Fieldscale

Simulieren geht über Probieren.

Wir leben in einer hochkomplexen und hochtechnisierten Welt. Die Tatsache, dass Flugzeuge fliegen, Handys telefonieren, Strom aus der Steckdose fließt und unsere Laptops und PCs (meistens) keine Probleme bereiten, kommt uns wie selbstverständlich vor. Die Welt ändert sich schnell und die Technologien kommen und gehen. Doch wir gehen davon aus, dass alles einfach so funktioniert.

Wir denken nicht groß darüber nach, dass in einem immer komplexer werdenden Gesamtsystem auch immer komplexere Zusammenhänge und potentielle Störungen berücksichtigt, frühzeitig erkannt und idealerweise rechtzeitig behoben werden müssen. Fehler können nicht nur für einzelne Unternehmen teuer werden, sondern auch zu persönlichen und gesundheitlichen Schäden oder gar zu gesellschaftlichen Zerwürfnissen und echten Katastrophen führen.

Joseph Michel Montgolfière ist im 18. Jahrhundert vielleicht noch todesmutig im Selbstversuch vom Dach gesprungen, um herauszufinden, ob das mit dem Fallschirm funktioniert (hat funktioniert). Oder Alessandro Volta, der sich unterschiedliche Metalle auf die Zuge gelegt hat, um die Leitfähigkeit zu testen (hat auch funktioniert). Um Kosten und Schäden vorzubeugen, gibt es heutzutage jedoch andere Mittel: Simulationen! Ziel ist es, möglichst realitätsnah Probleme in dynamischen Systemen frühzeitig zu identifizieren und vor Produktion oder Einsatz zu beheben.

Allerdings basieren Simulationen nicht auf der Wirklichkeit, sondern auf Modellen der Wirklichkeit. Je mehr Annahmen und Randbedingungen man in einem Modell festlegen kann, desto näher ist das Ergebnis der Simulation an der Realität. Im technischen Bereich ist das übrigens einfacher als beispielsweise im sozialen oder volkswirtschaftlichen.

Bleiben wir bei der Simulation im technischen Bereich. Das nächste Problem ist, dass selbst wenn man alle Parameter und Zusammenhänge kennt und in einem perfekten Simulationsmodell definieren kann, muss man häufig dennoch Abstriche machen: Die Berechnung von komplexen Simulationsmodellen kann so aufwändig sein, dass man das Simulationsmodell aus Gründen der Zeit oder der Rechenkapazitäten und Kosten wieder vereinfachen muss.

Und hier setzt Fieldscale an.

Neue Algorithmen und Parallelisierung der Berechnung in der Cloud

Fieldscale-LogoSeit über zwei Jahren entwickeln die Elektroingenieure und Gründer von Fieldscale, Yiorgos Bontzios und George Bouzianas mit einem inzwischen zehnköpfigen Team eine hochinnovative Simulationssoftware als Service in der Cloud. Ich habe mich mit Vasso Kalaitzidou unterhalten, selbst Elektrotechnikerin und Mitarbeiterin der ersten Stunde, die sich um die Operations und das Marketing bei Fieldscale kümmert.

„Schwerpunkt von Fieldscale sind Simulationen rund um das Thema Strom, also elektrostatische, elektromagnetische und thermische Simulationen. Und das von großmaßstäbigen Simulationen, wie Positionierung von Hochspannungsleitungen bis hin zu extrem kleinmaßstäbigen Simulationen, wie beispielsweise der Interaktion von Millionen Transistoren auf einem Chip von der Dicke eines Haars“ so Vasso im Gespräch.

Fieldscale hat den Anspruch, den gesamten Entwicklungsprozess vollständig zu unterstützen, also vom Design, über die Analyse der Materialien, die Vermaschung (meshing), die Simulation selbst bis hin zur Nachbearbeitung und Visualisierung der Ergebnisse.

