Startup Safary Athens

Zwei Tage lang die Athener Startup-Szene erleben

Über dieses Blog hatte ich die Gelegenheit, viele Startups und junge Unternehmen aus Griechenland kennenzulernen und ich bin froh darüber, quasi live mitzuerleben, wie sich aus dem Nichts ein ganzes Ökosystem innovativer Unternehmungen in Griechenland gebildet hat. Mein Problem: Es gibt inzwischen so viele Initiativen, Programme, Veranstaltungen und natürlich innovative Gründungen, dass es selbst mir schwer fällt, den Überblick zu bewahren.

StartupSafariAthens_Startseite

Eine gute Gelegenheit, Ein- und Überblick zu bekommen, bietet die „Startup Safary Athens“. Die Idee eines Tages der Offenen Tür für Startups zu machen, kommt übrigens ursprünglich aus Berlin. Vassilis Bartzokas, den wir schon von der Designlobby kennen, hat die Initiative ergriffen und überträgt das Berliner Modell jetzt auf Athen.

Die Safari findet vom 22. bis 23. November 2014 statt. Auch wenn das Programm noch nicht fertig ist, kann man jetzt schon sehen, dass das „Who is Who“ der griechischen Startup-Szene dabei ist. Einige alte Bekannte wie die Gründer von Pollfish, i-Kiosk und Offerial habe ich schon im Programm gesehen und in fast allen Co-working-Spaces, Inkubatoren und „Acceleratoren“ werden zwei Tage lang Kennenlern-Runden und Workshops stattfinden. Sobald das genaue Programm online ist, informiere ich euch darüber.

Ich bin natürlich auch dabei und freue mich auf alte und neue Bekannte und viele neue Ideen, über die ich hier berichten kann.

Zorba the Entrepreneur

Über Rebranding und soziales Unternehmertum

Zorba the EntrepreneurEs ist ein seltenes Phänomen, wenn eine fiktive Person aus einem Roman – und vor allem aus einem Film – das Bild eines ganzen Landes so sehr prägt, wie es vielleicht ein paar tausend Jahre Geschichte nicht können. So geschah es mit Alexis Zorbas, der Titelfigur aus dem gleichnamigen Buch von Nikos Kazantzakis, das 1946 erschien und 1964 mit Anthony Quinn verfilmt wurde. Besonders durch den Film ist Alexis Zorbas zum Sinnbild des Griechen geworden, der tanzende Lebemann, den Millionen Touristen Jahr für Jahr auf den griechischen Inseln gesucht haben und in jedem Griechen im Ausland vermeindlich wiederentdeckten.

Was an Klischee kaum noch zu übertreffen ist, aber dennoch jahrelang wohltuend für die Wirtschaft in Griechenland war, wurde mit der internationalen Finanzkriese zum echten Problem. Wie Peter Economidis schon vor zwei Jahren treffend formulierte, wurde der dionysische Lebemann Zorbas, den die Touristen im Urlaub, verkörpert durch Kostas, Yiannis, Nikos oder Giorgos, liebten (auch wenn er ab und zu den Kaffee vielleicht etwas zu teuer verkaufte) plötzlich zum Sinnbild des griechischen Betrügers und Faulenzers. Econimides nannte es, aus Marketingsicht, ein echtes Branding-Problem für ganz Griechenland.

Diese Entwicklung im Kopf, habe ich mich riesig gefreut, als ich von einer Initiative hörte, die den schillernden Namen „Zorba the Entrepreneur“ trägt. Mit dem Image des Griechen-Zorbas spielend geht es um nicht mehr und nicht weniger, als zur Image-Änderung eines ganzen Landes beizutragen, aber eben auch gleichzeitig darum, ein Unternehmen zu schaffen und soziales Unternehmertum zu unterstützen.

Hinter Zorba the Entrepreneur stecken Stathis Kassios, ein Grieche, der nach seinem Studium in Schweden mitten in der Krise zurück nach Griechenland kam, und Sheridan Tatsuno, ein Silicon-Valley-Unternehmer, Drehbuchautor und Philhellene. Wie mir Stathis erklärt, besteht die Initiative aus drei Teilen: „Sheridan Tatsuno schreibt gerade ein Drehbuch, das die fiktive Geschichte eines Diaspora-Griechen erzählt, der zurück nach Griechenland kommt, um ein Unternehmen zu gründen“. Das Thema ist als Transmedia-Projekt aufgesetzt, soll also die Geschichte über unterschiedliche Medienarten erzählen, vom Film über Soziale Medien und sogar Spiele. Hieraus soll sich ein Netzwerk aus Personen, Unternehmen und Initiativen entwickeln, die die positiven Bilder und Botschaften des neuen Unternehmertums transportieren.

