Designlobby.asia

Wie Design aus Europa nach Asien kommt

Bei meinen Recherchen nach griechischen Innovationen und Startups ist mir immer wieder eine Vielfalt an unterschiedlichen Designs aufgefallen. Von Font-Designs, die weltweite Anerkennung finden, über modernes Webseiten und klassische Printdesign bis hin zu hochkarätigem industriellen Design ist eigentlich alles vertreten. Seit einiger Zeit überlege ich mir daher schon, wie ich die mal in dieses Blog einbinden kann, ohne ein ganz neues Fass aufzumachen und über jeden tollen Designer einzeln zu berichten.

Die Gelegenheit hat sich dann zufällig ergeben, als ich vor ein paar Monaten in Berlin war und mich mit Max van der Ahé über Setupyourstartup geredet habe. Max erwähnte einen sehr rührigen und sympathischen Griechen, der systematisch ein Netzwerk von Designern aufgebaut hat mit dem Ziel, das europäische und natürlich griechische Design in Asien bekannt zu machen. Eine tolle Geschäftsidee und schöne Geschichte für mein Blog.

DL Logo Asia Orange RGB 150dpi

Stars brauchen Agenten

Kreative sind Künstler und sollten den ganzen Tag das machen, was sie am besten können, also neue Entwürfe gestalten und sich vorstellen, wie die Zukunft aussehen wird. Um das machen zu können, benötigen sie Leute und Netzwerke, die sich um alles andere kümmern. „Ich wollte eine Plattform und eine Dienstleistung schaffen, mit der ich den besten Designern aus Europa eine Möglichkeit gebe sich in den hoch dynamischen asiatischen Märkten zu präsentieren“. Das Ergebnis ist Desginlobby.asia. Das Unternehmen besteht im Wesentlichen aus zwei Aspekten: Zunächst einmal ist es ein Internetportal, auf der sich teilnehmende Designer präsentieren – die schiere Anzahl und Qualität der Entwürfe macht schon großen Eindruck. Die Liste der Kunden erst recht: Nike, Google, Microsoft, Korres, Bugatti und, und, und.

Hier ein paar ausgewählte Designs:

Was jedoch neben dem Webauftritt der viel wichtigere Teil ist, ist die Organisation, die hinter designlobby.asia steckt. Über ein Partnernetzwerk, vor allem im asiatischen Raum, und 2 große Events werden systematisch Designer aus Griechenland und anderen europäischen Ländern in Asien vorgestellt. „Ich bin wie ein Agent für Hollywood-Stars – nur dass ich eben keine Schauspieler, sondern einige der besten Designer aus Griechenland und Europa vertrete“, so Vassilis. Das zeigt auch die Anzahl an internationalen Preisen, die Designer aus Desginlobby.asia gewonnen haben, u.a. von reddot, die Awwwards, Successfull Design und viele mehr.

Designlobby_Awards

Das Geschäftsmodell und der Unternehmer

Vassilios Bartzokas kommt selbst aus dem Bereich Marketing und bezeichnet sich als Business Developer. Vor Desginlobby.asia hat er in Griechenland das Unternehmen Carteco gegründet und geleitet, das heute noch ein führender Anbieter für neue innovative Materialien für Architekten und Designer ist.

Vor einem Jahr hat Vassilis Desginlobby.asia gegründet. Zunächst als Vertretung griechischer Designer. Inzwischen Europäischer und sogar welcher aus Südamerika. Aus privaten Gründen hat er den Sitz übrigens nach Berlin gelegt (also auch kurze Wege für Deutsche Designer) und spannt von dort sein weltweites Netzwerk auf. Designer, die über Designlobby.asia vertreten werden wollen, zahlen einen geringen Beitrag pro Jahr und bei erfolgreicher Vermittlung eine Provision an Desginlobby.asia.

„Ich bin ein Vermittler und Schutzengel für Kreative“, wie er selbst sagt. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

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Tripsta.de oder Travalplanet24.com

Gerade habe ich einen neuen Beitrag über eine deutsch-griechische Erfolgsgeschichte gefunden, die gut in dieses Blog passt. Tripsta ist in Griechenland vor allem als Travelplanet24.com bekannt und wurde von Philipp Brinkmann und Kristof Keim in Athen gegründet. Inzwischen feiert es als Reiseportal europaweit große Erfolge.