Durch die Implementierung eines neuartigen Algorithmus, der sogenannten Randelementmethode (REM, bzw. auf Englisch Boundary Element Method – BEM), statt der noch weit verbreiteten Finite-Elemente-Methode (FEM), können die Berechnungen nicht nur um Faktor 10 und höher beschleunigt werden, sondern auch sogenannte „impossible simulations“ durchgeführt werden, in denen Teile des Modells großmaßstäbig sind und andere Teile extrem kleinmaßstäbig.

Unterschiedliche Maßstäbe

„Damit können wir Simulationen machen, in denen Dimensionsunterschiede von einem Faktor von 1:10.000 vorliegen, also ein kleines Detail mit in einer großmaßstäbigen Simulation berücksichtigen“, so Vasso im Gespräch. Wer es jetzt noch genauer wissen will, dem empfehle ich Google oder einfach mal, mit Fieldscale Kontakt aufzunehmen.

Das Unternehmen und das Geschäftsmodell

Das Unternehmen hat seinen Sitz in Thessaloniki und stellt seine gesamte Software als Service im Netz bereit. Ursprünglich aus der Forschung in Thessaloniki ausgegründet, haben sie inzwischen ein fertiges Produkt, erste Kunden und eine erste Finanzierung über Open Fund erhalten. Aktuell sprechen sie mit Interessenten über eine zweite Finanzierungsrunde.

Da es keine für sie geeigneten Algorithmen gab, haben sie quasi alle selbst entwickelt, um auch die Möglichkeiten der parallelen Berechnung in der Cloud voll ausnutzen zu können. Damit ergibt sich auch das Geschäftsmodell: Sie haben eine Version für Großrechner und Rechencluster für große Unternehmen, die die Simulationen und Modelle selbst hosten möchten, sowie eine Lösung für Ingenieurbüros, die über die Cloud-Lösung auch die notwendige einfache Bedienung und vor allem Rechenkapazität bekommen. Wichtig war Vasso noch zu betonen, dass alle Daten nach der Simulation heruntergeladen und gelöscht werden können.

Ich habe mir schon oft gedacht, dass die Rechenkapazität der Cloud eigentlich ideal sein müsste, um hochkomplexe Simulationen und Berechnungen durchführen zu können. Ich freue mich daher umso mehr, dass Fieldscale mit dieser Idee von Griechenland aus auf dem Weg ist, die Welt der Simulationssoftware zu erobern. Und das, was ich gesehen habe, sieht extrem vielversprechend aus!

MonthlyFlavors – Die Food Box aus Griechenland

Das Aroma Griechenlands als Care-Paket für jeden.

MonthlyFlavors_LogoDas Mittelmeer und speziell Griechenland war schon immer ein Melting Pot der Aromen aus Ost und West, aus Nord und Süd. Hinzu kommt, dass sich über die Jahrhunderte eine sehr spezielle Flora von ca. 6000 Pflanzen entwickelt und bis heute erhalten hat (Quelle). Vermutlich wegen der über 3000 Inseln sind ca. 20 % davon endemisch, kommen also nur in Griechenland vor. Diese Mischung aus Geschmacksrichtungen und Aromen macht für mich die griechische Küche zu etwas ganz Besonderem – und natürlich auch mein Heimweh …

Auslandsgriechen (und davon gibt es verdammt viele ) lassen sich gerne ein Care-Paket aus der Heimat schicken mit Gewürzen, Süßigkeiten, Oliven, Honig, Öl, Wein oder was auch immer sie ein bisschen an die Heimat erinnert. Mir geht es da natürlich nicht anders (danke Mama!).

Obwohl griechische Düfte und Aromen bei den Millionen Auslandsgriechen und den noch viel mehr Griechenlandtouristen ein Teil der Erinnerung und der Sehnsucht sind, sind in den Supermärkten der Welt griechische Produkte stark unterrepräsentiert. Man findet inzwischen griechischen Joghurt und Feta, oft schlechten Wein (obwohl es verdammt gute Weine gibt) und ab und zu Oliven und Olivenöl; aber im Vergleich zu der Vielfalt und der Möglichkeiten ist das gar nichts.

