Mit Werkstoffkunde gegen Lebensmittelvergiftungen
Ich habe bisher noch nie darüber nachgedacht, aber wenn man sich offizielle Zahlen zu Lebensmittelvergiftungen anschaut, dann wird einem gleich ganz schummerig. Laut CDC erkrankt einer von sechs US-Amerikanern pro Jahr an einer Lebensmittelvergiftung. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben weltweit gar 420.000 Menschen jährlich daran. Wer gleich denkt, das betrifft nur die Dritte Welt, liegt falsch: In Europa sind es auch erstaunliche 23 Millionen Krankheitsfälle und 5.000 Tote pro Jahr.
Das sind unvorstellbar hohe Zahlen und einen sehr großen Anteil daran hat ein vermeintlich kleines Thema: die Unterbrechung der Kühlkette bei der Zulieferung oder im Haus. Lebensmittel werden kilometerweit transportiert und dann zu Hause gelagert und wenn irgendwo in der Lieferkette oder zu Hause die Kühlung unterbrochen wird, steigt das Risiko einer Lebensmittelvergiftung.
Dauerbeobachtung der Kühlkette
Da man nie ausschließen kann, dass die Kühlkette irgendwo unterbrochen wurde, hat sich das griechische Startup Fresh Strips etwas überlegt: Was wäre, wenn man an der Ware sofort sieht, ob es irgendwo ein Problem in der Kühlung gab. Selbst wenn das Eis oder Fleisch gut aussieht, sollte ein kleiner Streifen auf der Verpackung anzeigen, ob immer die korrekte Temperatur eingehalten wurde. Um dies zu erreichen, entwickeln die Gründer von Fresh Strips einen Sticker, der im normalen Kühlzustand eine neutrale Farbe hat oder grün ist und sich bei einer gefährdenden Veränderung der Temperatur verfärbt (und beispielsweise rot wird).
Fresh Strips nutzt für dieses Verfahren Flüssigkristalle. „Flüssigkristalle sind extrem günstig, so dass bei Massenproduktion Kosten von nur wenigen Cent anfallen. Darüber hinaus sind sie robuster als digitale Ansätze, wie Data-logger, und haben tolle Farbeigenschaften, die es ermöglichen, Signalfarben für die Warnungen zu nutzen“, so Marios Chryssolouris im Gespräch. Das Interessante ist auch, dass die Streifen in der Produktion für unterschiedliche Temperaturschwankungen kalibriert werden können, da manche Produkte immer gefroren, andere vielleicht nur immer unter einer bestimmten Temperatur gekühlt bleiben müssen. Und das Beste: Wenn sie sich einmal verfärbt haben, wechselt die Farbe der Strips nicht mehr zurück, sobald die Temperatur wieder stimmt. Damit ist sichergestellt, dass auch eine Unterbrechung der Kühlung irgendwann zwischendrin sichtbar bleibt.
Von der Gründung zu den ersten Preisen
Die Idee haben Marios Chryssolouris (CEO)und Koen Nickmanns (CTO) entwickelt. Marios kommt eher aus dem Bereich Consulting und hat u. a. bei Ernst & Young gearbeitet und dort auch andere Startups beraten. Koen beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Flüssigkristallen in der Forschung. Im September 2016 haben sie ihre Idee in einem internationalen Wettbewerb bei Merck in Darmstadt vorgestellt und gleich 50.000 € gewonnen. Weitere Wettbewerbe folgten, wie Get in the Ring in Holland mit 300 Teilnehmern, und erst kürzlich haben sie als eins von fünf Startups unter 1250 Teilnehmern den Hellenic Entrepreneurship Award gewonnen. Das Team ist inzwischen um Fanny Tsironi, Marianna Giannoglou und Alexandros Matthiessen erweitert und wächst von Monat zu Monat.

Nächste Schritte
Die Patente wurden eingereicht und die Tests laufen sehr gut. Aktuell reden die Gründer von Fresh Strips auch mit ersten potentiellen Kunden, beispielsweise einer großen Supermarktkette in Griechenland. Im ersten Schritt konzentrieren sie sich auf die Lieferkette von Produktion zum Geschäft (also B2B) und noch nicht bis zum Konsumenten, aber das ist sicherlich ein natürlicher nächster Schritt, so dass vielleicht schon bald alle Frischeprodukte, die wir so im Supermarkt sehen, mit Fresh Strips aus Griechenland versehen werden.
Und bei Lebensmitteln hört das nicht auf. Die Perspektive ist enorm. Die Notwendigkeit der Dauerkühlung besteht auch in anderen Bereichen: Man denke nur an Impfstoffe, die quer durch Afrika transportiert werden. Wie wird da sichergestellt, dass die Impfungen überhaupt noch wirksam sind, wenn sie ankommen? Vielleicht mit Fresh Strips aus Griechenland.





Neben dem Gründer Triantafyllos „Trian“ Xylouris besteht das Team noch aus Chris Tsounis, Pavlos Rizos, Konstantinos Ploumidakis sowie Valentina Marousopoulou und Aris Moiras (die nicht im Bild sind).
Das griechische Startup Liater dreht das Ganze jetzt um und wendet moderne Techniken und Interaktionsmöglichkeiten an, um die paar wenigen Vorzüge des E-Commerce in den traditionellen Einzelhandel zu bringen. Der Name Liater steht übrigens Retail reversed (einfach das englische Wort retail umgekehrt lesen).
Wie tauschen sich Ärzte untereinander aus, wenn sie Fragen zu einem Patienten haben? Wie informieren sie sich und wie diskutieren sie über aktuelle Entwicklung zu Behandlungsmethoden, Medikamenten, Erfahrungen? Ich vermute, traditionell mal über ihr persönliches Kontaktnetzwerk, über Konferenzen und zusätzlich informieren sie sich über entsprechende Journale und Zeitschriften. In Zeiten des Internets 2.0 liegt es nahe, die neuen Möglichkeiten der internationalen Vernetzung zu nutzen. Dies ist die Grundidee von 


Neptungras (
Unser politisches System lebt davon, dass möglichst viele daran teilhaben. Ihre Meinungen äußern, aktiv über Themen diskutieren und für Positionen eintreten. Dasselbe gilt für Vereine, Nicht-Regierungsorganisationen oder Gewerkschaften. Seit Jahren scheint es jedoch eine Erosion des Interesses an der konstruktiven Teilnahme am politischen Diskurs zu geben. Auf der einen Seite werden die Kommentare derjenigen, die sich beispielsweise in Sozialen Medien und Foren äußern, immer schriller, auf der anderen Seite schrumpft die Wahlbeteiligung kontinuierlich und Parteien sowie Vereine klagen seit Jahren über Mitgliederschwund. Die Ursachen mögen vielschichtig sein, aber ein Grund, den ich häufig höre und lese, ist das weit verbreitete Gefühl, nicht gehört zu werden und nichts beeinflussen zu können. Und das auf einem Kontinent, auf dem jeder fast alles sagen oder machen kann.
Wie die aufmerksamen Leser meines Blogs sicher schon mitbekommen haben, bin ich oft in Kalamata im Süden der Peleponnes. Bekannt ist Kalamata vor allem wegen der Oliven und des Olivenöls. Wie keine andere Region der Welt haben sie es inzwischen zu einer internationalen Marke geschafft, sodass man selbst in den USA zwischen Oliven und Kalamata-Oliven unterscheidet. Nach diesem kleinen Exkurs nun zum Thema. Wie ich 