Startseite

Ich freue ich mich, dass es die beiden es auf Deutsche Startups geschafft haben (wobei ich in dem Fall zumindest von einem deutsch-griechischen Startup sprechen würde).

Hier geht’s zum Beitrag:

http://www.deutsche-startups.de/2013/07/30/deutsch-griechische-erfolgsstory-wie-tripsta-aufgrund-der-finanzkrise-den-reisemarkt-eroberte/

Kinems

Spielend lernen nach pädagogischen Gesichtspunkten

Anders als meine Eltern war ich schon als 15-Jähriger davon überzeugt, dass mir die vielen Stunden an Spielkonsolen und vor dem Commodore 64 etwas bringen. Schnelle Reaktionen waren gefragt, Mitdenken und vor allem der Ehrgeiz, auch eine schwierigere Mission zu erfüllen, und natürlich die Bestätigung, wenn man etwas geschafft hat, was ein paar Tage vorher noch unvorstellbar war.

Die Spieleindustrie ist inzwischen eine der Boom-Branchen schlechthin. Viele Eltern denken dabei vermutlich mit Horror an Ego-Shooter oder irgendwelche düsteren Phantasiewelten. In den letzten Jahren wird jedoch immer mehr erkannt, dass Spielen ein Mittel ist, mit dem man gezielt etwas lernen kann. Neudeutsch heißt das Gamification, also die Anwendung spieltypischer Elemente und Prozesse in spielfremdem Kontext (siehe auch hier).

kinems-Startseite

Gamification und Lernen

Oft werden Gamification-Ansätze eher im Aufbau einer Fangemeinde (Community) eingesetzt, wie beispielsweise das Sammeln von Statuspunkten (Badges) bei Locish, die den Ehrgeiz wecken sollen, in einer Gruppe eine gewisse Reputation zu erlangen. Immer häufiger werden auch Techniken entwickelt, innerhalb von Unternehmen oder Schulen per Gamification auf bestimmte Verhaltensmuster aufmerksam zu machen, um diese ins Positive zu ändern, wie es etwa Intelen im Bereich des Energieverbrauchs anstrebt.

Ich bin kein Pädagoge, aber ich vermute, dass Spielen schon immer eine der besten und am wenigsten beachteten Möglichkeiten war, etwas über sich und sein soziales Umfeld zu lernen – und natürlich, um bestimmte Fähigkeiten zu trainieren. Genau hier setzt das griechische Startup Kinems an, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindern mit Entwicklungsstörungen zu helfen, bestimmte Fähigkeiten durch speziell entwickelte und auf die Kinder eingestellte Spiele zu trainieren.

Wissenschaftliche Trainingsmethoden auf Spiele übertragen

Für motorische Störungen oder Lern-, Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörungen, wie Dyslexie, Autismus oder ADHD, existieren viele wissenschaftlich nachgewiesene Trainingsmethoden, mittels derer die Kinder diese teilweise oder ganz abtrainieren können. Typische Probleme sind beispielsweise Schwierigkeiten, Gesehenes mit Bewegungen zu koordinieren, Planung und Durchführung von bestimmten Bewegungsabläufen oder auch Konzentrationsschwierigkeiten oder ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis. „Unsere Idee ist es, diese wissenschaftlichen Methoden und die typischen Übungsaufgaben in Spiele zu übersetzen“, so Michalis Boloudakis, einer der Gründer von Kinems. „Um das zu erreichen, arbeiten wir direkt mit Therapeuten zusammen, die uns die Übungen erklären, die sie mit den Kindern durchführen. Diese Übungen überführen wir dann in einen spielerischen Ablauf.“

Die Technologie für die Spiele basiert auf Microsoft Kinect für Windows, mit der Spieler allein durch Körperbewegungen die Software bedienen können. Ein Beispiel für so eine Übung eignet sich für den Bereich der Grobmotorik. Die traditionelle Methode sieht vor, dass ein Kind mit der Hand immer wieder unterschiedliche, aber gleichmäßige langsame Bewegungen vor einem Spiegel durchführt. Kinems hat genau diese Abfolgen in ein Spiel mit dem Namen Walks übersetzt, in dem der Spieler die Hauptfigur des Spiels entlang eines Pfades an unterschiedlichen Hindernissen vorbei führt.

