler“ Fremdenführer.

dopios_rob nasty rocker

Das Unternehmen und die Gründer

Auch wenn der Name „dopios“ supergriechisch ist, müsste ich eigentlich von einem griechisch-amerikanisch-indischem Unternehmen reden. Die beiden Gründer Alexandros Trimis und Nikos Sarilakis haben in Thessaloniki studiert und sind dann nach San Francisco gegangen, wo sie in unterschiedlichen Unternehmen gearbeitet haben. Dort haben sie auch den dritten Gründer Anand Henry kennengelernt, der ursprünglich aus Indien kommt, und gemeinsam das Unternehmen gegründet. Alexandros wird jetzt seine Basis in Athen aufbauen, während Nikos und Anand weiter von San Francisco aus operieren. Wenn Anand dann noch die Basis in Indien aufbaut, haben wir schon ein weltumspannendes Unternehmen 😉

Angefangen hat dopios übrigens mit einem kleinen Facebook-Experiment, in dem sie die Idee vorgestellt haben. Als sie nach 4-5 Tagen bereits über 1000 „Likes“ hatten, haben sie beschlossen loszulegen. Die erste Zeile Code wurde am 10.01.2012 geschrieben, also genau vor einem Jahr und seit Dezember sind sie in der privaten Beta-Phase, um der Anwendung den letzten Schliff zu geben. Athen und San Francisco sind startklar, Istanbul und London sind als nächstes dran. Wenn du deine Stadt liebst und dopios für deine Stadt anbieten willst, dann kannst du dich auch über die Webseite bei den Gründern melden.

Wo ist eigentlich die deutsche Presse?

Neben der griechischen Presse sind auch schon die BBC und der Guardian auf dopios aufmerksam geworden. Wo bleibt eigentlich der Spiegel, die FAZ, die Zeit, der Stern oder meinetwegen auch die Bildzeitung? Ich würde mich freuen, wenn ich mal über so spannende Themen in Deutschland lesen würde und nicht alles selber schreiben müsste.

Wenn dopios nach Karlsruhe kommt, melde ich mich an – versprochen!

weendy

Der Wind zieht auf und bringt Riesenwellen

Was sich für einen Strandspaziergänger oder Schwimmer wie mich eher nach einer Horrormeldung anhört, bedeutet für einen Surfer, Windsurfer oder Kitesurfer das Paradies. Nichts ist für ihn frustrierender, als in voller Montur auf die nächste große Welle zu warten, die nicht kommt, Windstille verdirbt den Spaß. Noch blöder ist es, wenn seine Freunde ihm einen Tag später erzählen, wie toll es bei ihnen war.

Die beiden griechischen Unternehmer Katerina Stroponiati und  Yiannis Varelas, beide leidenschaftliche Surfer, haben aus ihrer Passion eine Idee für ein ausgewachsenes Geschäftsmodell entwickelt und umgesetzt und das Unternehmen weendy gegründet. Sie fragten sich, warum es keine verlässlichen, qualifizierten Informationen in Echtzeit zu Wind und Wellen gibt. Also haben sie das Problem selbst gelöst.

Startseite

Die Idee

Bisher mussten sich Wellenreiter und Surfer über Facebook, Twitter und Co. selbst ihre Informationen organisieren oder sich an Wind-Forecasting-Seiten, wie windalert, windguru oder windfinder, wenden. Allerdings sind solche Informationen nicht sehr verlässlich und selten in Echtzeit. Es gab zwar auch schon Versuche von großen Markenherstellern, wie Nike oder Redbull, das Thema für sich zu erschießen, ihnen fehlte jedoch der Rückhalt in der Community, sodass die Ansätze nicht funktioniert haben.

Katharina und Yannis ziehen das Thema daher ganz anders auf. „Es geht nicht darum, möglichst akkurate Windinformationen zu haben und die Nachkommastellen sind auch egal. Viel wichtiger ist der Spaß-Faktor“ so Katharina und Yannis im Interview. Jeder Nutzer muss daher nicht nur Informationen über Wellen und Wind liefern, sondern auch einen Beweis, in Form von Videos oder Fotos. „Inzwischen übertrumpfen sich die Teilnehmer mit spektakulären Aufnahmen“.

mobile app

Am Anfang die Flaute – jetzt der Sturm

„Angefangen haben wir in Griechenland, wo wir inzwischen über 3000 Mitglieder mit Wind- und Welleninformationen versorgen. Über unsere eigenen Erfahrungen und unsere Freunde haben wir sukzessive die Anwendung weiter entwickelt. Danach sind wir nach England, Italien und Mexiko und dann ins Silicon Valley gegangen.“ Schrittweise haben sie die Anwendung angepasst und die Community ausgebaut – und natürlich immer Spaß dabei gehabt. Das nimmt man ihnen auch sofort ab, wenn sie mit einer Leichtigkeit erzählen, dass sie ein Jahr ihr Geld zusammengekratzt haben und dann mal eben die Koffer gepackt haben und in Silicon Valley gezogen sind, um ihr Netzwerk auszubauen und Investoren für weendy zu finden. Nach vielen Mühen, viel Networking und Überzeugungsarbeit haben sie es fast geschafft: Ihre Ausdauer trägt Früchte und nach einer ersten Finanzspritze von gerade mal 45.000€ stehen sie jetzt vor dem Abschluss einer großen Finanzierungsrunde, um die Anwendung in die benötigte Breite zu bringen.

