Sind Startups ein Indikator für Verbesserung?

Eben wurde online ein Beitrag der Deutschen Welle mit dem Titel „Erfolgsstorys im Zeichen der Krise“ veröffentlicht. Was mir natürlich gefällt, sind Aussagen wie „Griechenland hat etliche Startups vorzuweisen“. Der Beitrag stellt die interessante Frage, ob das „ein Indikator für wirtschaftliche Erholung“ ist. Vielleicht ist das so, vielleicht führen aber auch die starken gesellschaftlichen Veränderungen einfach zu vielen neuen Ideen und vor allem ermutigen sie die Menschen, neue Wege zu gehen. Damit tragen sie natürlich auch direkt dazu bei, die Wirtschaft wieder auf stabile Beine zu stellen.

Ich freue mich wie immer über einige bekannte Gesichter (diesmal wirklich alle). Neben den Klassikern Taxibeat und Openfund hier noch die fehlenden Unternehmen zu den im Beitrag genannten Personen: longaccess (Panagiotis Vrionis) und Workable (Spyros Magiatis).

Hier gehts zum Artikel: http://www.dw.de/erfolgsstorys-im-zeichen-der-krise/a-17417015

 

goodvid.io

Ein persönliches Video sagt mehr als tausend Worte

Ich weiß nicht, wie viele von euch schon mal online etwas gekauft haben, aber ich bin sicher: Es werden immer mehr (was auch die aktuellen E-Commerce Statistiken belegen. In der Anfangsphase des E-Commerce fehlte vielen Kunden das nötige Vertrauen in die Online-Käufe. Dank Bewertungsmöglichkeiten und Berichten durch Käufer ist das Vertrauen in Produkte und Shops inzwischen wesentlich höher.

Goodvidio_Startseite

In unserem multimedialen Zeitalter reicht das jedoch noch lange nicht aus, außerdem ist das Lesen unzähliger Kritiken anstrengend.  Vielleicht erklärt das die enorme Beliebtheit von Testvideos: Immer mehr Nutzer schauen sich mehr oder weniger professionell erstellte Filmchen an, die irgendein begeisterter oder genervter Käufer in Youtube,  Vimeo oder auf eine spezielle Testfilmseite hochgeladen hat, um ein Surrogat für die direkte Erfahrung zu finden. Das haben auch die Anbieter von Handelsplätzen im Internet erkannt, weshalb sie ihre Beschreibungen immer mehr durch solche, sagen wir unprofessionellen Filme, ergänzen. Das Problem für die Anbieter von Plattformen für den elektronischen Handel ist nun herauszufinden, welche Videos es überhaupt  für ein bestimmtes Produkt gibt und welche dieser Videos geeigneter als andere sind, um potenzielle Käufer zu überzeugen – ein beliebig komplexes und kostenintensives Problem des Information Filtering.

Die besten Erklärvideos automatisch auswählen

Das griechische Startup goodvid.io entwickelt aktuell eine Lösung als Software as a Service (SaaS), mit der Shop-Anbieter ganz einfach ihre Produkte um Erklär- und Testvideos  ergänzen können – und zwar nicht zufällig, sondern gezielt nach vorgegebenen Kriterien.  Die beiden Gründer von goodvid.io Dimitrios Kourtesis und Konstantinos Bratanis erklärten mir das so: „goodvid.io scannt kontinuierlich Videos über Produkte in den großen Videoportalen, kategorisiert diese und sammelt zu den Videos das Nutzungsverhalten. Umgekehrt können Shop-Inhaber angeben, zu welchen Artikeln sie Videos anzeigen wollen und goodvid.io macht ihnen entsprechend Vorschläge“.  Das Einzige, was der Shop-Inhaber noch machen muss, ist, eins oder mehrere der vorgeschlagenen Videos auszuwählen und freizugeben. Über das integrierte Feedback durch die Shops lernt goodvid.io auch selbst ständig dazu, so dass die Auswahl der Videos immer besser wird.

Integration in Shop-Software

Jetzt ist es so, dass fast alle Shops, über die wir täglich einkaufen, auf der Plattform einer der vier großen Anbieter für Shop-Software aufbauen, also Magento, Shopify, BigCommerce oder Volusion. Statt also jeden Shop-Inhaber direkt anzusprechen, vertreibt goodvid.io seinen Dienst als kostenloses Plugin für diese Plattformen. Damit erreichen sie 370.000 Shops weltweit.