Das ändert sich ab heute!

MonthlyFlavors_StartseiteJeden Monat ein Paket mit griechischen Köstlichkeiten als Food Box

MonthlyFlavors ist angetreten, die Aromen Griechenlands in jeden Haushalt dieser Welt zu bringen. Über ein Abo zu einem festen Preis erhält man jeden Monat ein Überraschungspaket mit einer Auswahl an exquisiten Produkten aus griechischer Produktion. Oft stammen sie von kleinen Familienunternehmen, die eher für den regionalen Markt produzieren. Ein Teil des Clous dabei ist, dass man im Vorfeld nicht bestellt, was man haben will: Man lässt sich überraschen und lernt dabei jeden Monat neue Köstlichkeiten kennen.

MonthlyFlavors_PaketWie ist die Idee entstanden?

Yiannis Voultsis hat Informatik studiert und dann ein Unternehmen im Bereich Logistik gegründet (Global Cargo). „Irgendwann bin ich mit einem Nachbarn ins Gespräch gekommen, der kretische Delikatessen in einem kleinen Geschäft in Athen verkauft und habe angefangen, für ihn den Export zu organisieren“, so Yiannis im Interview. Allerdings ist es extrem schwer für kleine griechische Produzenten, in die Regale europäischer Supermärkte zu kommen. Große Supermärkte und die Zulieferketten sind seit Jahrzehnten eingespielt und auf bestimmte Märkte und vor allem Mengen ausgerichtet. Und das staatlich und privat organisierte Marketing aus Italien und Spanien ist offensichtlich auch wesentlich besser als das griechische (hier übrigens ein guter Artikel in der NZZ zu dem Thema). Im Gespräch mit seinem alten Freund Panos Papadopoulos (den wir aus dem Blog noch als Gründer von Bugsense kennen), ist die Idee entstanden, direkt zu den Konsumenten zu gehen und ihnen griechische Premium-Produkte im Abo anzubieten: MonthlyFlavors war geboren.

Der Markt und das Geschäftsmodell

Inzwischen hat Yiannis Voultsis sein Geschäft bei Global Cargo komplett abgewickelt und kümmert sich seit wenigen Monaten nur noch um MonthlyFlavors. Zwei Monate und damit zwei Pakete sind schon verschickt und der Erfolg hat ihn selbst überrascht. „Ich habe mich zunächst auf Griechenland konzentriert, um die Logistik hinter MonthlyFlavors zu testen und zu verbessern“, so Yiannis. „Ich dachte eigentlich nicht, dass es in Griechenland einen hohen Bedarf gibt, allerdings hat die griechische Presse das Thema gleich aufgegriffen. Das Ergebnis ist, dass auch viele Griechen sich eine Food Box zuschicken lassen“. Inzwischen kommen rein über Empfehlungen und ganz ohne internationales Marketing auch erste Abonnenten aus Dubai oder Stockholm.

MonthlyFlavors verschickt die Food Box natürlich auch nach Deutschland und nach Österreich. Also einfach mal ein Abo abschließen (kann man jederzeit kündigen!) und griechische Aromen im deutschen Herbst genießen: http://monthlyflavors.com/

Ich bin überzeugt, dass die Mischung aus Neugier, Sehnsucht und Qualität auch international zum Erfolg führen wird und freue mich schon auf mein erstes Paket von MonthlyFlavors.

OnWebChat

Rede mit deinen Kunden

Eine Sache, die im Zeitalter der elektronischen Geschäftsabwicklung verloren gegangen ist, ist die Möglichkeit, einfach mal mit jemanden, der sich auskennt, zu quatschen – oder Neudeutsch: zu chatten. Mir geht es oft so, dass ich keine Lust oder Zeit habe, mir alle Informationen einer Webseite durchzulesen, bevor ich etwas kaufe. In letzter Zeit beobachte ich auf immer mehr Webseiten sogenannte Chatfunktionen, eine kleine unauffällige Möglichkeit unten rechts am Rand einer Webseite, um mit jemandem direkt zu kommunizieren. Das ist viel zielführender, als beispielsweise irgendwelche Anfrageformulare auszufüllen, die evtl. nie beantwortet werden.