Viele spezialisierte Spiele, viele Analysemöglichkeiten für die Therapeuten

Sechs solcher Spiele sind schon fertig und das siebte folgt demnächst. „Wir versuchen alle 1-2 Monate ein neues Spiel zu veröffentlichen, das dann immer weitere Übungen enthält“, sagt Michalis. Der rein spielerische Aspekt ist schon ein großer Wert, da Übungen für die Kinder interessanter werden und nicht mehr den Charakter einer Pflichtaufgabe haben.

Allerdings geht die Lösung von Kinems noch wesentlich weiter. Alle Spielestände, Erfolge und Misserfolge werden mit einer zentralen Anwendung synchronisiert, über die Therapeuten nicht nur den Fortschritt beobachten, sondern auch das Spiel konfigurieren können. Wenn sie also merken, dass das Kind eine Übung bereits sehr gut macht, können sie die Übung variieren und den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Ebenso können sie das Tempo drosseln, um dem Kind frühe Erfolgserlebnisse zu geben und weiter mit ihm üben. Über diese zentrale Verwaltung kann darüber hinaus der Therapeut den Fortschritt eines Kindes im Vergleich zur Altersgruppe messen und gegebenenfalls ebenfalls das Programm auf den aktuellen Bedarf einstellen.

Die Unternehmer, das Geschäftsmodell und erste Erfolge

Das Unternehmen wurde im Februar 2012 von Michalis Boloudakis  und Simos Retalis  gegründet. Das Team besteht außer ihnen aus den vier Entwicklern bzw. Designern Valantis Kefalidis, Akis Volanis, Panos Vlamis und Alexandros Podaras. Besonders wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit Pepi Kolara, Expertin für Therapiemethoden für Kinder mit Behinderungen. Sie testet die Spiele in ihrem eigenen therapeutischen Zentrum und kann dadurch direktes Feedback aus der Praxis geben.

kinems-Team

Kinems spricht mit den Spielen ausschließlich Spezial-Therapeuten in entsprechenden Kliniken und Zentren an. Möchte eine solches Zentrum die Spiele in das Therapieprogramm aufnehmen, muss es die Lösung für einen geringen Jahresbeitrag abonnieren und kann dann alle aktuell verfügbaren Spiele für alle betreuten Kinder nutzen. Wenn ein Therapeut der Meinung ist, dass das Kind zu Hause bestimmte Übungen weiter machen soll, kann er den Eltern auch eine kostenlose Home-Edition mitgeben.

„Wo wir auch anrufen, wir stoßen auf großes Interesse“ meint Michalis. „Eigentlich liegt es auf der Hand, die neuen Möglichkeiten von Kinect für die Verbesserung der Grobmotorik zu nutzen“. Vor einem Monat haben sie mit dem Vertrieb angefangen und konnten bereits 10 therapeutische Zentren in Griechenland und Holland gewinnen. Aktuell ist das Team für 3 Monate in Amsterdam bei dem renommiertesten Accelerator, dem Startup Bootcamp. Dass das Team und die Idee nicht nur mich überzeugt hat, zeigt auch, dass Kinems eins der wenigen Startups Europa ist, das von den über 500 Bewerbungen für das Startup Bootcamp ausgewählt wurden. Aktuell sind sie in Gesprächen mit Geldgebern und ich bin sicher, dass sie schnell erfolg haben werden.

Ich bin begeistert von dem Team und der Ausführung und bin mir sicher, dass Kinems noch sehr viel Beachtung in Europa und den USA finden wird.