Integration von goodvidio

Wir vertrauen Kritikern mehr als Unternehmen

 „Gut gemachte private Videos sind nicht nur für Kunden interessant, sondern auch für Shops. So wurde festgestellt, dass die Kaufwahrscheinlichkeit um bis zu 64 % steigt, wenn neben einem Produkt auch ein Social Video sichtbar ist, also eines, das das Produkt erklärt oder testet“, so Dimitris und Kostas weiter. Interessanterweise gilt das auch für Videos, die nicht nur positiv über das Produkt sprechen. „Der Clou ist Vertrauen“, wissen die beiden Gründer. Es ist wohl erwiesen, dass wir solchen Social Videos deutlich mehr vertrauen als Informationen, die vom Händler selbst kommen.  Was ich nicht wusste: Es gibt sogar Unternehmen, wie das griechische Unternehmen Unboxholics, die sich mit objektiven Bewertungsfilmen ein Renommee geschaffen haben und darüber ihr Geld verdienen.

Das Unternehmen und nächste Schritte

Wie schon bei einigen der Startups, die ich hier beschrieben habe, ging es auch bei goodvid.io Schlag auf Schlag: Die erste Idee wurde im Oktober 2013 geboren, im November hatten die beiden Gründer bereits einen ersten Prototypen, mit dem sie auf dem Startup Weekend Sheffield gleich den zweiten Platz gewonnen haben. Im Dezember waren sie zu Gast bei der Global Startup Battle und haben dort unter 98 Gruppen aus der ganzen Welt auf Anhieb den dritten Platz im Bereich E-Commerce erhalten. Und irgendwann dazwischen habe ich die beiden zufällig im Café Rih in Karlsruhe getroffen (die Welt ist manchmal klein).

Zufälliges Treffen mit den beiden Gründer von goodvid.io Konstantinos Bratanis und Dimitrios Kourtesis im Café Rih in Karslruhe

Zufälliges Treffen mit den beiden Gründer von goodvid.io Konstantinos Bratanis und Dimitrios Kourtesis im Café Rih in Karlsruhe

Seit Januar 2014 gibt es das Unternehmen goodvid.io mit Sitz in der Technopolis in Thessaloniki.  Aktuell sind die beiden in einer privaten Beta-Phase, in der sie mit fünf ausgewählten Shops die Funktionalität testen und ausbauen. Wenn die so weiter machen, bin ich zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr die ersten „good videos“ auf deutschen Shops sehen werden.   

Nur 29,1% wissen, was ein Startup ist

Erste Pollfish-Umfrage zu Startups in Deutschland

Vor einigen Monaten hatte ich über das griechische Startup Pollfish berichtet (siehe hier). Ich fand die Idee bestechend, Umfragen über mobile Geräte zu verteilen, um schneller Ergebnisse zu bekommen und vor allem, um auch Personen unterwegs zu erreichen. Also habe ich mir gedacht, ich probiere es selbst mal aus nach dem Motto „Eat your own dogfood“.

Gesagt, getan.

pollfish_Umfrage

Ich wollte natürlich, einen Bezug zum Blog herstellen und da Pollfish Umfragen weltweit auf 11 Millionen Endgeräten verteilen kann, konnte ich auch meine Zielgruppe auf Deutschland beschränken. Ich habe folgende Fragen gestellt:

  • Wissen Sie, was ein Startup-Unternehmen ist?
  • Was denken Sie über griechische Startups?
  • Von wie vielen griechischen Startups haben Sie schon gehört?
  • Kennen Sie das Blog Eulen aus Athen?

Mir ist klar, dass eine Umfrage mit ca. 200 Teilnehmern nicht wirklich aussagekräftig ist, aber ich fand das Ergebnis dennoch interessant. Hier ein paar Details:

  • Nur 29,1% aller Teilnehmer wissen überhaupt, was ein Startup-Unternehmen ist. In Anbetracht der Wahrnehmung in einer Welt, in der ich mich bewege, ist das sehr ernüchternd. Die Umfrage ging überwiegend an junge Smartphone-Nutzer (bis 34 Jahre). Mich würde interessieren, wie das Ergebnis ausgefallen wäre, wenn man dazu eine breitere Umfrage in anderen Zielgruppensegmenten durchführen würde.
  • Von denen, die wissen, was ein Startup ist, haben 77,8% noch nie von einem griechischen Startup gehört. Ein Lichtblick: Immerhin 5,6% davon behaupten, dass einige der besten Startups aus Griechenland kommen.
  • 7,1% aller Teilnehmer kennen das Blog Eulen aus Athen.