Hellene_Landingpage

„Neben dem Netzwerk und der Botschaft in Zorba the Entrepreneur gibt es eine zweite Säule der Initiative, die um das Thema soziales Unternehmertum und Erzeugung neuer Jobs kreist“, so Stathis weiter. „Unter dem Namen Hellene soll eine Plattform entstehen, die Produkte und Dienstleistungen aus Griechenland positioniert und vermarktet und damit direkt zur Reduktion der Arbeitslosigkeit von Künstlern, Kunstwerkstätten, Handwerkern etc. beiträgt“. Als E-Commerce-Plattform konzipiert soll sie die zentrale Anlaufstelle für Kleinkunst, Handwerk und Kunsthandel aus Griechenland werden. Damit hat sie das Potential, selbst dem kleinsten Teilnehmer persönlich zu helfen, damit auch der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken und das „neue unternehmerische Griechenland“ als Gesamtsystem zu fördern.

Im Moment arbeiten Stathis und Sheridan noch im Bootstrapping-Modus, bereiten also die Bestandteile der Initiative mit eigenen Mitteln und mit ihrem Netzwerk vor. In einigen Monaten wollen sie dann über ein Crowdfunding das Fundament setzen und sukzessive über weitere Beteiligte und Investoren die Initiative zu einem Gesamtunternehmen ausbauen.

Ich persönlich finde die Initiative höchst spannend, da sie weit über die Gründung eines Unternehmens hinausgeht und das Unternehmertum mit einer starken sozialen Komponente und Imagekampagne für das ganze Land kombiniert. Nach dem Lebemann und dem Betrüger wird eine neue Inkarnation von Zorbas geschaffen: die des Unternehmers.

Das passt perfekt in die Motivation von mir und diesem Blog. Ich unterstütze Zorbas the Entrepreneur und Hellene gerne und werde sicher noch ein paar Mal über die Entwicklung berichten.

Liebe Frau Dr. Merkel,

wie ich heute über die sozialen Medien und diverse Artikel in griechischen Online-Zeitschriften erfahren habe, war Ihr Besuch in Griechenland und vor allem ihr Gespräch mit den griechischen Startups ein voller Erfolg. Ein tolles Zeichen dafür ist, dass beispielsweise das EMEA-Portal, das sehr viel über Unternehmertum und Startups in Griechenland berichtet, Sie als „Cool Merkel“ bezeichnet (siehe hier) – ein schöner Titel, der Annäherung und Verständigung verheißt.

Ich bin mir sicher, Sie hatten einige sehr interessante Gespräche; die Liste der Startups, die an dem Meeting teilgenommen haben, ist jedenfalls sehr beeindruckend. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es nicht ganz einfach war, sich alle Ideen, Unternehmen und vor allem auch die Namen der Gründer zu merken. Daher habe ich für Sie hier die Liste der Teilnehmer zusammengestellt. Einige von ihnen habe ich zu deutschsprachigen Artikeln von mir verlinkt, über die Sie einen detaillierteren Einblick in die Technologien erhalten.

Ich hoffe, die Informationen sind für Sie hilfreich und vielleicht interessiert Sie ja als Wissenschaftlerin auch das eine oder andere Thema oder Unternehmen besonders.

Über eine Rückmeldung oder einen Kommentar im Blog würde ich mich natürlich außerordentlich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Wassilios Kazakos

Liste der Teilnehmer mit Verlinkung auf die Artikel, die bereits auf Deutsch vorliegen:

  • Nikos Moraitakis: Workable.
  • Vassilis Stoidis: 7Layers.
  • Kostas Mauroskotis: Food Wealth.
  • Jiannis Papadakis: Pollfish.
  • Aggeliki Papagiannopoulou: Offerial.
  • Dimitris Memos: Marine Traffic.
  • Nikolaos Nanas: Noowit.
  • Anthia Vlassopoulou: Athens Insiders.
  • Vassilis Nikolopoulos: Intelen.
  • Giannis Doxaras: Warply.
  • Andreas Fatouros: Clio Muse.
  • Thanos Papageorgiou: Truck Bird.
  • Stelios Bolanos: Planetek Hellas.
  • Christos Chatziapostolakis: Captainwise.
  • Alexandros Melis: Sponsor Boat.
  • Giorgos Balas: Arura Foods.
  • Giorgos Gatos: Incrediblue.
  • Thanos Kosmidis: Care Across.
  • Thomas Douzis: Ergon Products.
  • Konstantinos Kazanis: Intale.