Einfach losquatschen

home_pageIn den Ring der sogenannten Live-Chat-Anwendungen steigt jetzt auch ein neues Startup aus Griechenland. Der Name ist Programm: OnWebChat. Mehr ist fast nicht zu sagen. Ist man auf einer Seite, die OnWebChat eingebunden hat, kann man direkt mit einem Mittarbeiter des Unternehmens „sprechen“, Fragen stellen, zusätzliche Informationen anfragen etc.

Jeder, der eine Webseite betreibt, kann OnWebChat ganz einfach einbinden, entweder über einen kleinen HTML-Code oder über entsprechende Plugins beispielsweise für WordPress oder Joumla. Einmal eingerichtet läuft die Abwicklung komplett über OnWebChat und man bestimmt als Betreiber der Webseite selbst, wann jemand zum Chatten zur Verfügung steht und wann nicht. Als Webseitenbetreiber sieht man über das Besuchermonitoring auch, wer schon mal da war, welche Seiten vor dem Chat besucht wurden etc. Auch ist es möglich, zusätzliche Dokumente über OnWebChat hin- und herzuschicken.

Das Unternehmen und Geschäftsmodell

Periklis2OnWebChat wurde von Periklis Psillakis in Chania gegründet und ist damit das erste Startup aus Kreta, das ich auf Eulen aus Athen präsentiere. Persiklis hat bereits mit smsbox.gr ein erfolgreiches Unternehmen und damit die Entwicklung des neuen Unternehmens komplett selbst finanziert. OnWebChat ist aktuell in einer erweiterten Betaphase mit mehreren hundert Kunden auf der Plattform. Das Geschäftsmodell basiert auf einem Abo-Modell, das man monatlich kündigen kann und dessen Preise vom benötigten Funktionsumfang abhängen. Neben dem erweiterten Funktionsumfang im Vergleich zu anderen Produkten ist es sicherlich auch eins der günstigsten.

Wer also darüber nachdenkt, eine Chatfunktion auf seiner Webseite anzubieten, sollte sich auf jeden Fall OnWebChat anschauen.

Ark Analytics

Management des Kredit-Risikos

Wenn man als Laie das Wort Kredit-Risiko hört, denkt man heute unweigerlich an Griechenland. Das ist ausnahmsweise auch richtig so, denn mit Ark Analytics kommt eins der spannendsten Unternehmen im Bereich des Managements des Kredit-Risikos für Unternehmen aus Griechenland.

Zunächst etwas Theorie: Ein Warenkredit in Industrie und Handel ist quasi das Pendant zu einem Konsumentenkredit oder Bankkredit, der jedoch zwischen zwei Unternehmen vereinbart wird, um beispielsweise die Zahlungen zu strecken. Statt sofort zu zahlen, vereinbaren sie also einen Zahlungsplan über einen definierten Zeitraum. Das ist übliche Praxis und hilft im Endeffekt beim Absatz von Waren. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Konsumentenkredit, bei dem Ratenzahlungen vereinbart werden, wie beispielsweise beim Autokauf – nur eben zwischen zwei Unternehmen.

Natürlich geben Unternehmen nicht blind anderen einen Kredit, sondern versuchen vorab das Ausfallrisiko einzuschätzen und zu minimieren. Je größer die Kredite werden, je mehr Kredite vergeben werden und je variantenreicher die Kredite und Rahmenbedingungen werden, desto unübersichtlicher wird das Ganze. Große Unternehmen beschäftigen ganze Abteilungen, die versuchen, mit hochkomplizierten Berechnungen, Markt- und Kundenanalysen und viel Bauchgefühl das Einzelrisiko, aber auch das Gesamtrisiko zu reduzieren. Immerhin können Ausfälle oder Verzögerungen zu eigenen Liquiditätsengpässen oder Verlusten führen – bis hin zur Insolvenz.

