incrediblue

Urlaub auf dem Meer

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, auf einer Yacht Urlaub in der Ägäis oder im Ionischen Meer zu machen? Von Insel zu Insel zu schippern und in schönen Häfen Fisch zu essen, in einsamen Buchten die Sonne und den Strand zu genießen oder einfach irgendwo ins blaue Meer zu springen? Meistens verwirft man solche Gedanken sehr schnell: zu kompliziert, wem kann ich beim Mieten einer Yacht überhaupt vertrauen, ist bestimmt sowieso zu teuer – und so bleibt es meist beim Träumen.

Die griechische Firma incrediblue hat sich vorgenommen, das zu ändern. Das Startup aus Volos adaptiert die Idee der sozialen Marktplätze an die Vermietung von Yachten und will über einen Marktplatz für Seetourismus „Yachtbesitzer, Skipper und Urlauber zusammenbringen“, wie Antonis Fiorakis, einer der Gründer von Incrediblue, im Gespräch mit mir sagte. In Zukunft soll Yacht-mit-Crew-buchen so einfach werden, wie das Buchen von Hotels oder privaten Unterkünften schon heute ist.

incrediblue Startseite

Startseite von incrediblue (www.incrediblue.com)

Nicht nur Yachtbesitzer mit vielen Yachten, auch „kleinere“ Yachtbesitzer haben durch die direkte Vermittlung eine einfache Möglichkeit, ihr Angebot über incrediblue zu unterbreiten. Die Plattform übernimmt alle Formalitäten zur Abrechnung und Bewertung. Antonis Fiorakis betont, dass „es nicht viel kosten muss, einen erlebnisreichen Urlaub auf dem Meer zu verbringen“.
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Die drei Gründer Antonios Fiorakis, Theodoros Orfanidis und George Gatos und ihr Team transportieren und kombinieren als erstes Unternehmen weltweit das bewährte Geschäftsmodell von der Vermittlung von Privatunterkünften wie AirBNB  oder 9Flats sowie Hotelbuchung à la Booking.com oder HRS mit dem Ziel, Besitzer, Skipper und Urlauber zusammenzubringen. Eigentlich eine naheliegende Idee.

Wieso ist nicht schon früher jemand darauf gekommen ; )

Hier ein Video, in dem Antonis Fiorakis auf der NextWeb 2012 über incrediblue spricht:

incrediblue ist derzeit noch in einer frühen Finanzierungsphase und in Verhandlung mit diversen Venture-Capital-Firmen und Business Angels. Parallel hat incrediblue einen ersten Bestand an verfügbaren Yachten aufgebaut. Ende 2012 soll das System online gehen – gerade rechtzeitig, um den Urlaub 2013 zu planen.

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„Aktuell haben wir Yachten aus Griechenland, Kroatien, der Türkei und Portugal im Sortiment. Die Idee und das Geschäftsmodell sind jedoch auf einen weltweiten Markt ausgelegt“, so Antonis Fiorakis. Insofern künftig durchaus auch interessant für Yachtbesitzer und Urlauber an deutschen Küsten. Ich bin gespannt, wann ich die erste Yacht aus meinem Geburtsort Heiligenhafen auf incrediblue.com finde, mit einem der größten Yachthäfen Deutschlands.

Yachthafen Heiligenhafen

Yachthafen Heiligenhafen aufgenommen im Sommer 2012


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NOOWIT

Eine Frage der persönlichen Einstellung

Wer kennt das nicht: unendlich viele Beiträge in unendlich vielen Medien und das jeden Tag. Man wird bombardiert mit netten, überflüssigen, beeindruckenden oder uninteressanten Beiträgen und versucht mit viel Mühe und Zeitaufwand, die für einen persönlich spannenden Informationen aus dem Netz zu fischen.

Das griechische Unternehmen Noowit ist gerade dabei, eines der ältesten Probleme des Information-Filtering in einem massentauglichen Markt anzugehen. Ich bin gespannt, ob sich der Ansatz von Nikolaos Nanas und Christos Spiliopoulos durchsetzt.

Wer mich kennt, weiß, dass es mich besonders begeistert, wenn ich sehe, wie jahrelange universitäre Forschung in eine kommerziell verwertbare Software umgewandelt wird, noch dazu in einem hochkomplexen Bereich der persönlichen Informationsfilterung, an dem sich schon einige die Zähne ausgebissen haben.

Beispiel, wie NOOWIT dem Benutzer erscheint

Die Ideen zu Noowit entstanden im Forschungsprojekt Nootropia (frei übersetzt aus dem Griechischen: eine Denkweise, die eine Gruppe teilt oder ein Individuum hat; persönliche Einstellung, Lebensanschauung). Und der Name ist tatsächlich Programm: Die Anwendung basiert vor allem auf der Forschung von Nikolaos Nanas. Die Idee ist es, Algorithmen, die von der Biologie und speziell dem Immunsystem inspiriert sind, für die schnelle Adaption des Informationsflusses an die aktuelle Situation (Denkweise, Lebensanschauung) des Benutzers zu nutzen. Oder einfacher ausgedrückt: So wie sich das Immunsystem ständig an neue Einflüsse anpasst, passt sich die Webseite an den aktuellen Bedarf des Benutzers und der Informationen im Netz an.