Das Geschäftsmodell – Wind und Wellen sind keine heiße Luft

Obwohl sie bis November nur in einer sogenannten privaten Beta-Phase waren, haben sie bereits 9000 Nutzer – Freunde haben Freunde eingeladen und die wiederum ihre Freunde. Unter den 9000 Nutzern von weendy sind übrigens bereits ca. 500 Surfer aus Deutschland. Seit Anfang Dezember steht die Anwendung weltweit zur Verfügung und jetzt geht es erst richtig los.

Hier ein kleines Video vom griechischen KiteMag mit Musik von Dionysis Savvopoulos:

Das Geschäftsmodell von weendy funktioniert als übliches Freemium-Modell. Die Anwendung ist kostenlos und die Einnahmen sollen mittelfristig über Zusatzdienste erzielt werden, die Katerina Stroponiati und  Yiannis Varelas schrittweise mit anbieten werden. „Unser Ziel ist es, 200.000 Wassersportler bis Juni 2013 auf dem System zu haben“, sagen sie. Danach wollen sie zusätzliche Dienste anbieten und die Plattform auch nutzen, um beispielsweise zielgerichtete Werbung großer Marken, wie Nike oder Red Bull, einzubinden.

Übrigens hat weendy gerade den ersten Platz bei Ignite Athens 2012 gewonnen. Hier der 5-Min-Auftritt von Katerina Stroponiati:

Der nächste Winter kommt bestimmt

Die Ideen gehen jedoch noch wesentlich weiter und decken quasi den ganzen Sektor der wetterabhängigen Fun-Sportarten ab. Was der Wind beim Kite-Surfen oder die Welle bei Surfen ist, ist der Neuschnee beim Skifahren. Der Markt für Echtzeit-Wetterinformationen für moderne Sportarten ist riesig.

Möge die Welle mit euch sein!

Cookisto

Fast Slow-Food für dich persönlich zubereitet

Gefüllte Tomaten, Giouvarlakia oder Lammbraten mit Kartoffeln als Hauptspeise, kombiniert mit einem Rotwein aus Nemea oder vom Berg Athos und danach noch ein großes Galaktoboureko … Mir läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur daran denke. Entgegen dem in Deutschland verbreiteten Klischee des Griechen mit der Akropolis-Platte ist die griechische Küche am Kreuzweg der Kulturen auf dem Balkan, der Türkei, Italien, dem Nahen Osten sowie Afrika und in Kombination  mit den tausenden endemischen Pflanzen und Kräutern vermutlich eine der vielfältigsten und einfallsreichsten der Welt – glaubt mir, ich habe schon viel gegessen.

CoverPhotoCookisto

Dennoch breiten sich natürlich auch in Griechenland immer mehr Fast-Food-Ketten und Take-Away-Restaurants aus. Wer hat in der heutigen Zeit noch die Muße, sich jeden Tag ein aufwändiges Gericht zu machen – und die sagenumwobene „Μαμά“ ist auch in Griechenland inzwischen Unternehmerin, Professorin, Rechtanwältin und hat Besseres zu tun, als ihrem Sohn das Mittagessen zu bringen.

Hyper-local peer-to-peer marketplace for food

Das griechische Unternehmen Cookisto hat hier als eins der ersten Unternehmen weltweit die Marktlücke entdeckt und entwickelt nach dem Prinzip der hyperlocal-peer-to-peer-Marktplätze (gibt es dafür eigentlich ein deutsches Wort?) eine Plattform, die Köche und Esser („Foodies“) zusammenbringt. Die Grundidee: Wenn jemand für sich selbst oder seine Familie kocht, macht er einfach ein paar Portionen mehr und bietet sie über Cookisto zu einem fairen Preis an. Ein Foodie sieht das Tagesangebot in seiner Nähe und meldet sich an. Der Koch kann die Anfrage annehmen (oder auch nicht) und der Deal ist gemacht. Manche Köche bringen das Essen sogar, wenn es in der Nähe ist.  Es handelt sich damit um ein ähnliches Geschäftsmodell wie schon bei airbnb9Flats oder auch dem griechischen Unternehmen incrediblue, nur eben für selbstgemachtes Essen. Die Idee und Durchführung war so bestechend, dass sie es gleich ins Finale des europäischen Startup-Wettbewerbs in Holland geschafft haben.