Mehr Fakten, weniger Bauchgefühl.

Startseite-Arkanalytics

Das Hauptprodukt von Ark Analytics ist CreditArk, eine Anwendung (Dashboard) für Kreditmanager in Unternehmen, die automatisch Informationen aus internen und externen Datenquellen zusammenführt. Aufbauend auf diesen zusammengeführten Informationen und mit Hilfe von wissenschaftlichen Berechnungsmethoden kombiniert die Anwendung Finanzdaten, Verhaltensdaten und qualitative Daten, um das Kreditrisiko zu berechnen. Beispiele für solche Daten sind frühere Käufe und Abwicklungen mit dem Kunden, Marktposition, Marktentwicklung, Alter des Unternehmens etc. Neben der eigentlichen Berechnung für den Einzelfall betrachtet die Anwendung auch das gesamte Portfolio, um Frühwarnungen auszusprechen, die beispielsweise durch die Konzentration auf ein bestimmtes Kundensegment entstehen.

Die Anwendung ist als Software as a Service (SaaS) angelegt und wird für jeden Kunden speziell konfiguriert, da jeder Kunde andere Datenquellen und Anforderungen hat.

Folgendes Video zeigt den Gesamtansatz und im zweiten Teil den typischen Ablauf der Anwendung:

FinTech und Predictive Analytics aus Griechenland

Das Unternehmen wurde in Griechenland von Panos Michalopoulos, Michalis Madias, Christos Gianakopoulos und Ilias Panagiotidis im Jahr 2013 gegründet. Die Gründer haben jedoch schon viele Jahre Erfahrung in diesem Bereich. Inzwischen haben sie acht Mitarbeiter und zwei Investoren aus der Schweiz, die früh das Potential von Ark Analytics erkannt haben.

Kunden-Arkanalytics

Ark Analytics kombiniert gleich zwei Bereiche, die in der aktuellen Startup-Euphorie heiß laufen: Technologien für Finanzdienstleistungen (FinTech) und Vorhersagemodelle durch Massendatenauswertung (Predictive Analytics). „Wir wussten von Anfang an, dass unser Markt im europäischen Ausland liegt und haben uns darauf konzentriert“, so Panos Michalopoulos im Interview. Die Entwicklung findet in Griechenland statt, die Kunden sitzen in der Schweiz, in Frankreich und Deutschland. Von Zürich aus wird die Geschäftsentwicklung betrieben. Besonders beeindruckt war ich von der Kundenliste: Zu ihren Kunden zählen keine geringeren als Novartis oder Lafarge und aktuell haben sie erste Teststellungen bei BASF und BAYWA. Wenn sich solche Kolosse für das Produkt interessieren, dann zeigt das auch, wie groß das Problem der Risikobewertung ist und wie weit vorn Ark Analytics mit seiner Lösung ist.

Respekt!

Wachstum durch Investitionen auch über Open Circle

Wie bereits im Artikel über Open Circle kurz erwähnt, ist Ark Analytics eins der Unternehmen, die aktuell über Crowdinvesting weitere Investoren suchen. „Wir sind technologisch sehr innovativ und haben im Moment so viele Anknüpfungspunkte bei großen Unternehmen, dass wir mit den nächsten Investitionen vor allem den Markt in Richtung Großbritannien, Holland, USA und Asien ausbauen wollen“, so Panos.

Ich jedenfalls würde mich freuen, wenn ausnahmsweise mal FinTech und Predictive Analytics für die Kreditrisikominimierung aus Griechenland für Schlagzeilen sorgt.