Wer mit den Ergebnissen der Umfrage etwas spielen will, kann das übrigens hier machen: https://www.pollfish.com/results/survey/195/69313415/all#.Uu43H_l5OSo. Will man herausfinden, wie die Antworten in Relation zu anderen Antworten ausfallen, kann man einzelne Zeilen aktivieren und dann auf den Refresh-Knopf drücken. Dabei stellt man fest, dass einige Teilnehmer auch inkonsistente Antworten gegeben haben, wie „ich kenne das Blog, weiß aber nicht was ein Startup-Unternehmen ist“.

Wer zu seinem Thema oder Produkt selbst eine Umfragen machen will, kann das natürlich über Pollfish machen und diese auf bis zu 11 Millionen Smartphones verteilen. Eine Pollfish-Unfrage kostet einen Euro pro ausgefülltem Fragebogen und man erhält dadurch die Möglichkeit, schnell eine Umfrage bei sehr vielen Teilnehmern durchzuführen. Einsatzmöglichkeiten gibt es viele, wie beispielsweise Meinungsumfragen zum aktuellen Geschehen oder einer kurzen Bewertung einer neuen Produktidee, bevor man tatsächlich in eine teure Produktion geht.

Viele Spaß beim Ausprobieren! Vielleicht wiederhole ich die Umfrage in einem Jahr, um zu sehen, ob sich in der Wahrnehmung etwas geändert hat.

Vielversprechend #6: Horizon von Evil Window Dog

Endlich eine Lösung für das Vertical Video Syndrom!

So gut neue Technik auch gemeint ist, manchmal führt sie zu ganz neuen Problemen. Eins dieser Probleme ist auch bekannt als Vertical Video Syndrom: Mit der Einführung von Smartphones werden immer mehr Filme im Netz vertikal gedreht, was beispielsweise zu folgendem Aufruf geführt hat:

Damit ist jetzt Schluss! Vor ein paar Tagen hat mich ein Freund aus Karlsruhe auf Horizon hingewiesen, eine kleine App, mit der man jetzt Videos immer horizontal abdrehen kann, egal wie man sein Smartphone gerade hält. Entwickelt wurde die Horizon App von den beiden griechischen Unternehmern von Evil Window Dog, Petros Douvantzis und Stelios Petrakis.

Startseite

Wenn das mal keine echte Verbesserung ist.

Übrigens: Die Horizon App wurde am 14.01.2014 offiziell veröffentlicht und war zwei Tage später bereits Nummer 1 in zahlreichen AppStores weltweit, wie Evil Windows Dog stolz in Ihrem Blog berichten. Offensichtlich wissen die beiden auch, wie man erfolgreich eine internationale Kampagne fährt.

Prädikat: Nicht nur vielversprechend, sondern „sehr cool“. Habe ich mir gleich runtergeladen.

Vidavo

Der direkte Draht zum Arzt – drahtlos!

Bei jedem Gespräch mit griechischen Unternehmern lerne ich etwas. Wusstet ihr beispielsweise, dass ca. 60 % aller Europäer irgendeine chronische Erkrankung haben? Oder dass über 70 % aller Gesundheitskosten in Europa zur Behandlung von chronischen  Erkrankungen verwendet werden? Ich fühle mich eigentlich recht wohl, aber angesichts solcher Zahlen sollte ich mich vielleicht mal durchchecken lassen.

Ein Problem bei der Behandlung chronischer Erkrankungen ist, dass die Patienten, wenn die Symptome gerade akut sind, natürlich zum Arzt gehen und geloben, ihr Leben zu ändern. Sobald sie sich jedoch wieder besser fühlen, vergessen sie alle Ratschläge bezüglich weniger Fett, Alkohol, Zucker oder mehr Bewegung wieder oder lassen die Vorsorge zumindest schleifen – bis zum nächsten akuten Vorfall.