Erster Test

Ich habe natürlich gleich nach einem Testzugang gefragt, um mir selbst einen Eindruck von der Anwendung zu verschaffen, und muss sagen: Respekt! Über eine sehr aufgeräumte Oberfläche, die sich mit Zeitschriften-Viewern wie Flipboard messen kann, erhält man Zugang zu den Artikeln aus unterschiedlichen englischsprachigen Medien. Die Bedienung ist sehr intuitiv. Wenn man nichts einstellen will, braucht man das auch nicht (dann ist es einfach ein Mash-up von Artikeln aus unterschiedlichen Zeitschriften). Man kann aber initiale Präferenzen angeben, also Kategorien (News, Sports, Art etc.) und innerhalb dieser Kategorien Informationsquellen (also Online-Zeitschriften) und in Zukunft auch Autoren, die einen besonders interessieren. Beim Lesen und Stöbern kann man (muss man aber nicht) dem System Hinweise geben, ob der Artikel relevant für einen ist oder nicht.

NOOWIT vor der Aktualisierung

So sah NOOWIT aus, als ich es zum ersten Mal angeschaut habe

Mit der Zeit stellt sich ein ganz persönliches Bild der Informationslage in der Welt ein. Für einen persönlich Relevantes wird angezeigt und Irrelevantes ausgeblendet.

Screenshot Noowit (OLD_3)

Noch ein Screenshot von NOOWIT

Noowit 2013

Einige Tage nach meinem ersten Test habe ich eine E-Mail bekommen, dass der Dienst jetzt vollständig überarbeitet werde. Ich war überrascht, da mir schon der erste Eindruck sehr gut gefallen hat. Also habe ich Nikolaos Nanas angerufen und mal gefragt, was dahinter steckt.

Auch wenn bereits in der aktuellen Version sichtbar ist, wie viele Gedanken sich das Team zu dem Thema gemacht hat, war ich selbst verblüfft, was sie noch alles vorhaben. Ihre Vision ist nichts Geringeres als „die Zukunft der Zeitschriften“ zu schaffen, wie Nikos Nanas es selbstbewusst nennt. Im Gespräch habe ich festgestellt, dass sie nicht nur tausend Ideen haben, sondern auch die Fähigkeiten, viele davon in Software umzusetzen. Nikos Nanas hat jahrelang im Bereich des Information-Filtering geforscht und darüber promoviert.

Man muss sich das neue Noowit, das vermutlich Anfang 2013 in eine private Betaphase geht, bestehend aus mehreren Teilen vorstellen:

  • „the collective“ ist das zentrale Magazin, in dem wie oben beschrieben, der Inhalt personalisiert, dem persönlichen Geschmack angepasst und immer aktuell erscheint.
  • Jeder Benutzer kann seine Sicht auf die Welt durch eigenen Content anreichern, entweder durch Verweis auf Artikel außerhalb von Noowit („read it later“) oder indem er in ein integriertes Blog selbst Beiträge schreibt.
  • Darauf aufbauend ist er dann in der Lage seine Sicht auf die Welt zu veröffentlichen und damit sein persönliches Magazin zu schaffen und dies anderen zur Verfügung zu stellen.
  • Besonders beliebte eigene Beiträge können auch in das Hauptportal „befördert“ werden, wenn sie von vielen Benutzern gelesen und gemocht werden.

Damit entsteht ein ganzes Konvolut aus Artikeln, „alten“ Zeitschriften, kommerziellem Content, Nachrichtendiensten und eben auch Blogbeiträgen, das sich für den Nutzer als zentraler Zugang zu seinen Interessen darstellt und sich an seinen persönlichen Geschmack anpasst – und das in Echtzeit zu der Veröffentlichung von Beiträgen.

Um das Ganze noch intuitiver bedienbar zu machen, nutzen sie eine ganze Reihe von neuartigen Algorithmen aus dem Bereich des Responsive Designs und erweitern diese noch um Aspekte, die das Design an die Interessen des Benutzers anpassen, beispielsweise durch deren Positionierung und Größe. Laut Nikolaos Nanas „wird damit der Nutzer sein persönliches Magazin erschaffen, in dem nur Sachen stehen, die ihn wirklich interessieren“.

Wenn sie es schaffen, tatsächlich ihr ganzes Know-how aus der künstlichen Intelligenz einzubauen, ist zu erwarten, dass sich das System sogar an kurzfristige Geschmacksänderungen oder auch größere Interessenverschiebungen eines Benutzers im Laufe der Jahre anpasst. Ich bin gespannt.

Ich hoffe die beiden Unternehmer halten das durch und finden genügend Kapital, um mittelfristig neben den englischsprachigen auch beispielsweise deutsche oder griechische Quellen einzubinden. In der griechischen Startup-Szene sind sie ja schon sehr aktiv und haben schon erste Auszeichnungen erhalten.

Für die alte Version werden leider keine neuen Accounts mehr angelegt. Wen das Thema aber interessiert, dem würde ich empfehlen sich schon mal unter www.noowit.com/ anzumelden. Aber ich werde sicher noch mal darüber berichten, sobald das neue System online ist.