Zum Schluss noch die offizielle Präsentation über Kinems als Video:

LazyPub

Auf allen Kanälen gleichzeitig veröffentlichen

Auch wenn HTML5 einen riesigen Sprung im Bereich der Webentwicklung gemacht hat, kommt es noch bei weitem nicht an die gestalterischen Möglichkeiten professioneller Deskop-Publishing-Werkzeuge heran. Webseiten werden noch eine ganze Weile weniger elegant daher kommen und PDF als Druckformat für Zeitschriften, Kataloge  oder auch Firmenbroschüren bleibt weiterhin König.

Dennoch besteht ein immer höherer Bedarf, mit den erzeugten Inhalten und Designs die Leser und Käufer auf unterschiedlichen Kanälen zu bespielen, sei es im Browser, auf dem Smartphone oder dem Tablet. Und wenn man sich die Zeitschriften schon auf dem Tablet anschaut, wären ein paar interaktive Inhalte auch schön. Das griechische Startup LazyPub positioniert sich genau in diesem Markt, PDF-Dokumente auf allen Kanälen zu veröffentlichen mit der  Möglichkeit, interaktive Inhalte einzubinden – und das von einer Stelle aus für alle Kanäle.

Lazypub Startseite

Die Anwendung

„Durch die vielen neuen Endgeräte, wird es für Anbieter von Publikationen und Dokumenten immer aufwändiger, all diese Endgeräte zu bespielen. Schön gestaltete PDF-Dokumente erzeugen die Publisher sowieso. Der Name LazyPub („fauler Publisher“) spielt daher darauf an, dass es möglichst einfach sein sollte, diesen Veröffentlichungsprozess auf unterschiedlichsten Geräten zu steuern und zu vereinfachen“,  so der Gründer Antonis Frigas. LazyPub ist als Dienst im Internet konzipiert, über den der gesamte Prozess der Veröffentlichung neuer Dokumente abgewickelt wird. Der Benutzer lädt seine Dokumente hoch, reichert sie gegebenenfalls noch um interaktive Komponenten an (Videos oder Links im Dokument) und bestimmt, auf welchen Endgeräten sie bereitgestellt werden sollen.

Lazypub Detailinfo

„Neben der Veröffentlichung im Zeitungskiosk (wie Newsstand App auf dem iPad) zusammen mit anderen Zeitungen, können die Inhalte auf einer eigenen Unternehmens-App oder auch im Web bereitgestellt werden, und das alles zeitgleich“, sagt Antonis. Über den zentralen Login kann der Publisher auch immer verfolgen, welches Angebot wie genutzt wird, also beispielsweise wie oft eine Ausgabe heruntergeladen wurde, wie oft sie geöffnet wurde, wie lange sie gelesen wurde oder welche Artikel besonders interessant waren.

Übrigens unterstützt LazyPub auch HTML- und ePub-Dateien.

Der Markt und erste Erfolge

Natürlich fallen einem als erstes Zeitschriften als Zielgruppe ein, doch der Markt ist wesentlich größer: „Von Unternehmen, die ihre Jahres- oder Quartalsberichte  in Hochglanz herausbringen, über Produktkataloge bis hin zu Wochenangeboten vom lokalen Supermarkt – alle gestalten ihre Angebote als PDF und suchen nach Möglichkeiten, diese Inhalte einfach und schnell zu verteilen“, erklärt mir Antonis im Gespräch. LazyPub kann über einen geringen monatlichen Beitrag genutzt werden, der abhängig von der Häufigkeit der Veröffentlichung, der Größe der Dokumente und der Downloads ist.

LazyPub hat es bereits vor dem offiziellem Launch in die Shortlist von The Europas 2013 geschafft. Seit  März ist der Dienst online und hat bereits einige namhafte Unternehmen als Kunden, wie den Versicherungskonzern Interamerican, den TüV-Austria Hellas , die  Zeitschrift EMEA und eins meiner Lieblingsunternehmen Coco-Mat, das vermutlich weltweit eine der besten Matratzen produziert.

