Hast Labs

Neptungras zu 3D-Drucker-Patronen

logoNeptungras (Posidonia Oceanica) ist eine Wasserpflanze, die im Salzwasser gedeiht, vor allem im Mittelmeer. Tauchern ist sie vermutlich schon mal aufgefallen und auch Strandurlaubern, da abgestorbenes Neptungras häufig an den Strand gespült wird. Das ist zwar nicht schädlich, stört aber die Ästhetik, was viele Gemeinden in Griechenland dazu bewegt, das Neptungras regelmäßig einzusammeln und zu entsorgen. Das Neptungras wird deponiert oder verbrannt und die Entsorgung kostet viel Geld.

Bessere Verwertung eines tollen Rohstoffes

Ich habe kürzlich mal herumgefragt, wer sich in Griechenland mit alternativen Materialien und Rohstoffen beschäftigt und da bin ich auf Haris Ninios von Hast Labs gestoßen. Er hat das Entsorgungsproblem der Gemeinden als Chance für sich gesehen und entwickelt ein Verfahren zur alternativen Nachnutzung des angeschwemmten Neptungrases. Es gibt auch andere, die das bereits machen (beispielsweise, um es als Dämm- und Baumaterial zu verarbeiten). Was mir aber bei Hast Labs besonders gefallen hat, ist das Einsatzszenario 3D-Drucker.

Beim 3D-Druck wird aus einem Rohstoff computergesteuert in mehreren Schichten ein Werkstück erzeugt, dass eben nicht mehr 2-dimensional sondern 3-dimensional ist. Die Einsatzmöglichkeiten sind mehr oder weniger beliebig. 3D-Drucker werden inzwischen für alle möglichen Einsatzzwecke genutzt, dabei werden dreidimensionale Werkstücke schichtweise aufgebaut. Egal ob Kunstwerke, Bauteile für Häuser, medizinische Geräte etc.: Es gibt inzwischen Millionen von Nutzern, die mit 3D-Druck experimentieren oder dies auch schon professionell nutzen.

Das Hauptproblem beim 3D-Druck ist der Rohstoff, aus dem der Druck gemacht wird. Meistens werden hierfür Kunststoffe genutzt. Mal abgesehen davon, dass wir schon genug Plastik produzieren, kann es auch gesundheitsschädlich sein, da beim Druck der Rohstoff (also der Kunststoff) erhitzt wird und dadurch auch ultrafeine Partikel in die Luft geraten, die wir dann einatmen.

Patentes Verfahren

Hast Labs hat in den letzten zwei Jahren ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Rohstoff für 3D-Drucker zu 70 % aus besagtem Neptungras generieren lässt. „Eine mittelgroße Gemeinde wie Rafina produziert ca. 40-60 Tonnen Neptungras im Jahr. Auch wenn in der Vorverarbeitung ca. 45 % wegfallen, reicht das Neptungrasaufkommen einer einzigen Gemeinde für eine sehr große Produktion“ so Hari Ninios im Gespräch. Hast-Labs besteht übrigens aktuell aus drei Personen und sie sind nun dabei, das Verfahren zu verfeinern und patentieren zu lassen.

Ich bin mal gespannt, wohin das führt und ob der Mittelmeerraum irgendwann zum größten Produzenten für 3D-Druck-Material wird.

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