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Wer jetzt immer noch kein Hunger hat, kann sich zwischendurch dieses Video anschauen:

Die Gründer und die Geschichte

Michalis Gkontas und Petros Pitsilis haben vor nicht mal einem Jahr die Idee entwickelt und noch Panayiotis Paradellis, Yannis Asimakopoulos und Dimosthenis Nikoudis ins Team geholt. Dabei sind sie von Anfang an sehr professionell vorgegangen und haben (wie inzwischen so häufig in Griechenland) mit einem 0€-Marketing-Budget bereits Erstaunliches erreicht.

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Michalis Gkontas war für ein Jahr nach seinem Studium auf einem Postgraduierten-Studium in Lyon, Shanghai und Boston und hat in diesem Rahmen die Geschäftsidee entwickelt. Kaum war er fertig, hat er losgelegt. „Wir haben im September die Testphasen abgeschlossen und sind seitdem operativ mit Schwerpunkt Athen. Da wir kein Geld für Marketing hatten, haben wir sehr früh mit der Presse in Griechenland gesprochen, die die Idee toll fand und gleich aufgegriffen hat“, sagt Michalis Gkontas. Nach kaum drei Monaten haben sie bereits 4500 Nutzer und auf der Startseite http://www.cookisto.com/ kann man sehen, wo es demnächst etwas Gutes zu essen gibt.

Finanzierung und Expansion

Nach dem erfolgreichen Start sind sie gerade dabei, ihre erste Finanzierung zu sichern, mit der sie in den nächsten 6-9 Monaten in Griechenland weiter expandieren wollen. „Demnächst wollen wir auch eine mobile App bereitstellen, sodass man immer sehen kann, wo es was in der Nähe zu essen gibt“, so Michalis. Das ist sicherlich auch für Touristen interessant, die mal zu Abwechslung selbstgemachtes griechisches Essen genießen wollen.  Auch der nächste Schritt der Expansion Richtung Italien und Türkei ist schon in Planung.

Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch in Athen und habe mich mit Michalis verabredet bei einem Cookisto-Koch in der Nähe schnell etwas Tolles zu essen.

Guten Appetit!

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Daily Secret

Jede Stadt hat ihre Geheimnisse

Ich habe mich oft gefragt, was für mich die Faszination einer Großstadt ausmacht. Es sind selten die „großen“ Sehenswürdigkeiten, sei es die Akropolis in Athen, der Eifelturm in Paris oder die Freiheitsstatue in New York. Vielmehr sind es die kleine Dinge, die man entdeckt, wenn man Bekannte in der Stadt hat, die sich auskennen, oder auf die man durch Zufall stößt, wenn man mehr oder weniger aus Versehen von der Hauptroute abgekommen ist. Es sind die Geheimisse einer Stadt, die vielleicht nur für kurze Zeit erscheinen oder die im Mainstream kaum Beachtung finden, aber umso mehr die Erinnerungen an einen Ort prägen.

So ist es uns ergangen, als wir mitten in Seattle ein kleines Lokal am Wasser entdeckt haben und plötzlich voller Verwunderung in eine andere Welt eintauchten, obwohl wir mitten in der Stadt waren. Oder in Nafplion als wir ins „Lathos Cafe“ gestolpert sind, das zunächst wie ein Trödelladen anmutet und sich dann eher als ein privates Medienkunstmuseum entpuppt, in dem man zwischen lauter selbstgebauten mehr oder weniger sinnfreien Apparaturen seinen Drink nimmt.

So oder so ähnlich muss es auch den Gründern des griechischen Unternehmens Daily Secret ergangen sein, als sie trotz aller aktuellen Problem in Griechenland (oder gerade deshalb) die Schönheit der Stadt in den kleinen Geheimnissen und verwunschenen Orten gesucht und gefunden haben. „Die ursprüngliche Idee stammt von Nikolaos Iosif Kakavoulis. Er hat irgendwann als Good-Karma-Initiative angefangen, in einem WordPress-Blog über seine persönlichen Tipps aus Athen zu schreiben. Er wollte zeigen, warum er sich trotz aller Probleme freut, in Athen zu leben“ sagt Phaedra Chroussos, die zusammen mit Nikos Daily Secret gegründet hat.

Beispiel_Secret aus Athen

Die Idee

Die besten Ideen sind oft ganz einfach: Über die Webseite und per E-Mail veröffentlicht Daily Secret regelmäßig ausgewählte Geheimtipps zu einer Stadt. Wer seine Stadt immer wieder neu entdecken will oder in einer fremden Stadt ist und ab vom Mainstream die Stadt erkunden will, bekommt ausgewählte Empfehlungen zu allem, was die Stadt besonders macht. Dabei geht Daily Secret sehr selektiv vor, ohne die Abonnenten mit Informationen zu überfluten.