Das Unternehmen und die Unternehmer

LazyPub wurde von Dr. Antonis Frigas gegründet. Er hat Informatik in Athen studiert und im Bereich der Bilderkennung promoviert. Antonis hat schon vor mehreren Jahren das Unternehmen beeherd gegründet, das sich in Griechenland als Unternehmen für Apps für Facebook und Smartphones positioniert hat. Die Entwicklung von LazyPub begann im Oktober 2012 und wurde bisher vollständig privat finanziert. Im Team sind neben Antonis Frigas  noch Pericles Maravelakis als CTO sowie Christos Tsiavos und Ioanna Kalligerou.

Gestartet ist das Unternehmen in Griechenland, aber Europa und die USA sind schon im Visier. Parallel schaut sich Antonis auch nach potentiellen Investoren um. Bezeichnend fand ich daher das Statement von Antonis in seinem Twitter-Profil, die das Gefühl beschreibt, das viele Startup-Gründer haben, mit denen ich gesprochen habe: “Entrepreneur by day, software engineer by night.”

cssigniter

Schöne Web-Designs für alle

WordPress ist eine der am weitesten verbreiteten Plattformen für Blogs. Eulen aus Athen ist ja auch ein WordPress-Blog. Was ich nicht wusste: WordPress inzwischen zu einem der größten Content Management Systeme geworden, über das alle möglichen Webseiten betrieben werden (Top 10). Schätzungen zufolge sind das bereits 16% aller Webauftritte weltweit (siehe z.B. hier).

Neben der Tatsache, dass der Einstieg kostenlos und WordPress extrem einfach zu bedienen ist, hat zum Erfolg sicherlich auch beigetragen, dass man sehr schnell und einfach neue Designs aufsetzen kann, mit dem Ergebnis, dass selbst private Blogs manchmal mit extrem professionellen Designs daherkommen – Eulen aus Athen als Ausnahme bestätigt die Regel 😉

cssigniter-Startseite

Individuelle Designs von der Stange

Gerasimos Tsiamalos und Anastis Sourgoutsidis haben diesen Trend hin zu WordPress früh aufgespürt und gemeinsam das griechische Unternehmen cssigniter gegründet. cssigniter entwickelt in regelmäßigen Abständen wunderschöne WordPress-Designs für unterschiedliche Branchen und Aufgaben. Der Clou: Statt für jeden Kunden ein individuelles Design zu entwickeln, stellen cssigniter die Designs als Abonnement bereit, sodass sich andere Webentwickler und Designer davon bedienen und für ihre Kunden wiederum neue Webseiten erstellen können.

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Die Unternehmer und das Geschäftsmodell

Die beiden griechischen Unternehmer aus Thessaloniki  beschäftigen sich schon seit vielen Jahren mit Webseiten-Entwicklung und -Design und gehörten auch zu den Ersten, die sich in Griechenland auf WordPress-Designs spezialisiert haben. 2010 haben sie dann den Entschluss gefasst, die Designs zu standardisieren und mit cssigniter ein eigenes Unternehmen zu gründen. „Der Anfang war schwer, da wir noch recht wenige Designs hatten und unbekannt waren. Inzwischen haben wir mehrere tausend Mitglieder, sodass wir profitabel sind und auch weitere Designer und Entwickler beschäftigen können. Dabei haben wir bisjetzt noch nichts für Marketing ausgegeben“, so Gerasimos Tsiamalos.

Das Geschäftsmodell ist sehr einfach: Regelmäßig stellt cssigniter neue Designs vor und für einen fixen Jahresbetrag von 39$ kann man beliebig viele der Designs und beliebig oft für seine Kunden nutzen. Inzwischen bieten sie auch ein Affiliate-Programm an, über das auch Dritte die Designs vermarkten können. „Im nächsten Schritt denken wir über eine stärkere Vertikalisierung nach, also beispielsweise Musiker, die besondere Anforderungen an ihre Designs und vor allem an die bereitgestellte Funktionalität haben“.

Die meisten Kunden von cssigniter kommen übrigens aus den USA, aber auch in Deutschland gibt es schon über 200 Kunden.

Voraussetzung für die Nutzung der Designs von cssigniter ist allerdings, dass man WordPress selbst hostet bzw. bei einem Hoster nutzt. Nun wisst ihr auch warum ich nicht gleich selbst auf ein cssigniter-Design umgestellt habe.