Sensorflare

Das Internet der Dinge wird intelligent

Eins der bekanntesten Zitate in der IT-Welt, das übrigens vermutlich fälschlich Thomas John Watson, Sr. (IBM) zugeschrieben wird, lautet: „Ich glaube, dass es auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben wird.“ (Quelle Wikipedia). In Zeiten, in denen jeder mit einem Computer in der Hosentasche oder in der Uhr herumläuft, weiß man es natürlich besser. Nur wie sieht die Zukunft aus, wenn jeder Mensch bald im Durchschnitt zwei oder drei Computer hat?

Ganz oben auf Gardners Hype Cycle von 2014 thront der Begriff Internet of Things (IoT), oder auf Deutsch „Internet der Dinge“  (siehe z.B. Forbes-Artikel). Computer verschwinden als separate Gegenstände und verschmelzen immer mehr mit Alltagsgegenständen. Ausgestattet mit Sensorik und Rechenmöglichkeiten funkt in Zukunft alles, was uns umgibt, beobachtet, informiert und handelt vielleicht sogar autonom. Fabriken und Produktionsstätten bekommen ihre eigene Intelligenz, aber auch der öffentliche Raum und natürlich unsere Wohnungen. Es gibt bereits Schätzungen, nach denen ein US-amerikanischer Haushalt in 10-15 Jahren 500 aktive Geräte haben wird.

Bei aller Liebe zum Fortschritt, wie soll man das noch steuern?

Sensorflare_Startseite

Lernende Systeme, die uns unterstützen

Sensorflare_LogoSensorflare ist ein griechisches Startup, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die uns bald umgebende Technik intelligent und für uns zu steuern. „Wir sind der Überzeugung, dass eine aktive Bedienung all dieser Geräte über ein Smartphones nicht mehr handhabbar ist. Wir benötigen neue Paradigmen, in denen die Geräte selbstständig lernen und in unserem Sinne agieren“, so Marios Logaras, einer der Gründer von Sensorflare.

Üblicherweise gehen IoT-Infrastrukturen von einer Kopplung von Hardware und Software aus, in der man alles von einem der großen Anbieter kauft, wie bei INSTEON, SmartThings oder natürlich bei Nest, die letztes Jahr von Google übernommen wurden. Im Gegensatz dazu geht Sensorflare einen anderen Weg: Da man nicht davon ausgehen kann, dass alles von einem Hersteller kommt, ist es ihr Ziel, eine Zwischenebene einzuziehen, bei der man die Sensoren der unterschiedlichen Hersteller registrieren kann. Hinzu kommt zusätzliche Intelligenz, die vom Verhalten der Nutzer lernt und damit sukzessive autonom die Geräte steuert. So werden sich wiederholende Handlungsabfolgen im Raum beobachtet und mit der Zeit automatisiert.

Sensorflare_Idee

Wie der Lernprozess beispielsweise für die Garagentür aussehen kann, zeigt dieses kleine Video:

Das Team und die ersten Schritte

Sensorflare hat den Sitz in Patras, eine griechische Hochburg im Bereich der Mikroelektronik. Die Gründer von Sensorflare Ioannis Chatzigiannakis, Orestis Akrivopoulos und Marios Logaras sowie einige der ersten Team-Mitglieder Dimitrios Amaxilatis und Evi Vasiliou haben bereits langjährige Erfahrungen im Bereich der Sensorik und des IoT gesammelt, erst an der Universität Patras und später auch in frühen Versuchen, mit dem Thema unternehmerisch tätig zu werden.

Sensorflare_Team

Dann haben sie das Programm des Athener Accelerators von Metavallon durchlaufen und sind gerade in der Finanzierungsphase. Mit ihren Ideen haben sie schon diverse Preise gewonnen, wie erst kürzlich den IoT-Award als Peoples Choice in den Kategorien ‚Plattform and Tools‘ sowie ‚Connected Home Product‘

Eine gute Möglichkeit, damit uns das Internet der Dinge nicht über den Kopf wächst?