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Überwache dich selbst – mit ärztlicher Unterstützung

Das griechische Unternehmen Vidavo, das von Markela Psymarnou und Pantelis Angelidis gegründet wurde, entwickelt mit Vida24 eine Lösung, mit der Patienten ganz einfach ihre Vitalfunktionen und spezifischen Werte überprüfen und regelmäßig mit ihrem Arzt austauschen können. Natürlich gibt es für alle möglichen Untersuchungen bereits ambulante Messgeräte. Neu am Ansatz von Vidavo ist, dass diese Messgeräte per Bluetooth mit dem Handy und das Handy über das Internet mit dem persönlichen Profil des Patienten abgeglichen wird. Wenn der Patient es wünscht, kann er seinem Arzt Zugang zu seinem Krankheitsverlauf gewähren. Dadurch kann der Arzt ihm immer wieder und auch zwischen den Untersuchungen Tipps geben oder einfach nur ein Auge auf die aktuelle Entwicklung des Patienten haben. Auf dem Server laufen dann auch regelmäßige Prüfroutinen, die beispielsweise Warnungen bei erhöhten Werten oder steigenden Trends ausgeben.

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Das Unternehmen und die Entwicklung

Markela Psymarnou und Pantelis Angelidis haben Vidavo bereits 2002 gegründet, als direkte Ausgründung aus der Universität und mit einem starken Forschungs- und Dienstleistungsschwerpunkt.  „Als wir mit den Arbeiten begonnen haben, war das Thema noch extrem neu und es mussten erst einmal die Forschungsgrundlagen geschaffen werden“, erzählt Pantelis Angelidis. „2006 kam dann für uns der Durchbruch, als wir mit Vid24 unser erstes Produkt lanciert und eine erste Investition von unserem Incubator Thermi in Thessaloniki erhalten haben“, so Pantelis weiter. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Vidavo hat sich nicht nur einige der Lösungen patentieren lassen, sondern hat inzwischen auch die Grenzen des griechischen Markts Richtung Albanien, Rumänien und Nordafrika überschritten. Am besten jedoch lässt sich der Erfolg vermutlich mit einer Zahl zeigen: Aktuell nutzen in den Ländern bereits über 100.000 Patienten die Lösung. „Die technischen Möglichkeiten sind inzwischen da und die Technologien sind reif. Das Hauptproblem ist nun, das entsprechende Bewusstsein für einen solchen Lösungsansatz bei Patienten, Kliniken und Versicherungen zu schaffen“, sagt Pantelis Angelidis.

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Weitere Expansion und Wachstum

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Was als kleiner Forschungsdienstleister in Thessaloniki angefangen hat, ist inzwischen ein etabliertes Unterhemen. Vidavo arbeitet vor allem mit Krankenhäusern und anderen Pflegeeinrichtungen zusammen und das Geschäftsmodell basiert auf Abonnement oder direkter Lizensierung der Software. Aktuell sind sie dabei, ihre Fühler in weitere Länder auszustrecken und zu untersuchen, inwieweit sie mit einem Full-Service-Angebot für vertikale Produkte (also Angebote, die ausschließlich für eine bestimmte Patientenklasse bestimmt sind), auch global aktiv werden können.

Ich bin gespannt, wann die ersten Kliniken und Patienten in Deutschland mit Vida24 von Vidavo aus Griechenland ausgestattet werden.

“Athens tech seen is hot – and getting hotter!” (Neelie Kroes)

Die Europäische Kommission entdeckt griechische Startups

In den letzten Tagen habe ich mich sehr gefreut über eine ungewöhnliche Häufung positiver Meldungen über griechische Startups von der Europäischen Kommission in den Sozialen Medien.

Am 10.01.2014 kam eine Pressemitteilung der Europäischen Kommission mit dem Titel „Hot tech: 7 Greek Start-Ups You Need To Know About!“ heraus. Neben den hier im Blog präsentierten Unternehmen Helic, cookisto und taxibeat waren sogar ein paar dabei, die ich noch nicht kannte. Die muss ich mir wohl mal genauer anschauen (Siehe auch: Pressemitteilung der EU)

Anlass war der Besuch von Neelie Kroes (Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission, zuständig für die Digitale Agenda für Europa) im Orange Grove, einem Co-Working-Space in der holländischen Botschaft in Athen. Facebook und Twitter in Griechenland sind quasi heiß gelaufen und zahlreiche Medien haben hinterher darüber berichtet. Hier beispielsweise ein Beitrag von EMEA-Startups auf Englisch. Schade, dass ich nicht dabei sein konnte.