Natürlich gibt es auch Platzhirsche im Bereich der WordPress-Designs, wie elegant themes aus den USA oder Woo Themes aus Südafrika, aber ich freue mich, dass auch ein griechisches Unternehmen in dieser Liga mitspielt.

pollfish

Das Ei des Kolumbus für Umfragen

Ich habe in meinem Leben vielleicht 3 oder 4 Umfragen gemacht, aber meist mit mittelmäßigem Erfolg. Früher wurden Umfragen mühsam mit Zettel und Stift und von Tür zu Tür durchgeführt. In neuerer Zeit immerhin online, aber Umfragen sind immer noch ein schwieriges Geschäft: Zum einen benötigt man immer einen großen Personenkreis, teilweise verteilt auf mehrere Länder und Kontinente, und zum anderen will man diesen Kreis auch noch zielgruppenscharf einteilen. Darüber hinaus ist es natürlich essentiell, dass die Personen in der Zielgruppe auch mitmachen – also motiviert sind, daran teilzunehmen und die Umfrage selbst für sie so einfach wie möglich ist. Die fünf Gründer des griechischen Unternehmens pollfish haben eine weltweit einmalige Lösung geschaffen, um umfangreiche, zielgruppengenaue und einfach durchführbare Umfragen zu erstellen. Eigentlich liegt die Lösung auf der Hand – man muss nur darauf kommen:

pollfish_startseite

Naheliegend und doch weltweit erstmalig

Die fünf Gründer von pollfish, Ioannis Papadakis, Andreas Vourkos, Giannis Zaoudis, Vasileios Mitrousis und Zissis Bellas hatten die Idee, die Umfragen dort erscheinen zu lassen, wo sich die Zielgruppe gerade befindet und wo sie Zeit hat mitzumachen, nämlich unterwegs und auf dem SmartPhone. Die Lösung von pollfish ist eigentlich nur ein Stück Software (SDK), das von einem App-Entwickler in jede herkömmlichen App integriert werden kann. „Angelehnt an das Paradigma der Online-Werbung bei Apps, bietet pollfish statt Werbung die Möglichkeit, an Umfragen teilzunehmen“, so Ioannis Papadakis.

Eine Unternehmen oder Marktforschungsinstitut, das eine Umfrage starten will, setzt die Umfrage auf der Webseite von pollfish auf und gibt die Zielgruppe an, an die sich die Umfrage richten soll. pollfish verteilt die Umfrage zielgruppenscharf an alle teilnehmenden Apps und bei den Nutzern der App erscheint ein unauffälliges Zeichen am Rand, um ihn auf die Umfrage aufmerksam zu machen.

„Durch die Integration in vorhandene und weitverbreitete Apps sind wir in der Lage, innerhalb kürzester Zeit weltweite Umfragen zu starten“, sagt Ioannis Papadakis, der übrigens in Deutschland geboren ist und erst mit fünf Jahren nach Griechenland kam.

OMG! Kaum gegründet und schon 2.193.547 Nutzer weltweit

Ich kann mich noch erinnern, wie ich vor wenigen Monaten zum ersten Mal von pollfish gehört habe. Das war im Februar 2013 im Zusammenhang mit ihrer Bewerbung bei zerofund. Inzwischen sind sie unter den letzten beiden Favoriten und können bereits eine beeindruckende Nutzerzahl vorweisen. Auf der Webseite läuft ein Ticker, über den man zuschauen kann, wie die Nutzerzahl steigt. Als ich den Screenshot gemacht habe, waren es 107 Apps mit 2.193.547 Nutzern und als ich den Artikel online gestellt habe bereits 2.194.709 Nutzer – beeindruckend.

2 Mio-pollfish

Das Geschäftsmodell

Obwohl sie noch in der Entwicklungsphase sind und die Finanzierung noch nicht mal steht, haben sie bereits drei große griechische Marktforschungsinstitute als Kunden gewinnen können, u. a. Kapa Research und Abacus Research. Parallel dazu haben sie angefangen, sich in England und Deutschland nach Kunden umzuschauen.