Das Griechenland der Startups

Griechenland-BlogVon einem Freund und Blog-Follower (übrigens ein Deutscher, der in Griechenland lebt und arbeitet) bin ich heute auf einen Beitrag aufmerksam gemacht worden, den ich euch nicht vorenthalten wollte. Das Griechenland-Blog ist ein Blog, das seit 2009 kontinuierlich aus Griechenland und über Griechenland auf Deutsch berichtet. Es greift dabei auf aktuelle Nachrichten und Meldungen zurück oder kommentiert selbst das Geschehen in Griechenland im Allgemeinen. Immer auf Deutsch. Wie auch die Griechenland-Zeitung richtet es sich an die vielen tausend Deutschen, die in Griechenland leben und arbeiten, und an alle Deutschsprachigen weltweit, die wissen wollen, was in Griechenland gerade los ist.

Mit dem heutigen Beitrag „Das Griechenland der Startups“ fasst es die Themen zusammen, die in den letzten Wochen und Monaten durch die griechischen Zeitungen gegangen sind. Das Thema Startups ist dort sehr heiß und wie ihr ja von mir wisst, passiert dort einiges, was auch über Griechenland hinaus interessant ist. Im konkreten Beitrag werden unter anderem auch die aus diesem Blog bekannten Startups Workable, Taxibeat und Bugsense genannt.

Hier gehts zum Beitrag: http://www.griechenland-blog.gr/2014/03/das-griechenland-der-startups/100493/

Der Titel des Beitrags hätte auch von mir kommen können. Es gibt viel zu berichten und ich freue mich, wenn die Special-Interest-Themen meines Blogs in breiteren deutschsprachigen Medien ihren Platz finden.

Danke an das Griechenland-Blog für die Nennung von Eulen aus Athen als eine der Quellen.

Aufbruchsstimmung in der „Digitalen Welt“

Einige „Eulen aus Athen“ in der Zeitschrift „Digitale Welt“

Letzte Woche kam die erste Ausgabe der Zeitschrift „Digitale Welt“ heraus. Es ist eine neue Zeitschrift, die in Kooperation mit der Gesellschaft für Informatik erscheint, quasi dem Dachverband der Informatiker in Deutschland mit ca. 20.000 Mitgliedern. Sie wird an die Mitglieder verschickt, kann aber auch am Kiosk gekauft werden.

Besonders freut mich, dass es in dieser historischen Erstausgabe mein Beitrag zu Startups aus Griechenland auf die Titelseite geschafft hat. Mir ist es nicht leicht gefallen, eine Auswahl zu treffen, da ich inzwischen auch das ganze Heft hätte füllen können. Also habe ich mich, nach einem Schnelldurchlauf durch die Szene, auf vier Startups konzentriert, die für die Leser hoffentlich auch unter dem Gesichtspunkt der Informationstechnologie interessant sind:

  • NOOWIT – das personalisierte Magazin
  • Jupitee – Apps für Jedermann
  • Fleksy – Intelligente Tastaturen
  • Intelen – Energieeffiziente Gebäude

Genannt werden noch Taxibeat, tradeNOW und i-kiosk.

Einen gewissen Charme hat der Anachronismus: Die „Digitale Welt“ erscheint nur analog (also auf Papier).

Viel Spaß bei der Lektüre!

“Athens tech seen is hot – and getting hotter!” (Neelie Kroes)

Die Europäische Kommission entdeckt griechische Startups

In den letzten Tagen habe ich mich sehr gefreut über eine ungewöhnliche Häufung positiver Meldungen über griechische Startups von der Europäischen Kommission in den Sozialen Medien.

Am 10.01.2014 kam eine Pressemitteilung der Europäischen Kommission mit dem Titel „Hot tech: 7 Greek Start-Ups You Need To Know About!“ heraus. Neben den hier im Blog präsentierten Unternehmen Helic, cookisto und taxibeat waren sogar ein paar dabei, die ich noch nicht kannte. Die muss ich mir wohl mal genauer anschauen (Siehe auch: Pressemitteilung der EU)

Anlass war der Besuch von Neelie Kroes (Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission, zuständig für die Digitale Agenda für Europa) im Orange Grove, einem Co-Working-Space in der holländischen Botschaft in Athen. Facebook und Twitter in Griechenland sind quasi heiß gelaufen und zahlreiche Medien haben hinterher darüber berichtet. Hier beispielsweise ein Beitrag von EMEA-Startups auf Englisch. Schade, dass ich nicht dabei sein konnte.