Nellie Kroes selbst ist übrigens sehr aktiv auf Twitter und versteht es offensichtlich, Leute über die neuen Medien einzubinden. Ihr Fazit auf Twitter hätte auch von mir kommen können, aber so hat es vermutlich eine etwas höhere Verbreitung: “Athens tech seen is hot – and getting hotter!” (@NeelieKroesEU)

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HopIn

Autostop 2.0 oder die Echtzeitmitfahrzentrale

Ich habe die Zeit noch gerade so miterlebt, in der es auf dem Land üblich war, Fremde mit dem Auto ein Stück mitzunehmen,  wenn man die gleiche Strecke fuhr.  Man hielt ein kurzes Schwätzchen, lernte vielleicht noch jemanden vom Ort kennen und zog seines Weges. Heutzutage ist die spontane Mitnahme Dritter eher unüblich – man hat Angst, will keine Scherereien oder weiß nicht, wie das versicherungstechnisch abgedeckt ist. Auf Langstrecken ist das noch etwas anders. Da gibt es inzwischen organisierte Mitfahrzentralen. Allerdings ist das auch nicht ganz das Selbe. Bei der Dichte an Mobiltelefonen und dem  Verkehrskollaps in den Städten zur Rushhour stellt sich jedoch die Frage, wieso es heutzutage nicht möglich ist, ad-hoc Personen, die in die gleiche Richtung wollen, zusammenzubringen – das wäre nicht nur umweltschonender, sondern könnte auch Fahrtkosten reduzieren und man würde vielleicht auch ein paar nette Leute kennenlernen.

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Mit Freunden mitfahren – sofort

Die beiden griechischen Unternehmer Nikiforos Doukas und Evangelos Pittas haben erkannt, dass durch die extreme Verkehrsdichte in Großstädten und die Verbreitung von mobilen Endgeräten sowie sozialen Netzen das Thema ganz neu aufgerollt und modernisiert werden kann. Das Ergebnis ist HopIn, eine Plattform zur Verwaltung von Fahrern und Mitfahrern sowie einer App für Smartphones, mit der man angeben kann, wohin man fährt (oder fahren will). Den Rest erledigt HopIn für einen: Es sucht nach geeigneten Teilstrecken, gleicht die Gesuche und Angebote ab und macht Vorschläge. Die Nutzer können sich über die Mitfahrer informieren und einer Fahrt zustimmen oder sie ablehnen. Wenn die Fahrt durchgeführt wurde, errechnet das System im Hintergrund die Kosten und teil sie fair zwischen den Teilnehmern auf.

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Das Unternehmen und das Geschäftsmodell

An der Idee von HopIn arbeiten die beiden griechischen Gründer bereits seit fast zwei Jahren. Im letzten Jahr habe sie das Projekt dann konkretisiert und die Software implementiert. Seit ein paar Tagen sind sie in Athen in der Betaphase. „Wir setzen auf zwei zentrale Aspekte“, so Nikiforos und Evangelos im Gespräch in einem Athener Café. „Neben der Möglichkeit einfach Geld zu sparen, wenn man jemanden mitnimmt, setzen wir stark auf den sozialen Aspekt“. Man sieht in HopIn die Profile der Personen, die man mitnimmt und von denen man mitgenommen wird, und in der nächsten Version sollen dann auch die Freunde in der Karte angezeigt werden, die gerade in der Nähe unterwegs sind. Neue Freundschaften nicht ausgeschlossen. „Nach Athen werden planen wir HopIn zunächst in europäischen Großstädten zu lancieren“, so die beiden  Gründer.

Vielleicht gibt es die Echtzeitmitfahrzentrale ja bald auch in Berlin, München, Hamburg, Köln und –warum nicht – auch in Karlsruhe.

Ich wünsche den beiden noch viel Erfolg und freue mich bei meinem nächsten Besuch darauf, per HopIn durch die Stadt zu fahren.