Das Geschäftsmodell ist übrigens auch für App-Entwickler und für App-Nutzer sehr attraktiv: Das Unternehmen, das die Umfrage startet, gibt einen bestimmten Betrag für einen Fragebogen aus und davon geht ein bestimmter Anteil an die Entwickler der App. Unter den Nutzern wiederum werden kontinuierlich Wertgutscheine verlost. Ab und zu mal an einer Umfrage teilnehmen zu können, finde ich persönlich wesentlich angenehmer als die ständige Werbung auf den Apps.

Interessant fand ich übrigens, dass die Gründer das Thema Verteilung auch auf das Unternehmen selbst abbilden: zwei der Gründer sitzen in Athen, einer auf Chios und zwei auf Zypern.

Manches ist so naheliegend. Und doch muss man erst einmal darauf kommen. Ich bin mir sicher, dass pollfish die Art revolutioniert, wie Umfragen in Zukunft gemacht werden, und freue mich, dass auch diese Idee aus Griechenland kam.

Ich wünsche den fünf Gründern noch viel Erfolg!

proto.io

Wie kann man etwas testen, bevor es gebaut wurde?

Es ist eine Sache, sich ein Haus vorzustellen, es mithilfe eines Architekten zu entwerfen und schließlich bauen zu lassen – oder noch vor Baubeginn ein wenig darin herumspazieren zu können. Zu erleben, ob das Wohnzimmer wirklich groß genug ist und die Terrasse einen schönen Ausblick bietet. Was für Häuslebauer leider nicht klappt, funktioniert bei der Entwicklung von Apps. Und genau das macht proto.io

Proto.io.Startseite

Proto.io: Prototyping von Apps als Dienst

Hinter proto.io steht das zypriotische Unternehmen SNQ digital, das 1998 von Alexis Piperides und Alexis Odysseos gegründet wurde. proto.io war der erste Online-Dienst weltweit, mit dem man eine App bis zum letzten Detail nicht nur designen und mit seinen Kunden diskutieren, sondern auch prototypisch testen konnte, bevor man sie in Software gießt. „Wir wollten eine Anwendung schaffen, die das Prototyping von Apps so einfach wie möglich macht – und das ist uns auch gelungen“, so Alexis Piperides. Die Anwendung lässt sich über den Browser wie ein Zeichentool bedienen, indem man die einzelnen Elemente und gewünschten Interaktionen zusammenklickt:

Proto.io.leere-Seite

Im Gegensatz zu reinen Zeichentools für Software und Apps kann man mit proto.io auch die Anwendung als Test-App zum Laufen bringen, sodass man ein Gefühl dafür bekommt, wie sie sich später „anfühlen“ wird.

proto.io war der erste Dienst dieser Art weltweit, aber natürlich wurde das Thema auch von weiteren Unternehmen aufgegriffen. Eine Übersicht über andere Prototyping-Tools und wie sich das Thema von beispielsweise Mockup-Software abgrenzen lässt, zeigt der Artikel von Alexis Piperides in Developer Economics.

20 der Fortune-500-Unternehmen in 2 Jahren

Dass das zypriotische Unternehmen mit proto.io einen Nerv getroffen hat, zeigen die Erfolge nach nicht einmal zwei Jahren. Unter den über 30.000 Nutzern weltweit sind bereits 20 Fortune-500-Unternehmen.

Das Unternehmen

Das Unternehmen SNQ digital ist seit 1998 am Markt und hat mehrere Produkte erfolgreich eingeführt. Seit 2000 entwickelt das Unternehmen das Content Management System nqcontent, seit 2010 mit Appbaker auch eine Plattform zu Entwicklung von Apps. proto.io ist somit das dritte Produkt, das sie erfolgreich international vermarkten. „Da ein Großteil unserer Kunden in den USA sitzt und wir im nächsten Schritt auch VC-Kapital einbinden wollen, planen wir ein Office in San Francisco zu eröffnen. Die Entwicklung bleibt auf jeden Fall auf Zypern“, sagt Alexis Piperides. Man darf gespannt sein, wie sich die Geschichte weiter entwickelt.