Tribe Wearables

Mit Biosensorik zum persönlichen Trainingsprogramm

Alles fing mit einer Sportverletzung an: Dimitris Stordopoulos ist begeisterter Kampfsportler und spürte irgendwann beim Training Schmerzen im Knie-Bereich. Als Student der Uni Heraklion auf Kreta hatte er das Glück, das komplette Ärzteprogramm der Uni-Klinik durchlaufen zu dürfen, um herauszufinden, was eigentlich das Problem ist. Ihn interessierte dabei besonders, wie er das Problem in Zukunft vermeiden konnte. Im Rahmen der Gespräche mit den Ärzten entwickelte er eine Idee, die ihn seitdem nicht mehr losgelassen hat: Könnte man moderne Biosensorik nutzen, um zum einen sportliche Übungen zu überwachen und zum anderen ein auf ein bestimmtes Ziel (Abnehmen, Fitness etc.) abgestimmtes Programm für einen bestimmten Körper mit all seinen Eigenheiten bereitzustellen? Die Idee von Tribe Wearables war geboren.

Tribewearables_Startseite

Weit mehr als nur ein Fitness-Gadget

Ich muss zugeben, ich gehöre nicht zur Zielgruppe der Fitness-Gadgets. Aber man hört ja einiges darüber in letzter Zeit: Armbänder, Uhren, Schuhe und alles, was man so trägt, wird aufgerüstet, mit dem Ziel, die sportliche Leistung zu messen. Das Ganze am besten mit Facebook-Anbindung, um seinen Freunden die letzten sportlichen Meilensteine mitteilen zu können. Auch wenn diese sicherlich ganz nett sind und man nicht mehr auf die Uhr schauen muss, um festzustellen, dass man die letzten 2,872 Km in 00:11:56 gelaufen ist und somit 239 kcal zusätzlich verbraucht hat, so weiß man damit noch nicht, ob das jetzt für das persönliche Trainingsprogramm gut oder schlecht war. Man kann daraus also nicht schließen, ob man sich überanstrengt hat, falsch trainiert hat oder zu wenig gemacht hat.

Die Idee von Tribe Wearables geht einen großen Schritt weiter: Das Team von Dimitris experimentiert mit Biosensorik, die direkt mit der Sportkleidung verwebt wird. Diese Sensoren messen aktuell beispielsweise Muskelspannung oder Muskelmüdigkeit direkt und kontinuierlich während des Trainings. Gekoppelt mit einer entsprechenden Software gibt das System Anweisungen, ob man beispielsweise weiter trainieren, einen andere Übung durchführen oder besser eine Pause einlegen sollte.

„Unser Ziel ist es, ein ganz persönliches Trainingsprogramm über am Körper angelegte Biosensorik bereitzustellen und kontinuierlich zu überwachen“, so Dimitris Stordopoulos. Ein echter persönlicher Trainer, der die aktuelle Kondition des Körpers misst, in Interaktion mit dem Sportler ein optimales und persönliches Trainingsprogramm entwickelt und den Sportler dann kontinuierlich mit Überwachung und Übungshinweisen begleitet.

Tribewearables_Funktionen

Übrigens: der Name ist in Anlehnung an die antiken Olympischen Spiele entstanden, in denen eine Gruppe von Trainern und Sportlern als Fyli (φυλή) bezeichnet wurden, also auf Deutsch als „Stamm“, „Sippe“ oder eben Englisch „Tribe“).

Der Prototyp steht

Neben Dimitris besteht das Team noch aus Yiannis Vourvoulakis und Evangelos Barakos. Besonders spannend finde ich auch die enge Zusammenarbeit und Beratung durch Nikos Aggeloussis, einer der renommiertesten europäischen Biosensorik-Professoren von der Demokrit-Universität in Komotini. Diese Zusammenarbeit und die Möglichkeit der Nutzung der Labore ist übrigens auch ein Grund, warum Tribe Wearables seinen Sitz in Komotini (Thrakien) hat.