Wenn man sich über www.dailysecret.com anmeldet, kann man noch einstellen, welche Städte einen interessieren und in welcher Sprache man die Tipps bekommen will. Da hauptsächlich die Bewohner einer Stadt selbst die Zielgruppe sind, gibt es die Geheimnisse in der Landessprache und auf Englisch.

In jeder Stadt haben sie Insider, die die Geheimnisse aufspüren. Sie werden von einem zentralen Team dabei unterstützt, die Geheimnisse so zu formulieren, damit sie die Qualitätsansprüche von Daily Secret erfüllen. Inzwischen haben sie 68 unterschiedliche Arten von Geheimtipps und eine Vorgehensmodell, in dem die Schritte zur Beschreibung eines Geheimnisses systematisiert sind.

Vom guten Karma zum ausgewachsenen Geschäftsmodell

Was als Good-Karma-Initiative angefangen hat, hat sich inzwischen zu einem ausgewachsenen Geschäftsmodell entwickelt und Daily Secret expandiert fleißig. Stand heute sind es 21 (!) Städte, weltweit hat das Unternehmen bereits über 600.000 Abonnenten. Bis März sollen es eine Million werden. Neben Athen, Thessaloniki  und Zypern kann man Geheimnisse über Städte wie Mumbai, Shanghai, Ankara, Istanbul, Tel Aviv, Bukarest, Lissabon, Stockholm, Vancouver, San Francisco, Buenos Aires, Lima, Mexico City, Panama und Santiago erfahren.

Das Daily Secret nicht nur eine Schnapsidee ist, sondern international auf dem Vormarsch, zeigt sich auch darin, dass  Endeavour die Unternehmer von Daily Secret zu „high-impact entrepreneurs“ geadelt hat. Darüber hinaus wurde Daily Secret gerade mit 1,8 Mio zusätzlichem Funding ausgestattet (u. a. von BV Capital, die auch schon Groupon oder 9flats groß gemacht haben).

Das Unternehmen finanziert sich ausschließlich über Werbung. Da die Zielgruppe der jungen Städter sehr interessant für die Werbebranche ist, ist Daily Secret – auch ohne das Angebot mit Werbung zu überfrachten – inzwischen profitabel. Übrigens: Griechenland und die Türkei finanzieren dabei aktuell noch die anderen Länder 😉

Wichtig dabei: Die Geheimnisse selbst sind nicht werbefinanziert, sondern werden von lokalen Insidern entdeckt, um sicherzustellen, dass sie auch für die Leserschaft interessant bleiben.

Wien und Berlin sind dabei – und Jobangebote für deutsche Insider

Im deutschsprachigen Raum ist Daily Secret auch aktiv. Seit sieben Monaten veröffentlicht das Unternehmen Geheimnisse aus Wien (die ich gleich mal abonniert habe, da ich ab und zu dort bin) und die Edition für Berlin  ist auch schon freigeschaltet. Geheimtipps für weitere deutsche Städte sind in Planung.

Beispiel_Secret aus Wien

Phaedra Chroussos hat mir das so erklärt: „Wir suchen für jede größere Stadt einen ‚Insider‘, der ca. 5 Geheimnisse pro Woche liefern kann“. Bezahlt wird übrigens unter anderem in Stock Options von einem rasant wachsenden Unternehmen. Also: Wenn ihr eure Stadt liebt und ihre Geheimnisse kennt, nehmt einfach mit Phaedra Kontakt auf.

Demnächst auch mobil

Gespannt bin ich auch auf die mobile App, die aktuell entwickelt wird. Neben den üblichen Geheimnissen wollen die Gründer von Daily Secret stärker die Möglichkeiten der Geolokalisierung nutzen, so dass man auch spontan auf interessante Orte, Restaurants, Bars, Geschäfte etc. in der Nähe aufmerksam gemacht werden kann.

Die Good-Karma-Initiative geht weiter

Sowohl Nikos als auch Pheadra sind erfahrene Unternehmer. „Wir haben selbst Mentoren, die uns helfen und wir helfen wiederum Dritten als Mentoren“, erklärt Phaedra. So unterstützen sie unter anderem durch den Verteiler selbst, aber auch durch Räume und Beratung andere Startups in Athen, die gerade dabei sind ihr Unternehmen zu gründen. Gutes Karma kann man hoffentlich weiter geben.

Ich freue mich über die tolle Idee und ihre Initiative.

Zum Abschluss noch ein schönes Video über Athen von Daily Secret