Fundstück #10: Klimis Olivenkernkohle

Ökologische Alternative aus Griechenland für den Grillweltmeister

Bis zur Grillsaison ist es zwar noch etwas hin, aber ich habe gerade eine Firma entdeckt, über die ich unbedingt berichten wollte. Deutschland ist ja bekanntlich nicht nur Grillweltmeister, sondern mit 218.000 Tonnen (2013) auch Weltmeister im Import von Holzkohle (Quelle).

Holzkohle-Import-Statistik

Das sind absolute Zahlen, die sogar höher sind als die von China mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern. Die importierte Holzkohle kommt übrigens zu großen Teilen von Ländern mit Tropenwäldern und zumindest fragwürdiger Herkunft.

Holzkohle-Export_Statistik

 

Dabei gibt es eine wesentlich bessere Alternative, und zwar nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten, sondern auch bzgl. der Brenneigenschaften: Kohle aus Olivenkernen von der Firma Klimis aus Kalamata.

Klimis-Startseite

Sogar der Naturschutzbund (NABU), den ich jetzt nicht direkt mit Barbecues in Verbindung gebracht hätte, ist begeistert und meint: „Sie glimmen besser, erzeugen eine höhere Hitze und entwickeln eine gleichmäßigere Glut als herkömmliche Grillkohle. Weitere Pluspunkte sind die geringe Rauchentwicklung und das Ausbleiben eines Funkenflugs beim Durchmischen“ (Quelle).

Griechenland produziert übrigens 2 Mio. Tonnen Oliven, also 10 % der Weltproduktion (Quelle). Jetzt versuche ich mal eine kleine Rechnung. Falls einer meiner Leser mehr Ahnung hat als ich, bitte melden:

  • Weltweit werden 20 Mio. Tonnen Oliven produziert (Quelle)
  • Aus einem Kilo Oliven gewinnt man ungefähr 100 ml Öl (also Verhältnis 10:1) (Quelle)
  • 90 % der Oliven werden zu Öl verarbeitet (Quelle)
  • Zwischensumme: 20 Mio. Tonnen Oliven, davon 18 Mio. Tonnen für die Olivenölproduktion machen 1,8 Mio. Tonnen Olivenöl und damit 16,2 Mio. Tonnen „Rest“.
  • Jetzt habe ich leider nicht herausgefunden, wie viel Olivenkernkohle man aus einem Kilo von dem „Rest“ machen kann, aber ich treffe einfach mal eine mutige Annahme und sage: ein Verhältnis von 1:10.

Wenn die Annahmen stimmen, könnte die weltweite Jahresproduktion etwas 1,6 Mio. Tonnen sein. Damit könnten dann immerhin zwei Drittel des weltweiten Imports von 2,2 Mio. Tonnen an Holzkohle ersetzt werden. Für die Grillweltmeister reicht es allemal.

Um das zu erreichen, müsste Klimis allerdings anfangen, Olivenkerne zu importieren oder die Technik in andere Länder lizensieren, was ja auch nicht schlecht wäre.

Übrigens: Klimis war national Champion für die European Business Awards 2014/2015 und ist Mitglied von EMAS.

In Deutschland gibt es die Kohle auch schon zu kaufen. Sie werden von Olio Bric vermarktet. Wie es dazu kam, ist eine andere Geschichte und steht z. B. hier.

Wie wäre es also mit einer ökologisch interessanteren Alternative zur Holzkohle beim nächsten Grillfest?

2 Gedanken zu „Fundstück #10: Klimis Olivenkernkohle

  1. Schöner Artikel wieder. Hab heute auch ein Fundstück in der Kathimerini überflogen und an dich gedacht! Schau mal nach, 23. Januar,  Seite 14 : Αποκατάσταση μέσω τέχνης. Kαινότομος προσέγγιση για θεραπεία νευρομυϊκών και γνωστικών διαταραχών.Ist ein StartUp. Wenn du es nicht findest, schicke ich dir eine Kopie.

    • Vielen Dank. Den Artikel und die Firma habe ich gefunden. Hört sich interessant an und kommt auf meine Liste. Leider (oder ‚gut so‘) gibt es soviele Initiativen und Startups, dass ich gar nicht mehr hinterher komme:-)

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