Tribewearables_Team_und_Mentor

Im Gegensatz zur Entwicklung von App- oder Web-Anwendungen ist die Entwicklung von Biosensorik sicherlich kein einfaches und günstiges Unterfangen. Um beweisen zu können, dass der Ansatz funktioniert, hat Dimitris eine kleine Pre-Seed-Finanzierung erhalten und einen ersten Prototyp entwickelt, der die Funktionalität zeigt. Auf dieser Basis verhandelt er aktuell mit Investoren, um die Gesamtfinanzierung zu sichern.

Die Idee, Biosensorik in Kleidung zu verweben, gibt es zwar schon eine Weile, auch in Forschungslaboren, aber daraus ein funktionierendes und massentaugliches Geschäft zu entwickeln, ist ganz neu. Aktuell sind es vielleicht 2-3 Startups weltweit, die so weit gehen. Und wie Dimitris ganz selbstbewusst nach seinen Zwischenergebnissen sagt: „Wir sind besser“.

Moosend

Weihnachtszeit ist E-Mail-Zeit

Es gab Zeiten, da musste der Weihnachtsmann noch Säcke voll mit künftigem Altpapier durch die Gegend schleppen – diese Zeiten sind lange vorbei. Man ist fast überrascht, wenn man noch eine handgeschriebene Postkarte bekommt. Heute geht alles per E-Mail. Mit über 43 Jahren auf dem Buckel gilt die gute alte E-Mail zwar im Zeitalter der Social Media und Messenger schon als etwas angestaubt, ist aber bis heute wohl das effektivste Marketing-Instrument (siehe z. B. http://blog.custora.com/2013/06/e-commerce-customer-acquisition-snapshot/).

Neben der Tatsache, dass ich (natürlich) auch E-Mail nutze, bin ich ein großer Fan von E-Mail-Verteilern. Das mag bei der heutigen Informationsflut zwar etwas schräg sein, aber wenn mich ein Blog, ein Thema oder ein Unternehmen interessiert, dann abonniere ich gerne den Newsletter (kann man hier übrigens auch machen: einfach oben rechts die E-Mail eingeben. Kein Spam, garantiert! ;-).

So habe ich das auch bei vielen der griechischen Unternehmen und Startups gemacht, die ich hier beschrieben habe. Dabei ist mir aufgefallen, dass gefühlte 50 % dieser Unternehmen eine Tool namens Moosend nutzen, um mir ihre Updates zu schicken.

Professionalisierung des E-Mail-Versands

Startseite_Moosend

Da ich gerade selbst auf der Suche nach einem moderneren Tool war, um den E-Mail-Versand für unser Produkt GIS 2go zu professionalisieren, habe ich mir Moosend etwas genauer angeschaut. Und siehe da (wen wundert’s noch): Hinter Moosend steckt ein griechisches Gründerteam. Panos Melissaropoulos und Yannis Psarras habe das Unternehmen am Rande des Startup-Hypes still und leise und ohne externe Finanzierung aufgebaut und gehen damit erfolgreich in direkte Konkurrenz zu Größen wie Mailchimp  und vermutlich hunderten anderen. Und sie machen es gut.

Die Auswahl der E-Mail-Verteiler und den E-Mail-Versand selbst machen sie wie alle anderen, aber „wir haben ein besonderes Augenmerk auf API-Integration und Analyse-Funktionen gelegt“, so Panos. Als zentrales Marketing-Instrument muss auch der E-Mail-Versand möglichst direkt in die Prozesse eines Unternehmens eingebaut werden. Dazu kommen umfangreiche Analyse-Funktionen und Methoden zum A/B-Test der E-Mails, die einem helfen, die Kampagnen zu überwachen und zu optimieren. Ein Traum für jeden Marketeer!

Ich denke, damit ist eigentlich schon alles gesagt. Einfach selbst mal ausprobieren unter www.moosend.com.

Ich wünsche euch ein frohes Fest mit vielen E-Mails von euren Liebsten.