Nellie Kroes selbst ist übrigens sehr aktiv auf Twitter und versteht es offensichtlich, Leute über die neuen Medien einzubinden. Ihr Fazit auf Twitter hätte auch von mir kommen können, aber so hat es vermutlich eine etwas höhere Verbreitung: “Athens tech seen is hot – and getting hotter!” (@NeelieKroesEU)

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Jahresrückblick 2013

„Mein“ griechisches Startup-Jahr 2013 in Gefühlen, Zahlen und Fakten

Als ich mit dem Βloggen Ende 2012 begann, war ich so stark von den Medien in Deutschland eingelullt, dass ich selbst nur eine vage Hoffnung hatte, über ein paar nette Geschichten aus Griechenland berichten zu können. Ich hatte das Thema extra breit gefasst unter dem Titel „Innovationen aus Griechenland“. Damit wollte ich sicher stellen, dass ich auch genügend Unternehmen und Themen finde, über die ich berichten kann – notfalls über innovative Olivenerntemethoden.

Jetzt, nach meinem ersten vollen Jahr als Blogger, blicke ich zurück und stelle vor allem eins fest: Ich komme nicht mehr hinterher. Um überhaupt noch Herr der Lage zu bleiben, habe ich meinen Fokus stark eingeschränkt (im Wesentlichen auf Startup-Unternehmen im IT-Sektor) und picke mir quasi die Rosinen raus, also Unternehmen, die mir durch ihre Technologie oder ihr Geschäftsmodell besonders auffallen und von denen ich mir vorstellen könnte, dass sie auch international erfolgreich sein können. Das ist oft hart, da für jedes Unternehmen, das ich hier beschreibe, wohl noch 100 weitere stehen, über die man auch berichten könnte.

Mehr aus Neugier als aus einer Strategie heraus hatte ich mir zum Ziel gesetzt, mit den Gründern zu sprechen, bevor ich über die Unternehmen schreibe – denn ich wollte mehr wissen als das, was hier und da in Zeitungen oder auf der Webseite darüber zu finden war. Heute freue ich mich besonders über diese Idee, da ich dadurch sehr viel über das Denken und Handeln griechischer Jungunternehmer gelernt habe – für mich waren die Höhepunkte des Jahres 2013 ganz klar die zahlreichen Gespräche, die ich mit sehr intelligenten, extrem innovationsfreudigen und hochmotivierten jungen Leuten führen durfte.

Ende 2012 habe ich mich noch literarisch versucht, indem ich eine Geschichte geschrieben, in der alle Startups vorkamen, über die ich 2012 geschrieben hatte.  Meine literarischen Ambitionen sind damit erstmal ausgeschöpft, da die Anzahl und Vielfalt der Unternehmen, über die ich 2013 berichtete, ein solches Unterfangen deutlich schwieriger gestalten. Daher diesmal eine Zusammenfassung in Zahlen und Fakten:

Zahlen und Fakten 2013

Anzahl der Beiträge im Jahr 2013 gesamt 41
Anzahl der Gründungen und Gründer, die ich persönlich kennengelernt habe und über die ich gerne noch berichtet hätte über 100
Anzahl der Gründungen, über die ich tatsächlich berichtet habe 26
Monat mit den meisten Beiträgen Mai (7 Beiträge)
Monat mit den wenigsten Beiträgen November (1 Beitrag)  – sorry, da hatte ich wohl zu viel um die Ohren.
Monat mit den meisten Zugriffen Mai (Überraschung!)
Monat mit den wenigsten Zugriffen Juni (Urlaub?)
Beitrag mit den meisten Zugriffen TradeNow – Tauschhandel scheint in Deutschland ein echtes Thema zu sein.
Beitrag mit den wenigsten Zugriffen Fundstück #2 Startopoly  – jetzt schnell noch mal klicken!
Suchbegriffe in Google Deutschland auf die ich besonders stolz bin „griechisches Startup“ (Platz 1) und „Innovationen Griechenland“ (Platz 1)
Anzahl der 8 Startups, die laut Fortune Greece im Jahr 2013 hervorgestochen sind und bereits in Eulen aus Athen beschrieben wurden 6
Land, aus dem die meisten Zugriffe kamen Deutschland
Land, aus dem die wenigsten Zugriffe kamen United Republic of Tanzania
Startup, das mir am besten gefällt Verrate ich nicht
Anzahl griechischer Startups, in die 2013 investiert wurde 28
Anzahl griechischer Startups, in die 2013 investiert wurde und über die auf diesem Blog berichtet wurde 16
Investitionssumme in Startups in Griechenland (Quelle EMEA) 45 Mio. Euro
Anzahl erfolgreicher Exits 1 (Bugsense)

Falls ihr euch fragt, wo die im Titel genannten Gefühle bleiben: Ich habe das Gefühl, ich mach weiter!

Ich wünsche allen Lesern und Gründern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!

Καλή χρονιά με υγεία και επιτυχία σε όλους τους Έλληνες νεοεπιχειρηματίες.

WK mit Eulen